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THW Kiel THW will die SG ins Grübeln bringen
Sport THW Kiel THW will die SG ins Grübeln bringen
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21:04 10.05.2019
Vom THW Kiel gejagt: Flensburg und Johannes Golla (Mitte) marschieren fast ohne Fehltritt durch die Liga. Der THW Kiel um Andreas Wolff und Patrick Wiencek (re.) will das am Sonntag ändern. Quelle: Sascha Klahn
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Kiel/Flensburg

Nichts überlässt der THW Kiel dem Zufall: Am Freitagmittag hob der Flieger mit dem Kieler Tross in Frankfurt am Main ab. Ausschlafen statt kraftraubender Busfahrt in die Nacht hinein. Wieder daheim, ging es in Altenholz direkt ins Nachmittagstraining. „Ohne den Sieg in Wetzlar (27:23, d. Red.) wäre es jetzt nicht mehr spannend. Aber wir brauchen unbedingt eine bessere Wurfquote“, sagte Kapitän Domagoj Duvnjak vor dem Abflug. Der Kroate freut sich riesig auf „die Mutter aller Derbys“.

Irgendwie sind die Karten neu gemischt. Jetzt kommt es drauf an, wer am Sonntag die besseren Trümpfe hat – und vor allem auch danach cool bleibt. Die Arithmetik der Meisterschaftsfrage ist für THW-Linksaußen Rune Dahmke, der in Wetzlar stark auftrumpfte, eindeutig: „Wenn wir verlieren oder nur unentschieden spielen, dann war es das. Aber wenn wir gewinnen, bringen wir Flensburg ins Grübeln.“

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Mehr als nur ein bisschen Druck

Dem schließt sich sein Trainer Alfred Gislason an: „Wenn wir nicht gewinnen, ist Flensburg durch. Durch den Sieg in Wetzlar sind wir aber jetzt in der Situation, die wir wollten.“ In Wetzlar zog der THW seinen Kopf nach dem 23:23 (54.) noch aus der Schlinge, ließ bis zum Schlusspfiff kein Gegentor mehr zu.

„Es war eindrucksvoll, wie die Mannschaft da reagiert hat oder auch Alfred mit der ein oder anderen Umstellung“, sagte Kiels Sportlicher Leiter Viktor Szilagyi. Die Situation sei „mental nicht einfach“ gewesen. „Denn es wird seit Wochen nur über das Nordderby gesprochen. Wir haben jetzt mehr als nur ein bisschen Druck aufgebaut. Und wenn wir am Ende mit sechs Minuspunkten nicht deutscher Meister werden, sind wir die ersten, die der SG gratulieren. Dann muss man das neidlos anerkennen.“

Gelassenheit in Flensburg

Beim Gejagten in Flensburg herrschte gestern große Gelassenheit. Das Spiel der Kieler in Wetzlar hatte Trainer Maik Machulla sich noch gar nicht angesehen. Einzig eine SMS von seinem Co-Trainer Mark Bult mit dem Inhalt „Es bleibt, wie es ist“, hatte den 42-jährigen Meistertrainer der Vorsaison erreicht.

Stattdessen hatte sich Machulla mit älteren Spielen des THW Kiel beschäftigt. Erst nach dem Vormittagstraining wollte er sich dem aktuellsten Zebra-Auftritt widmen. Bloß nicht vom bewährten Erfolgsrezept abweichen, lautet die Flensburger Devise. Überraschungen erwartet Machulla ohnehin nicht. „Wir kennen uns ja alle gut. Ich könnte Alfred wahrscheinlich nur überraschen, wenn ich Johannes Golla (Kreisläufer, d. Red.) in den linken Rückraum stellen würde – aber das würde keinen Sinn machen.“

Machulla: Für uns ändert sich nichts

Auch die beiden deutlichen Niederlagen gegen im Champions-League-Viertelfinale gegen Veszprém (22:28 und 25:29) lassen in Flensburg keine Unruhe aufkommen. „Die wichtigste Erkenntnis daraus ist die, dass Dinge nicht funktionieren, wenn wir uns nicht an unseren Plan halten, sondern eigene Ideen entwickeln“, sagt Machulla. „In Kiel wäre das tödlich.“

Glückwünsche zur Titelverteidigung würde Machulla aber auch nach einem Sieg am Sonntag noch nicht annehmen. „Egal, wie es ausgeht – für uns ändert sich nichts“, sagt er. Trotzdem wächst die Vorfreude auf ein Derby in einer „besonderen Konstellation“. „Dass wir mit nur zwei Minuspunkten zu diesem Zeitpunkt der Saison noch nicht davon ausgehen können, Meister zu werden, zeigt, welches Niveau die beiden Mannschaften haben.“

Von Tamo Schwarz und Merle Schaack

Von KN-online

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