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Sportmix "Bei mir kickt es, wenn es um was geht"
Sport Sportmix "Bei mir kickt es, wenn es um was geht"
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12:00 06.06.2019
Von Jan-Phillip Wottge
Stephan Katt aus Neuwittenbek in seiner Garage. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Am Pfingstsonntag gibt die Nummer 42 (das ist Katts Markenzeichen im Bahnsport) auf dem Bergring in Teterow auf der Grasbahn Gas. 2015 gewann Stephan Katt den legendären Bergringpokal. Bei der 99. Auflage soll es wieder ganz nach oben auf das Podest gehen.

Eine Saison mit Pleiten, Pech und Pannen liegt hinter Ihnen. Wie sieht es aus?

Stephan Katt: Anfang Juli 2018 traten erst technische Probleme auf, dann erwischte es mich. Ein Sturz in Altrip bei Mannheim mit offener Wunde, die nur von innen ausheilen konnte. Pünktlich zum Europameisterschaftsfinale in Südfrankreich ging es bergauf, doch gleich im ersten Lauf wurde ich da abgeräumt, wobei ich mir die Hand gebrochen habe. Den Rest der Saison konnte ich zwar mit gebrochener Hand zu Ende fahren. Allerdings nur unter extremen Schmerzen.

Kommen nach so einer Saison nicht Gedanken ans Karriereende auf?

Logisch bist du deprimiert, wenn es nicht läuft. Es drückt dich runter, wenn du weißt, dass du aufgrund von Verletzungen nicht das leisten kannst, was man normal abrufen könnte. Den Gedanken aufzuhören, habe ich aber nicht gehabt. Ich werde immer noch geil, wenn ich am Startband stehe. Bei mir kickt es, wenn es um etwas geht.

Wer baut einen auf, wenn man tief im Tal ist?

Ich habe gelernt, dass man im Leben wohl keine Handvoll Freunde zusammenbekommt. In Zeiten, wo alles gegen dich spielt, kannst du aussortieren, wer zu Dir steht und wer nicht. Das konnte ich im vergangenen Winter machen. Sowohl privat, als auch bei den Sponsoren.

Wie geht das?

Du musst dein eigenes Selbstvertrauen einschätzen. Ich weiß, dass ich ein grandioser Fahrer bin, der nur durch Verletzungen ausgebremst wurde. Mein Ansporn ist, es den Schlechtrednern zu zeigen. In Plattling bin ich ein geiles Rennen gefahren. Da habe ich von hinten alle aufgefahren. Da kamen sie dann wieder, die Schulterklopfer. Innerlich habe ich mir nur gesagt, „was wollt Ihr?“. Das macht mich stark. Auf einmal gratulieren die, von denen ich seit Monaten nichts mehr gehört habe. Da sage ich ,danke’ und fertig.

Was ist noch drin im Tank der Katze?

Aus der Weltmeisterschaft bin ich für dieses Jahr raus, weil ich mich aufgrund der Verletzungen nicht qualifizieren konnte. Das Ziel ist jetzt die EM. Drei Titel habe ich, Nummer vier würde passen. Das Material funktioniert, doch es gehört auch Glück dazu. Ich will zurück in den World Grand Prix, dafür will ich jedes Rennen gewinnen. Egal wo ich starte.

Sie sind mittlerweile 39 Jahre alt. Wie begegnet man den jungen Wilden?

Die jungen Fahrer sitzen uns älteren im Nacken, die fahren teilweise auch mit sehr viel Übermut. Dann kann man mitzählen, bis sie auf der Nase liegen. Danach sind sie ruhiger. Über die Jahre sammelst du die Erfahrung, mit der man letztlich gewinnt.

Der Saisonstart war erfolgreich…

Jedes Rennen ist bisher aufs Podest gegangen. Doch es sind nicht mehr die Umfänge von früher. 2007 bin ich 113 Rennen gefahren. Polen, England, nächsten Tag Frankreich. Auf der Langbahn auf Gras und Sand kann ich noch viel erreichen. Ich bin frei, kann tun und machen, was ich will, muss auf keinen Rücksicht nehmen. Ich bin aber auch gerne mal zuhause und trinke ein Bierchen im Garten. Das ging früher überhaupt nicht.

Wie wichtig ist blindes Vertrauen in die Mechaniker?

Du musst totales Vertrauen haben, das wächst über Jahre. Wenn die etwas anbauen, was auf der Bahn wegfliegt, gehst du koppheister.

Wie gefährlich ist es?

Extrem gefährlich. Du hast keine Knautschzone. Die Mauer ist immer da.

Ist der Sport für Sie immer noch ein Fulltime-Job?

Ein anderer Vollzeitjob und der Sport sind nicht vereinbar. Dann fährst du nicht auf dem Niveau. Ich bin im Großen und Ganzen ein Lebenskünstler. Wie ich das mache, weiß ich manchmal auch nicht. Die letzten zwei Jahre habe ich nur draufgezahlt. 1500 Euro am Wochenende sind schönes Geld, aber die sind schnell weg, wenn mal etwas kaputt geht. Ein Motor kostet mal eben 12000 Euro. Alleine meine Versicherungen in diesem Risikosport mit Höchstgeschwindigkeit verschlingen enorm viel Geld. Wir reden da von ein paar hundert Euro im Monat. Die laufen ganzjährig, nicht nur in der Saison. Deswegen sind die Sponsoren so extrem wichtig für mich.

Wohin kann es für den Catman noch gehen?

Es gibt keine Grenzen. Vor Jahren habe ich zehn Rennen in Folge gewonnen, da hat es mich nur interessiert, was es nach dem Rennen zu Essen gibt. Das war Selbstvertrauen pur. Da will ich wieder hin.

Stephan Katt aus Neuwittenbek gehört zu Deutschlands erfolgreichsten Motorrad-Bahnsport-Piloten.

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