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Sportmix Wir-Gefühl der Bad Boys
Sport Sportmix Wir-Gefühl der Bad Boys
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19:48 13.12.2018
Von Tamo Schwarz
Foto: Bundestrainer Christian Prokop (vorne, Mitte) setzt nach der verkorksten EM in diesem Jahr in Kroatien verstärkt auf den Teamgeist der Bad Boys. Das Team, das in Rostock Polen besiegte, kommt dem WM-Kader schon sehr nah.
Bundestrainer Christian Prokop (vorne, Mitte) setzt nach der verkorksten EM in diesem Jahr in Kroatien verstärkt auf den Teamgeist der Bad Boys. Das Team, das in Rostock Polen besiegte, kommt dem WM-Kader schon sehr nah. Quelle: Sascha Klahn
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Rostock

Mit 18 Akteuren wird Bundestrainer Christian Prokop die noch folgenden Lehrgänge in Barsinghausen (28.-30. Dezember) und Hamburg (2.-6. Januar) sowie die Länderspiele gegen Tschechien in Hannover (4. Januar) sowie gegen Argentinien in Kiel (6. Januar) bestreiten, muss sich anschließend bis zum WM-Eröffnungsspiel auf 16 Spieler für seinen endgültigen Kader festlegen und kündigte in Rostock an: „Wir werden uns nach dem Spiel in Kiel zusammensetzen und mit 16 Spielern in Berlin anreisen.“ Der Plan für die Zeit ab dem 28. Dezember: Reflektieren, Feinschliff, taktische Justierungen.

Der THW Kiel wird aller Voraussicht nach die größte Zahl deutscher WM-Teilnehmer stellen. Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler Andreas Wolff und Steffen Weinhold haben ihr Ticket zum großen Championat sicher. Bei dem 32-jährigen Weinhold, der am Mittwoch in Rostock verletzt ausgeschieden war, diagnostizierte THW-Mannschaftsarzt Dr. Frank Pries am Donnerstag nach einer MRT-Untersuchung des rechten Fußes eine Fußwurzelverrenkung. Der Einsatz im Spiel in Bietigheim am 22. Dezember sei fraglich. Viktor Szilagyi, Sportlicher Leiter des THW, bekräftigte: „Wir werden kein Risiko eingehen.“

Weinhold sieht noch viel Arbeit vor den Bad Boys: „Wir haben einen Plan und glauben dran. In der Abwehr haben wir den weitgehend auch gut umgesetzt. Im Angriff habe ich aber noch zu viele technische Fehler gesehen. In den drei Tagen in Rostock haben wir alles noch einmal intensiviert. Aber bei einer WM werden wir uns auch nach dem ersten Spiel noch weiterentwickeln können, an Feinheiten arbeiten.“

Prokop: "6:0-Deckung ist unsere Versicherung"

Als „Versicherung“ bezeichnet Christian Prokop die 6:0-Deckung der Deutschen, die besonders im zweiten Abschnitt kompromisslos agierte. „Die müssen wir richtig gut performen. Unser Angriff bleibt Hauptaugenmerk, da hatten wir noch zu viele Abstimmungsprobleme“, sagt der 39-jährige, der Heiligabend seinen 40. Geburtstag feiert. Nach dem Ausfall von Julius Kühn (Kreuzbandriss) avancierte Steffen Fäth in Rostock zur neuen alten „Waffe“ (Prokop), zog deutlich an Fabian Böhm (Hannover) vorbei. Der Bundestrainer will eine weitere Formation in der Defensive etablieren, will offensiv „mehr Dampf“ und lässt sich teilweise in die Karten schauen: „Die Spieler, die in Rostock dabei waren, hatten einen kleinen Vorsprung, und den haben sie nicht eingebüßt.“ Bei der letzten Heim-WM 2007 saß Linksaußen Musche noch mit seinem „Papa auf dem Sofa“, hat alle Spiele gesehen, sich später die „Projekt Gold“-DVD zugelegt. Ob dieses Wintermärchen wiederholbar sei? „Alles ist möglich. Aber wir bleiben demütig.“