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Sportmix Deutschland-Achter siegt dramatisch
Sport Sportmix Deutschland-Achter siegt dramatisch
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19:15 08.09.2019
Von Thomas Eisenkrätzer
Christopher Reinhardt (3vr), Ruderer des Deutschland-Ruder-Achters, kollabiert auf der Ziellinie beim Abschlußrennen des SH Netz Cup 2019 zum zweiten Mal während des Rennens. Auch ein Niederländer (u) ist zusammengebrochen. Quelle: Markus Scholz/dpa
Rendsburg

Dabei fing alles so gut an. Um 13 Uhr schien die Sonne über dem Rendsburger Kreishafen. Tausende Menschen hatten sich rund um den Zielpunkt eingefunden, um den Wettkampf von vier der stärksten internationalen Achterteams der Welt zu verfolgen.

Auf einer Distanz von rund 12,5 Kilometern traten sie gegeneinander an, einer Distanz also, die mehr als sechsmal so lang wie die olympischen 2000 Meter. „Das ist doch ganz klar, dass man als Rendsburger hier dabei sein muss“, sagten Katharina (32) und Marc Will (31), die mit ihren Kindern Amely, Zoey, Linus und Lukas gekommen waren.

In diesem Jahr gingen die Teams der USA, Großbritanniens, der Niederlande und Deutschlands in Breiholz an den Start – das deutsche Achterteam als klarer Favorit, hatte es doch erst Ende August bei der Ruder-WM in Linz Gold geholt. Und so schob sich das Boot mit den acht Deutschen an den Riemen und Martin Sauer vom Berliner RC am Steuer auch gleich mit den ersten Schlägen an die Spitze der internationalen Konkurrenz, dicht gefolgt von den Amerikanern.

Riskantes Manöver beim SH Netz Cup 2019

Ja, Sauer, bekannt für seinen manchmal riskanten Kurs, setzte sich gar direkt vor sie – ein Manöver, das bei jedem anderen Ruderrennen nicht möglich ist. Die Niederländer, anfangs etwas eingeklemmt zwischen dem britischen und dem deutschen Boot, hatten es nach drei Minuten geschafft, knapp hinter die Deutschen zu kommen.

Doch der Abstand vergrößerte sich leicht, Sauer frohlockte schon: „Der Holländer scheint sein Pulver verschossen zu haben, der Brite noch nicht.“ Das Boot flog mit 20,3 km/h und 36 Ruderschlägen pro Minute über dem glatten Wasser dahin.

Deutschland-Achter: Christopher Reinhardt hat Schwächeanfall

Der Sieg schien sicher. „Wir haben Vorsprung, den bringen wir nach Hause“, feuerte Sauer seine Männer an. Dann passierte es. Aussetzer bei Christopher Reinhardt, da war es 13.37 Uhr. Der Dorstener konnte das Ruderblatt nicht mehr drehen, die Muskeln waren übersäuert, fest. Er hatte zu viel gegeben in den ersten 20 Minuten. „Chris, was ist denn los?“, brüllte Sauer. Aber der Neuling im SH Netz Cup konnte sich kaum noch bewegen.

Die Niederländer sahen, was passiert war, witterten ihre Chance, griffen an und schafften es etwa einen Kilometer vor dem Ziel, an den Deutschen vorbeizuziehen. Auf Höhe des Museumsschiffes „San Diego“, das im Kreishafen festgemacht hatte, schien das Rennen gelaufen zu sein.

Und noch ein Schwächeanfall - diesmal bei den Niederländern

Doch plötzlich bewegte Christopher Reinhardt sich wieder, machte noch 30 Schläge mit, die Boote lagen fast gleichauf, da verließen den niederländischen Ruderer Jacob van de Kerkhof die Kräfte, er bekam das Blatt nicht mehr aus dem Wasser. Das deutsche Boot ging nach 37,35 Minuten knapp vor den Niederländern (37,42 Minuten) ins Ziel. Nur lag auf beiden Booten jeweils ein Mann reglos auf seiner Bank.

Beide mussten anschließend in der Imland-Klinik in Rendsburg ärztlich behandelt werden. „Das gab es in der langen Geschichte des Kanal Cups noch nie“, sagte der Coach des deutschen Teams, Uwe Bender. Sowohl Reinhardt als auch de Kerkhof galten nach Mitteilung des Veranstalters zwei Stunden später als „wieder stabil“. Der dritte Platz bei diesem dramatischen Rennen ging an Olympiasieger Großbritannien. Vorjahressieger USA wurde Vierter.

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