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Sportmix Endspiele auf Top-Niveau
Sport Sportmix Endspiele auf Top-Niveau
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10:00 31.12.2014
Ein fast dreistündiges Endspiel lieferten sich die Russin Marina Melnikova (l.) und Vorjahressiegerin Anna Klasen, die im Vorjahr noch im Halbfinale mit 6:3, 6:4 gewonnen hatte. Quelle: Bruhn
Kiel

Bei den Damen entsprach fast der gesamte Turnierverlauf den Erwartungen, sieht man einmal von dem vorzeitigen Ausscheiden der an „3“ gesetzten Charlotte Klasen (26; TC 1899 BW Berlin) gegen die deutlich hinter ihr gelistete Braunschweigerin Imke Schlünzen und der TVSH-Hoffnung Katharina Holert (43; Wahlstedt) gegen die Großflottbekerin Vivienne Kulicke ab. Klare Fronten setzte über drei Runden jeweils in zwei Sätzen die völlig austrainiert wirkende Russin Melnikova, die erst im Halbfinale von der an „4“ gesetzten 19-jährigen Ukrainerin Anna Shkudun (40A) beim 6:3, 4:6, 6:2 voll gefordert wurde.

 Vorjahressiegerin Anna Klasen (19; BW Halle), tat sich bereits im ersten Durchgang gegen die Qualifikantin Anna B. Janovic (Blankenese; 4:6, 6:1, 6:3) sehr schwer, fand aber ihre Form, um in einer ganz schwachen Vorschlussrunde mit 6:3, 6:3 über die völlig neben sich stehende Braunschweigerin Schlünzen ins Finale einzuziehen. Dann spielte sie wieder bis zum 6:2, 1:0 wie aus einem Guss, um die große Siegchance unerklärlich liegen zu lassen. Melnikova kam ins Spiel und hatte im abschließenden Tie-break (7:4) das Glück der Tüchtigen, zumal Klasen gleich vier Returnfehler fabrizierte. Endresultat nach fast drei Stunden: 2:6, 6:3, 7:6.

 Der erneute Turniersieg von Tim Nekic hingegen war absolut souverän und mehr als verdient. Der wie sein Finalgegner Marvin Netuschil (DTB 27; TC Iserlohn) eine Profi-Karriere anstrebende Bremer (Club zur Vahr) – beide erklärten unisono „wir spielen etwa 20 Turniere pro Jahr. Davon leben? - nein, ohne Sponsoren ginge da gar nichts“ – erreichte ohne Satzverlust erwartungsgemäß das Finale, wobei er auch dem dreimaligen Wellsee-Sieger Stefan Seifert (63; Oldenburger TeV) unter den letzten Vier keine Chance gab (6:2, 7:5). Das Finale bot über gut 95 Minuten bestes Tennis. Athletisch und mit langen schnellen Grundlinienduellen.

Eine endspiel- wenn nicht turniersiegerreife Leistung zeigte übrigens im Viertelfinale der Dorstener Kim Möllers (54) beim richtig unglücklichen 6:2, 3:6, 6:7 (5) gegen Netuschil, was wiederum die Leistung des KHTC- Qualifikanten Thies Greve in der ersten Runde heraus hebt: nur 5:7, 4:6 gegen Möllers in einer ebenfalls tollen Partie.

Landessportwart Björn Kroll (Kaltenkirchen), der ausdrücklich das durchweg hohe Niveau der Veranstaltung lobte , hatte seinen Lichtblick in dem Wahlstedter Leon Schütt (63; an „6“ gesetzt) , der ohne richtig gefordert zu werden ins Halbfinale vorstieß, um dann gegen Netuschil mit 3:6, 3:6 „nur“ gut mitspielen zu können. Im Übrigen bedauerte er, für die Endspiele keine Schiedsrichter zu haben: „Wir haben uns über ein halbes Jahr bemüht – vergeblich.“ Dieses Mal kein Problem: nicht nur die Finalisten sondern auch alle andere Akteure imponierten durch ihre absolute Fairness auch bei kritischen Spielständen.ng