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THW Kiel THW Kiel entzaubert MT Melsungen
Sport THW Kiel THW Kiel entzaubert MT Melsungen
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23:45 31.10.2019
Von Merle Schaack
Die THW-Abwehr macht dicht: Die Zebras besiegten am Donnerstag die MT Melsungen in der Bundesliga. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Es war wettbewerbsübergreifend der zehnte Sieg des THW Kiel in Serie und das zwölfte Spiel ohne Niederlage. Bester Schütze bei den Zebras war Niclas Ekberg mit 10/6 Toren. Für die MT Melsungen traf Michael Allendorf 9/5-mal.

Mit einem etwas zähen Start nach der Nationalmannschaftspause hatte THW-Trainer Filip Jicha beim Duell seiner Zebras mit der MT Melsungen gerechnet. Doch der THW Kiel war mit dem Anpfiff hellwach. Sofort schnappte Torwart Niklas Landin sich einen freien Wurf von MT-Kreisläufer Marino Maric, eine Minute später einen von Ex-Zebra Tobias Reichmann - nach drei Minuten führte der THW Kiel im Spitzenspiel mit 3:0. 

Zarabec musste auf die Strafbank

Dann allerdings wurde der durchstartende THW-Express jäh gestoppt. Nach einer zeitstrafenwürdigen Abwehr-Aktion gegen Julius Kühn zeigten die Schiedsrichter Lars Geipel und Marcus Helbig THW-Kapitän Domagoj Duvnjak direkt die Rote Karte (4.). Kopfschütteln bei den Kieler Spielern, Aufregung bei den Fans, die Kühn anschließend bei jedem Ballkontakt auspfiffen. 

Die auf den wurfgewaltigen MT-Rückraum mit Julius Kühn und Kai häfner ausgerichtete 3:2:1-Abwehr des THW Kiel, war ihrer Spitze beraubt - und musste eine Minute später mit noch einem Mann weniger auskommen: Miha Zarabec versuchte im Zurücklaufen ein Stürmerfoul gegen Finn Lemke zu provozieren. 1,78 Meter Kieler trafen auf 2,10 Meter Melsunger - und Zarabec musste auf die Strafbank.

Die Gäste holten Tor um Tor auf

Während die Kieler mit den Schiedsrichtern haderten, holten die Gäste Tor um Tor auf. Beim 5:5 traf Michael Allendorf in Überzahl ins leere THW-Tor (10.), ehe Häfner mit einem Rückraum-Kempa zum 6:5 Melsungen erstmals in Front warf. 

Doch der THW Kiel fand den Fokus wieder, stellte auf die 6:0-Abwehr um. Und auch so blieb der Melsunger Rückraum ohne echte Durchschlagskraft. Angepeitscht vom aufgebrachten Publikum räumte die Zebra-Deckung ab, was möglich war – und auch Niklas Landin zerrte mit zehn Paraden in der ersten Hälfte an den Melsunger Nerven. Nach einem gehaltenen Wurf von Stefan Salger schickte er Patrick Wiencek auf die Gegenstoß-Reise und die Zebras lagen wieder mit 12:10 in Front. 

Drei Minuten vor der Pause die Initialzündung

Drei Minuten vor der Pause gab der Torwart mit einer Parade gegen Michael Allendorf dann auch die Initialzündung für einen weiteren THW-Turbo: Erst traf Niclas Ekberg von Rechtsaußen mit einem sehenswerten Dreher zum 17:13, anschließend erhöhte Magnus Landin nach eigenem Steal in der Abwehr weiter. Wieder bekam Niklas Landin die Finger an den Ball - nach Wienceks 19:13 riss es die Kieler Fans von den Sitzen. 

Und Melsungen? Angesichts des 14:20-Rückstands seiner Truppe saß MT-Trainer Heiko Grimm nach dem Pausenpfiff kopfschüttelnd auf der Bank.

Innerhalb von zehn Minuten zehn Tore Vorsprung

Viele Änderungen nahm er in der Pause dennoch nicht vor. Lediglich Torwart Nebosja Simic (5 Paraden) musste seinen Platz für Johan Sjöstrand räumen. Domagoj Pavlovic kam für den glücklosen Julius Kühn, konnte aber keine Akzente setzen.

Der THW Kiel zeigte sich unbeeindruckt, kam konzentriert aus der Kabine und hatte innerhalb von zehn Minuten auf zehn Tore Vorsprung erhöht (26:16, 39.). Erinnerungen an den 17-Tore-Sieg aus der Vorsaison wurden wach, als Melsungen mit einer ähnlich schwachen Vorstellung in Kiel untergegangen war. 

Jetzt an der SG Flensburg-Handewitt vorbei

Ganz so weit kam es nicht - auch wenn Niklas Landin (18 Paraden!) mit Hochdruck daran arbeitete. Doch die Botschaft war klar: „Hier regiert der THW“ - das sangen auch die Kieler Fans zehn Minuten vor Schluss angesichts des 35:21-Vorsprungs. 

Durch den Sieg schob der THW Kiel sich in der Tabelle an der MT Melsungen und der SG Flensburg-Handewitt vorbei auf Platz zwei hinter Spitzenreiter TSV Hannover-Burgdorf.

Die Statistik

THW Kiel: N. Landin (1.-60. Minute/18 Paraden), Quenstedt (bei zwei 7m/0) – Duvnjak, Reinkind 6, M. Landin 5, Kristjánsson 1, Wiencek 5, Ekberg 10/6, Rahmel 1, Dahmke n.e., Zarabec 1, Horak, Bilyk 4, Pekeler 5, Nilsson.

MT Melsungen: Simic (1.-30. Minute/5 Paraden), Sjöstrand (ab 31./5) – Maric, Kühn 2, Lemke 4, Reichmann 2, Ignatow, Kunkel 1, Mikkelsen 1, Danner, Schneider, Allendorf 9/5, Sidorowicz n.e., Häfner 5, Salger 2, Pavlovic.

Schiedsrichter: Geipel/Helbig (Teutschenthal/Landsberg) – Strafminuten: THW 6 (Zarabec, Bilyk, Horak), MT 12 (Häfner, Salger, Salger, Kühn, Schneider, Danner) – Disqualifikation: Duvnjak (5./Foul) – Siebenmeter: THW 6/6, MT 6/5 (Allendorf an die Latte) – Spielfilm: 3:0, 5:2 (6.), 5:6, 8:8 (14.), 10:10, 15:11 (22.), 16:13, 20:14 – 24:15 (36.), 27:17, 29:18 (42.), 33:20, 36:21 (54.), 38:26 – Zuschauer: 10285 in der ausverkauften Kieler Sparkassen-Arena.

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