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Sportmix Canes retten gegen Royals Punkt ins Ziel
Sport Sportmix Canes retten gegen Royals Punkt ins Ziel
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21:12 22.06.2019
Von Merle Schaack
Foto: Ein Touchdown und zwei Interceptions - Der Ex-Hamburger Louis Müller (links) machte sein bisher bestes Spiel für die Kiel Baltic Hurricanes und steuerte wichtige Punkte zum 28:28-Unentschieden gegen die Potsdam Royals bei. 
Ein Touchdown und zwei Interceptions - Der Ex-Hamburger Louis Müller (links) machte sein bisher bestes Spiel für die Kiel Baltic Hurricanes und steuerte wichtige Punkte zum 28:28-Unentschieden gegen die Potsdam Royals bei.  Quelle: Sonja Paar
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Kiel

Als Warten auf die Explosion hatte Timo Zorn, Head Coach der Kiel Baltic Hurricanes, den derzeitigen Zustand seiner Mannschaft vor dem Heimspiel gegen die Potsdam Royals bezeichnet.

Lange musste er am Sonnabend nicht warten. Genau einen Spielzug der Royals, exakt 48 Sekunden, dauerte es, da fing Louis Müller einen Pass von Gäste-Quarterback Samuel Straub ab und lief direkt durch in die gegnerische Endzone - der erste GFL-Touchdown des ehemaligen Hamburg Pioneers überhaupt.

Es war der Auftakt zu einem wahren Angriffs-Feuerwerk, das die Kieler im ersten Viertel abbrannten. Potsdam bekam die Hälfte der Hurricanes kaum zu Gesicht. Zweiter Angriff Kiel, Pass von Canes-Spielmacher Purichia auf den pfeilschnellen neuen US-Receiver Markell Castle, Benedikt Englmann sorgt sicher für den Zusatzpunkt - 14:0 nach nicht einmal sechs Minuten. 

Stolze Canes-Fans

Die Potsdamer Angriffsbemühungen zerschellten erneut im ersten Versuch an der Kieler Defensive. Den nötig gewordenen Punt trug Canes-Returner CJ Davis gleich wieder an die 31-Yards-Linie der Gäste. Den Rest erledigten Purichia, Castle und wiederum Englmann - 21:0.

Die Kieler Fans, die eigens für dieses Spiel ein Transparent mit der Aufschrift „Proud to be Canes-Fans“ hatten anfertigen lassen, kamen aus dem Jubeln gar nicht mehr heraus - zumal der bärenstarke Louis Müller den nächsten Potsdamer Angriffs-Versuch erneut mit einer Interception beendete und CJ Davis es ihm wenig später nachmachte.

Doch dann schalteten die Kieler einen Ganz zu viel herunter, ließen die Royals nur Sekunden vor der Halbzeitpause gefährlich dicht an die eigene Endzone vordringen. Zwei Sekunden vor der Pause lief Quarterback Straub selbst mit dem Ball zum 21:7-Halbzeitstand nach PAT durch Hannes Werner.

Kieler Angriff gerät ins Stocken 

Knoten geplatzt, zwei Touchdowns Vorsprung - nach Wiederanpfiff hielten die Kieler alle Trümpfe in ihren Händen. Doch beim Return-Versuch zum Auftakt der zweiten Hälfte rutschte CJ Davis der Ball aus den Händen. Eine Einladung, die Straub und Receiver Thimothy Knüttel nur zu gern annahmen - 21:13. Zwar konnten die Kieler den Extrapunkt mit einem Block verhindern. Doch die Luft wurde wieder dünner.

Denn der Canes-Angriff geriet ins Stocken, während Potsdam mit Runningback Gennadiy Adams sein berüchtigtes Laufspiel immer besser einsetzen konnte. Mit einem weiten Pass auf Receiver Keevan Lucas hebelte Spielmacher Straub schließlich die über weite Strecken sichere Kieler Abwehrreihe aus. Mit dem folgenden Lauf von Adams und einer Two-Point-Conversion glich Potsdam aus. 

Spannung bis zum Schluss

Lukas Rehder sorgte im Gegenzug auf Kieler Seite zwischenzeitlich wieder für Erlösung und leitete mit seinem Touchdown zum 28:21 die Phase des Spiels ein, die Timo Zorn später hin und her gerissen zwischen Freude und Enttäuschung mit „spannend können wir anscheinend“ beschreiben sollte. 

Wieder machte Potsdam Druck. Einen Pass in die Kieler Endzone konnte Louis Müller noch verteidigen, dann versuchte Potsdam es über die andere Seite und schaffte beim 28:28 erneut den Ausgleich. Damit nicht genug: Der nächste Canes-Angriff endete mit einem gesackten Jake Purichia, fast hätten die Royals auch noch Louis Müller beim Punt-Versuch erwischt. Hakenschlagend konnte er sich und die Canes gerade noch befreien.

Eine Hand rettet Kiel den Punkt 

Beruhigend viel Platz hatte er den Kielern so aber nicht verschaffen können - zumal die Abwehr anschließend noch eine 15-Yards-Strafe kassierte. Eine Minute und 50 Sekunden blieben den Gästen so, um noch einmal 12 Yards bis in die Kieler Endzone zu überbrücken. Sie schafften es nicht, entschieden sich für einen Field-Goal-Versuch. Werner trat an, die Kieler Abwehr schmiss sich ihm entgegen, eine Hand erreichte den Ball und lenkte ihn knapp rechts am Tor vorbei - es blieb beim 28:28.

Ein Ergebnis, das bei den Kielern gemischte Gefühle hervorrief. „Ich finde, ein Unentschieden ist immer eher ein verlorener Punkt“, sagte Louis Müller, während Timo Zorn fand: „Das Field Goal hätte genauso gut reingehen können. An der Stelle ist es dann eher ein Erfolg, dass wir es verhindern konnten.“ Auch für Lukas Rehder überwog das Positive. „Es war krass zu sehen, dass endlich in der Offense alles funktioniert hat. Jetzt fahren wir mit einem extrem guten Gefühl nach Düsseldorf.

Kellerduell in Düsseldorf

Dort treffen die nach wie vor auf dem vorletzten Tabellenplatz rangierenden Canes am kommenden Sonnabend (17 Uhr) im Keller-Duell auf den Tabellenletzten Düsseldorf Panther. Der Aufsteiger hat bisher noch keinen Punkt geholt - auch in Kiel setzte es im Hinspiel eine 17:37-Niederlage.

Die Statistik

1. Quarter
7:0 Müller, 30-Yard Interception Return. PAT Englmann
14:0 Castle, 8-Yard-Pass Purichia. PAT Englmann
21:0 Castle, 21-Yard-Pass Purichia. PAT Englmann
2. Quarter
21:7 Straub, 3-Yard-Lauf. PAT Werner
3. Quarter
21:13 Knüttel, 7-Yard-Pass Straub. PAT blocked
4. Quarter
21:21 Adams, 1-Yard-Lauf. 2-PC Knüttel, Pass Straub
28:21 Rehder, 17-Yard-Pass Purichia. PAT Englmann
28:28 Knüttel, 7-Yard-Pass Straub. PAT Werner 

Alle Nachrichten zu den Kiel Baltic Hurricanes lesen Sie hier.

Klicken Sie hier für weitere Fotos vom Spiel der Kiel Baltic Hurricanes gegen die Potsdam Royals.
Tamo Schwarz 20.06.2019
Merle Schaack 15.06.2019
Merle Schaack 06.08.2019