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THW Kiel THW müht sich zum Sieg in Stuttgart
Sport THW Kiel THW müht sich zum Sieg in Stuttgart
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12:53 22.03.2019
Lukas Nilsson (l) vom THW Kiel setzt sich gegen Manuel Späth (M) vom TVB Stuttgart und Tobias Schimmelbauer (r) vom TVB Stuttgart durch. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Stuttgart

Die Handballer des THW Kiel haben ihren wohl schwersten Brocken im März-Endspurt aus dem Weg geräumt. Mit 30:27 (16:16) besiegten sie den TVB Stuttgart, mussten für die beiden Punkte aber hart kämpfen – vor allem gegen den überragenden Stuttgarter Keeper Johannes Bitter (18 Paraden). Durch den Sieg bleibt der THW in der Tabelle im Gleichschritt mit Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt.

„Highway to Hell“ dröhnte aus den Boxen der Porsche-Arena, als die selbst ernannten „Wild Boys“ in Stuttgart ihr mit 5760 Zuschauern gut gefülltes Wohnzimmer betraten. Eine wilde Partie erlebten dann auch die Zebras. Zuerst, weil es schnell ging: Steffen Weinhold, Rune Dahmke per Gegenstoß, Niclas Ekberg von Rechtsaußen – drei Minuten, drei THW-Tore. Und Stuttgart? Statt höllisch gefährlich präsentierte die Mannschaft von Trainer Jürgen Schweikardt zunächst nicht, eher zittrig nervös im Angriff.

Bitter überragt und nervt die Kieler Schützen

Ihre Rettung stand im Tor: Johannes Bitter, ehemaliger Nationaltorhüter, 36 Jahre alt, Spezialist darin, 100-prozentige Chancen zu vereiteln. Das bekam vor allem Rune Dahmke zu spüren, der zweimal in Folge seinen Meister in Bitter fand. Der THW-Lauf war gestoppt, der TVB fand ins Spiel – vor allem durch David Schmidt, der im rechten Rückraum in Abwesenheit von Robert Markotic (Entzündung im Knie) besonders große Verantwortung schulterte.

Stuttgart fand nun seine Wege durch die Kieler 3:2:1-Abwehr, die durch mangelnde Abstimmung und Aggressivität Löcher offenbarte. Zweimal profitierten die Zebras davon, dass TVB-Trainer Jürgen Schweikardt Max Häfner, den jüngeren Bruder von Nationalspieler Kai, als siebten Mann in den Angriff schickte. Ein Extra-Ansporn für THW-Keeper Niklas Landin, der einmal Dahmke auf die Reise schickte und einmal selbst ins leere Tor traf.

Fünf Minuten Torflaute

Doch wieder stoppte Bitter den möglichen THW-Lauf. Erst einen Siebenmeter von Niclas Ekberg, dann einen Wiencek-Gegenstoß, schließlich den Wurf des frei am Kreis angespielten Zarabec’ parierte er. Fünf Minuten lang fand der THW keinen Weg, den Ball an ihm vorbei ins Tor zu zirkeln – der Grundstein für die erste Zwei-Tore-Führung der Gastgeber (12:10/19.). THW-Trainer Alfred Gislason schickte Nikola Bilyk im linken Rückraum aufs Feld, am Kreis ackerte längst Hendrik Pekeler für den weitgehend abgemeldeten Patrick Wiencek. Bilyk brachte Schwung in den Rückraum, trotzdem blieb zur Pause unterm Strich das 16:16-Unentschieden.

In die zweite Hälfte startete der THW mit seiner 6:0-Abwehrvariante. Daran biss der TVB sich zunächst die Zähne aus. Eine gute Gelegenheit für die Kieler, isch abzusetzen – wenn nicht... richtig, Bitter wieder wie wild pariert hätte. Pekeler, Magnus Landin, Ekberg... „In meiner Statistik hat er 18 Bälle gehalten – und 15 davon waren freie“, sagte Gislason später. Er lachte dabei das Lachen eines glücklichen und letztlich auch verdienten Siegers.

Sichere Schlussphase

Denn Ab der 50. Minute, nachdem Ekberg einen vom Block abgeprallten Duvnjak-Wurf zum 24:21 ins Tor geschlenzt hatte, hatte der THW das Spiel im Griff – auch weil das Zusammenspiel zwischen Andreas Wolff und der stabilisierten Abwehr nun griff. Der TVB hatte sich ausgetobt, der THW den viertel Bundesliga-Sieg in Folge sicher. Und angesichts des Ergebnisses war dann auch alles nicht mehr so wild in Stuttgart.

Flensburg jetzt ein Jahr ohne Niederlage

Die SG Flensburg-Handewitt ist in der Handball-Bundesliga seit nun einem Jahr ohne Niederlage und der nächsten Meisterschaft einen weiteren Schritt näher gekommen. Der Titelverteidiger setzte sich am Donnerstagabend locker mit 31:22 (15:7) gegen die SG BBM Bietigheim durch und bleibt damit ungeschlagener Tabellenführer.

Zuletzt hatte die Mannschaft von Trainer Maik Machulla am 22. März 2018 gegen den SC Magdeburg ein Bundesliga-Spiel verloren. Saisonübergreifend war der Erfolg gegen den Tabellenvorletzten der 32. nacheinander. Bester Werfer der SG war der dänische Weltmeister Rasmus Lauge mit fünf Treffern.

Füchse Berlin verlieren den Anschluss

Die Füchse Berlin verlieren dagegen immer mehr den Anschluss an die Europapokalplätze. Der kriselnde Hauptstadt-Club unterlag in eigener Halle Frisch Auf Göppingen mit 29:33 (15:13). Das Team von Trainer Velimir Petkovic hat damit nun von den vergangenen vier Liga-Partien drei verloren.

Beste Torschützen des Spiels waren Göppingens Nationalspieler Marcel Schiller und Berlins Bjarki Elisson mit je acht Treffern.

Hier haben wir im LIVE-Ticker über die Partie des THW berichtet

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Von Merle Schaack

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