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Sportmix Torge Greve: "Kein großes Erdbeben"
Sport Sportmix Torge Greve: "Kein großes Erdbeben"
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08:03 13.08.2019
Von Tamo Schwarz
„Helden des Handballs“ am Sonntag in Köln: Trotz des 21:23 gegen das Königsklassen-Team Aalborg Håndbold hatte VfL-Trainer Torge Greve allen Grund für gute Laune. Quelle: Sascha Klahn
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Köln

Herr Greve, der Dino VfL ist abgestiegen. Wie groß war das Erdbeben im Verein? 

Torge Greve: Das war kein großes Erdbeben. Der VfL ist dem Abstieg drei Jahre lang immer wieder von der Schippe gesprungen, und man weiß nicht, ob es in dieser Saison in der Ersten Liga besser geworden wäre. Vielleicht gab es stattdessen eine Art Erleichterung, dass jetzt ein Schnitt möglich ist, eine Art Aufbruchstimmung.

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Aufbruchstimmung nach einem Abstieg? 

Ja, denn wir können jetzt etwas Neues entwickeln. Das ist eine Riesenchance. Fanclub, Sponsoren – alle sind geblieben, halten uns die Treue. Beim ersten Training zum Start der Vorbereitung waren 600 Zuschauer. Krefeld statt Kiel – das ist zuerst vielleicht nicht leicht zu vermitteln. Natürlich war die Trauer groß, mir ging es auch nicht gut. Aber dann ging es irgendwann auch darum, die Ärmel hochzukrempeln. 

Ihr Geschäftsführer Christoph Schindler hat für den Wiederaufstieg einen Zweijahresplan ausgerufen. Tiefstapelei?

Die Leute sehnen sich nach Erfolg, aber sie – und meine Spieler auch – müssen jetzt die Zweite Liga akzeptieren. Der Sprung von der Ersten zur Zweiten Liga ist riesengroß, aber die Zweite Liga hat auch eine enorme Leistungsdichte. Und wir haben uns gut verstärkt, müssen aber auch acht neue Spieler integrieren.

Mit Filip Ivic aus Kielce und Tin Kontrec aus Zagreb konnten Sie trotz des Abstiegs internationale Neuzugänge verpflichten, ... 

... und auch Alexander Hermann und Janko Bozovic als österreichische Nationalspieler sind keine Unbekannten. Der Sogkraft des Vereins war ich mir selbst vorher auch nicht bewusst.

Haben Sie den Schritt aus Lübeck-Schwartau zum VfL jemals bereut? 

Ich hatte natürlich den klaren Auftrag, die Klasse zu halten. Und mein größter Traum war es, irgendwann einmal als Trainer in der Ostseehalle an der Seitenlinie zu stehen. Für die Familie (Janina und die Söhne Fynn/8 und Emil/1, R. Red.) ist es eine harte Probe, ich bin Janina sehr dankbar dafür, dass sie das alles meistert. Aber bereut habe ich die Entscheidung nie. Der Abstieg ist für meine sportliche Entwicklung kein Rückschritt.

Interview: Tamo Schwarz

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