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32:28 gegen DHfK Leipzig: THW Kiel trotzt dem Fehlerteufel

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18:54 28.11.2021
Von Tamo Schwarz
Niclas Ekberg (Mitte), der in dieser Szene von Sime Ivic (links) und Lucas Krzikalla bedrängt wird, war mit acht Toren erfolgreichster Werfer des THW Kiel.
Niclas Ekberg (Mitte), der in dieser Szene von Sime Ivic (links) und Lucas Krzikalla bedrängt wird, war mit acht Toren erfolgreichster Werfer des THW Kiel. Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

Der THW Kiel bleibt in der Handball-Bundesliga Verfolger Nummer eins von Spitzenreiter SC Magdeburg. Am Sonntagnachmittag besiegten die Zebras in der Wunderino-Arena den SC DHfK Leipzig mit 32:28 (13:11).

Sachsen zu Gast in Schleswig-Holstein, die Deutsche Hochschule für Körperkultur aus Leipzig versucht ihr Glück beim deutschen Rekordmeister THW Kiel. Während DHfK aufgrund der hohen Inzidenzen im Freistaat (mindestens) das nächste Heimspiel vor einer Geisterkulisse wird absolvieren müssen, ist die Kieler Wunderino-Arena – im Rahmen des 2G-Reglements – pickepacke voll. Allerdings bleiben einige hundert der an diesem Tag 9000 verkauften blauen Klappsitze frei. 2G – das reicht nicht jedem.

Dahmke und Ehrig verlängern bis 2024

Die, die nicht da sind, verpassen nicht nur das Geschenk an die Fans zum ersten Advent, dass Linksaußen Rune Dahmke und Rechtsaußen Sven Ehrig ihre Verträge bis 2024 verlängert haben. Ihnen bleibt auch eine von vielen Fehlern auf beiden Seiten geprägte erste Halbzeit erspart. Stürmerfouls, Abspielfehler, Missverständnisse – bei den Leipzigern hat Rückraumspieler Lovro Jotic einen gebrauchten Tag, muss irgendwann dem gewitzten Ex-Kieler Oskar Sunnefeldt weichen (18.). Auf der anderen Seite trifft der frisch verlängerte Dahmke erst im dritten Anlauf, findet Geburtstagskind Nikola Bilyk (25) irgendwie keine Bindung.

Das Kieler Positionsspiel lebt von Einzelaktionen, hat in Miha Zarabec und Sander Sagosen seine Schaltzentren. Defensiv sind Torwart Niklas Landin und die offensive 3:2:1-Deckung – zunächst mit Magnus Landin, dann mit dem genesenen Domagoj Duvnjak – ein Pfund, mit dem sich bis zum 11:7 (19.) wuchern lässt. Danach: Harald Reinkind drüber (23.), Bilyk vorbei (23.), Niclas Ekberg (27.) und Reinkind (28.) scheitern an Kristian Sæverås im Leipziger Tor, Sunnefeldt trumpft weiter mutig auf, und man fragt sich, warum der THW zur Pause „nur“ mit 13:11 in Führung liegt.

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Fragt sich THW-Cheftrainer Filip Jicha vermutlich auch. Prompt zieht der Gastgeber nach Wiederanpfiff das Tempo an, setzt mit einem 5:0-Lauf vom 15:13 (34.) zum 20:13 (38.) innerhalb von nur fünf Minuten einen empfindlichen „Knackpunkt“ (DHfK-Nationalspieler Simon Ernst), von dem sich die Grün-Weißen nie mehr ganz erholen werden. Nichtsdestotrotz wird’s beim genervten Jicha in der Auszeit noch einmal laut, nachdem der Vorsprung auf 24:21 geschmolzen ist (47.). „Wir halten die Leipziger mit technischen Fehlern bei Laune, machen insgesamt zehn davon, was für unser Spiel enorm viel ist“, wird der Tscheche später resümieren. Daraus müsse man lernen, ergänzt Spielmacher Miha Zarabec.

Die Leipziger kämpfen unermüdlich weiter, gehen weite Wege, spielen lange Kreuzungen und finden immer wieder den Weg an den Kreis und zu den Außen. SC-Trainer André Haber freut’s, dass es „kein hässlicher Nachmittag wird, uns das Spiel nicht komplett entgleitet“. Haber hadert allerdings damit, „die Chance, die uns der THW geboten hat“, nicht genutzt zu haben. Statt eines hässlichen Nachmittags wird es noch einer für die Galerie. Denn die, deren blaue Sitze verwaist bleiben, verpassen noch einen schönen, von Gregor Remke veredelten Kempa-Trick (31:27/59.), verpassen Miha Zarabec’ No-Look-Pass auf Patrick Wiencek (32:27/60.).

THW Kiel – DHfK Leipzig 32:28 (13:11)

THW Kiel: N. Landin (1.-60. Minute/15 Paraden), Quenstedt (n.e.) – Ehrig n.e., Duvnjak, Sagosen 5, Reinkind 5, M. Landin 2, Weinhold 3, Wiencek 4, Ekberg 8/4, Ciudad n.e., Dahmke 1, Zarabec 2, Horak, Bilyk, Pekeler 2.

Leipzig: Sæverås (1.-42./6), Birlehm (ab 42./ 3/1) – Wiesmach n.e., Ernst 1, Witzke, Krzikalla 5/1, Binder 5, Mamic 2, Jotic 1, Ivic 4, Remke 2, Sunnefeldt 5, Milosevic 3, Esche, n.e. Hanemann.

Schiedsrichter: R. Thiyagarajah/S. Thiyagarajah (Gummersbach) – Strafminuten: THW 10 (Weinhold, Duvnjak, Wiencek, Horak, Sagosen), DHfK 10 (Ivic, 3x Ernst, Sunnefeldt) – Disqualifikation (3x2): Ernst (DHfK/56.) – Siebenmeter: THW 5/4 (Ekberg scheitert an Birlehm), DHfK 1/1 – Spielfilm: 0:1, 4:2 (8.), 7:5, 11:7 (19.), 13:9, 13:11 – 15:12, 20:13 (38.), 23:16, 24:21 (47.), 26:22, 30:24 (56.), 32:28 – Zuschauer: 9000 in der Wunderino-Arena in Kiel.

Was bleibt, sind zwei Punkte für den THW Kiel. Und eine lange Heimfahrt für die Sachsen, die nun erst einmal als einzige Mannschaft vor einer leeren Halle antreten müssen. „Das ist schon ein Nachteil“, sagt Simon Ernst. „Hoffentlich dauert es nicht allzu lange.“ Und spricht damit allen Handball-Fans aus der Seele.

Merle Schaack 28.11.2021
Merle Schaack 26.11.2021
Tamo Schwarz 25.11.2021