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THW Kiel THW Kiel rückt auf Liga-Platz zwei
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23:00 10.10.2019
Von Merle Schaack
THW Kiel-Akteur Nikola Bilyk setzt sich gegen die Nordhorner Luca de Boer und Julian Possehl durch.  Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

Zum Auftakt ihres einmal mehr eng getakteten Programms mit drei Auswärtsreisen in den kommenden zehn Tagen haben die Handballer des THW Kiel sich vor heimischem Publikum gegen Aufsteiger HSG Nordhorn-Lingen warmgelaufen. 

Beste Torschütze der Kieler war die Schweden Lukas Nilsson und Niclas Ekberg mit mit je sieben Treffern. Für Nordhorn traf Robert Weber 7/3 Mal.

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Das Warmlaufen für den Reise-Marathon geschah bei den Zebras allerdings mit angezogener Handbremse. Die Nordhorner indes spielten, beflügelt vom ersten Saisonsieg gegen Leipzig am Sonntag, vom Start frech auf. Lange Angriffe, aber auf flinken Beinen lautete ihr Erfolgsrezept. Robert Weber und Co. fanden immer wieder Lücken in der offensiven Kieler 6:0-Abwehr, lagen beim 4:2 (6.) mit zwei Toren vorn. 

Zäher Start

Zu diesem Zeitpunkt deutete sich schon an, was sich beim THW Kiel wie ein roter Faden durch die erste Halbzeit ziehen sollte: Harald Reinkind, durch Steffen Weinholds Verletzung (Fuß) Alleinunterhalter im rechten Rückraum, startete schwach. Nach drei Fehlwürfen machte er erst in der Abwehr, wenig später auch im Angriff vorübergehend Platz für Rechtshänder Nikola Bilyk. Auch Torwart Dario Quenstedt zog im Vergleich mit seinem Nordhorner Gegenüber Bart Ravensbergen zunächst den Kürzeren.

Im Angriff lebten die Kieler von Einzelaktionen von Lukas Nilsson und Bilyk. Und von den Siebenmetern von Niclas Ekberg. Per Strafwurf erzielte der Schwede nach 13 Minuten die erste Kieler Führung zum 6:5. Für einen Zwischenspurt zu einem kleinen Polster fehlte dem THW Kiel aber der letzte Biss. Immer wieder kam die HSG Nordhorn-Lingen bis auf sieben Meter an den Kieler Kreis - oder über die Flügelzange Weber/Mickal zu schnellen Toren.

Nach der ersten Zwei-Tore-Führung des THW Kiel (13:11/26.) kamen die Niedersachsen nach einem Bilyk-Stürmerfoul und einem falsch eingeschätzten Gegenstoß-Pass auf HSG-Rechtsaußen Weber wieder zum Ausgleich. Mehr als den knappen 14:13-Vorsprung der Zebras zur Pause hatten sie sich nicht verdient.

Nach Wiederanpfiff fand vor allem Harald Reinkind den Schalter, den die Kieler umlegen mussten. Mit drei schnellen Toren und einem Steal in der Abwehr in Folge war er maßgeblich am Zwischenspurt zum 19:15 (38.) beteiligt. 

Auch die THW-Abwehr hatte nun die nötige Aggressivität, provozierte zunehmend Fehler in der HSG-Offensive und machte den Weg frei für einfache Gegenstoß-Tore. Nachdem Patrick Wiencek per Konter das 22:26 (41.) erzielt hatte, nahm Gäste-Trainer Geir Sveinsson seine zweite Auszeit.

Kaum Zeit zum Durchatmen

Die Vorzeichen umkehren konnte er damit nicht mehr. Zu gut spielten die Kieler ihre individuelle Klasse aus - auch wenn sie sich nach wie vor einige Schnitzer im Angriff leisteten. THW-Trainer Filip Jicha ließ seine Spieler weiter rotieren, schonte allerdings Niklas Landin, Magnus Landin und Niclas Ekberg (bis auf Siebenmeter-Einsätze) für die kommenden Aufgaben. 

Denn schon in weniger als 48 Stunden muss der THW Kiel in der Champions League in Skopje ran (Sonnabend, 17.30 Uhr). Bereits am Freitagvormittag machen sich die Zebras auf den Weg in die Stadt des amtierenden Champions-League-Siegers. In der kommenden Woche stehen die Spiele in Wetzlar (Donnerstag) und Montpellier (Sonnabend) auf dem Programm. 

Die Statistik

THW Kiel: Quenstedt (1.-60. Minute/7 Paraden), N. Landin n.e. – Duvnjak, Reinkind 5, M. Landin n.e., Kristjánsson, Wiencek 3, Ekberg 7/7, Rahmel 1, Dahmke 1, Zarabec, Horak, Bilyk 4, Pekeler 2, Nilsson 7.

HSG Nordhorn-Lingen: Ravensbergen (1.-30. und ab 43. Minute/7 Paraden), Buhrmester (bei einem 7m und 31.-43./0) – Verjans n.e., Heiny, Leenders, Weber 7/3, Mickal 2, Terwolbeck, de Boer 5, Zare n.e., Prakapenia 1, Smit n.e., Seidel 1, Possehl 3, Pöhle 4, Kalafut.

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In dieser Saison muss man lange suchen, um ein Spiel des THW Kiel zu finden, in dem Nikola Bilyk nicht zu den Top-Torschützen zählte. Der junge Österreicher macht in seiner vierten Zebra-Saison den nächsten Entwicklungsschritt. "Ich habe gelernt, dass man Fehler schnell abhaken muss", sagt er.

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