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Sportmix Kämpfer: „Ich könnte mir in den Hintern beißen“
Sport Sportmix Kämpfer: „Ich könnte mir in den Hintern beißen“
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23:12 29.11.2015
Von Martina Drexler
Oberbürgermeister Ulf Kämpfer: "Mit über 31 Prozent fällt das Ergebnis, so bedauerlich das ist, normal aus." Quelle: Sven Janssen
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In Kiel haben Sie Ihr Wunschergebnis, eine deutliche Mehrheit für Olympia. Und doch platzt jetzt der Traum ...

Ich war mir sicher, dass wir Kieler eine deutlich größere Zustimmung haben als in Hamburg. Aus Kieler Sicht ist das Ergebnis eigentlich sensationell, wenn man sich vor Augen führt, dass es noch nie einen verbindlichen positiven Bürgerentscheid in einer Stadt der Welt für Olympia gab. Ich bin stolz, dass die Kieler und Kielerinnen ihre Segelbegeisterung in Stimmen umgemünzt haben. Dass wir am Negativ-Votum in Hamburg scheitern, da könnte ich mir in den Hintern beißen und bin tief enttäuscht.

Womit erklären Sie sich die Absage in Hamburg?

Ich denke, dass die Finanzierungsfrage und mögliche Kostensteigerungen ähnlich wie bei den Gegnern in Kiel die Befürchtungen haben überwiegen lassen statt die Riesenchancen in den Vordergrund zu rücken. Es handelt sich natürlich in Hamburg um ganz andere Summen. Themen wie Terror, WM 2006 oder die Flüchtlingskrise haben sicherlich auch dazu beigetragen, dass die positive Olympia-Stimmung vom Anfang, als auch in Hamburg Umfragen von einem Positiv-Votum ausgingen, verflogen ist.

Wie geht es in Kiel weiter?

Sicher sind wir jetzt ein paar Tage traurig. Aber wir sollten danach sehen, wie wir mit allen Beteiligten ausloten können, was aus den Plänen für Schilksee in welchem Tempo umgesetzt werden können. Denn auch ohne Olympia können wir uns nicht ausruhen. Vieles aus Schilksee stammt aus den 70er Jahren. Die Kieler Wochen gehen weiter und um Welthauptstadt des Segelns bleiben zu können, müssen wir dort Geld für Modernisierungen und Sanierungen in die Hand nehmen.

In Kiel war die Beteiligung am Bürgerentscheid ausgesprochen niedrig. Wie erklären Sie sich das?

Mit über 31 Prozent fällt das Ergebnis, so bedauerlich das ist, normal aus. 2012 lag die Beteiligung bei der Oberbürgermeisterwahl bei etwas über 32 Prozent. Dazu kam das mieseste Wahlwetter, das ich je in Kiel erlebt habe.

Sind die 1,4 Millionen Euro, die die Stadt die Bewerbung bisher kostete, jetzt verloren?

Nein, das ist eine Investition in Kiels Zukunft als Welthauptstadt des Segelns. Und der tolle Zusammenhalt von Politik und Wirtschaft hat gezeigt, dass wir gemeinsam Kiel einen Schub geben können.

Interview: Martina Drexler

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