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Sportmix "Tolle Handball-Tage für Österreich"
Sport Sportmix "Tolle Handball-Tage für Österreich"
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07:07 24.01.2020
Von Merle Schaack
Viktor Szilagyi, Geschäftsführer des THW Kiel (Mitte), verfolgte gemeinsam mit THW-Trainer Filip Jicha (rechts) das Geschehen bei der EM-Hauptrunde in Wien. Quelle: Sascha Klahn
Wien

Mit der Hauptrunde ist auch Österreichs Turnierteilnahme beendet. Sind die Erwartungen im Land erfüllt worden?

Viktor Szilagyi: Mehr als erfüllt. Platz acht ist die beste EM-Platzierung Österreichs überhaupt. In der Hauptrunde, die das große Ziel war, hat man dann schon gesehen, dass Spanien, Kroatien und Deutschland aktuell eine Nummer zu groß sind. Aber bis auf die zweite Halbzeit gegen Deutschland war das ein toller Auftritt. Ich glaube, die Mannschaft hat viele Menschen begeistert. Auch in der Stadt bin ich oft auf Handball angesprochen worden. Für Österreich waren das tolle Handball-Tage.

Der Spielplan wurde wegen der Reisetage zwischen den drei Ausrichterländern erstmals auf 17 Tage gestreckt. Wie bewerten Sie das?

Das hat natürlich die Vorbereitungszeit der Mannschaften verringert. Und man kann nicht wegdiskutieren, dass Mitte der Hauptrunde die Qualität gesunken ist. Weniger Tempo, die Mannschaften werden taktischer – wie die Kroaten, die nach dem Sieg über Deutschland das tempo rausgenommen haben. Aber das können nur wenige Nationen. Deshalb würde ich die Verteilung auf drei Länder grundsätzlich als positiv sehen. In einem großen Land hätte man diese großen Entfernungen auch. Wien und Malmö liegen nicht so viel weiter auseinander als Hamburg und München. Ich glaube, keine der drei Nationen hätte das Turnier in der Größe alleine ausrichten können.

Für die Kieler Spieler, die im Finale stehen, bleiben nach der EM nur fünf spielfreie Tage bis zum nächsten Bundesliga-Spiel. Und das ist ausgerechnet gegen Hannover, Ihren Verfolger Nummer eins...

Diese Olympia-Jahre sind schon hart. Lotterie ist vielleicht zu viel gesagt, aber es ist schon eine unsichere Konstellation, weil die Spieler mit unterschiedlichen Erfahrungen zurück kommen. Einige werden ein tolles Turnier, einige eine Enttäuschung hinter sich haben. Natürlich muss man das annehmen. Es wird nie eine Ausrede sein – für Hannover genauso wenig wie für uns.

Haben Sie bei der EM taktisch neue Entwicklungen beobachtet?

Eher, wie die Nationen ihren eigenen Stil entwickeln. Die Spanier sind taktisch die reifste Mannschaft, spielen mit einer wahnsinnigen Ruhe und auf den Punkt genau. Die Kroaten ähnlich, aber dazu noch mit ganz viel Emotionen. Bei Deutschland hat man gesehen, was fehlt, um ganz an der Spitze zu sein. Auf der ein oder anderen Position konnte man Ausfälle nicht kompensieren. Und was wirklich fehlt, ist der klassische Weltklasse-Spielmacher. Norwegen ist die Mannschaft, die den modernsten Handball spielt. Dieses Komprimierte, dieses extrem hohe Tempo, diese individuelle Stärke und gleichzeitig das Kollektiv. Und die Präsenz, die sie ausstrahlen. Das ist beeindruckend. Wenn sie das bis zum Wochenende durchhalten, wird es sehr schwer für jede andere Mannschaft, sie zu schlagen.

Mehr zur Handball-EM lesen Sie hier.

Donnerstagvormittag legte die deutsche Handball-Nationalmannschaft die letzten 1300 Kilometer ihrer EM-Reiseroute zurück. Gemeinsam mit den fürs Halbfinale qualifizierten Spaniern und Kroaten ging es im Charterflieger direkt in die schwedische Hauptstadt. Aus Spanien kommt indes Kritik am Spielplan.

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