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THW Kiel Liga-Schlusslicht gastiert beim THW Kiel
Sport THW Kiel Liga-Schlusslicht gastiert beim THW Kiel
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19:54 26.03.2019
Von Tamo Schwarz
Ludwigshafens Trainer Ben Matschke nimmt sich in der Auszeitseine Mannschaft zur Brust Quelle: Hartmut Boesener
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Kiel

Der Abstiegskampf in der Handball-Bundesliga verspricht, ein echter Hitchcock-Thriller zu werden. Drei Mannschaften, zwei Schleudersitze in die Niederung Zweite Bundesliga. Wen wird es am Ende treffen? Die Eulen Ludwigshafen, die in der Vorsaison das Eulen-Wunder perfekt machten und am Donnerstag (19 Uhr, Sparkassen-Arena) beim THW Kiel gastieren? Die SG BBM Bietigheim, die sich auf den letzten Metern noch weltmeisterliche Hilfe sicherten? Oder sogar das noch nie abgestiegene Bundesliga-Gründungsmitglied VfL Gummersbach?

Eulen Ludwigshafen:

Mitten im Abstiegsstrudel sagt Ben Matschke, 36-jähriger Trainer der Eulen, einen bemerkenswerten Satz: „Worauf es ankommt? Die Freude, etwas zu erreichen, wird größer sein als die Angst, etwas zu verlieren.“ Mit 7:43 Punkten steht seine Mannschaft am Tabellenende – der jüngste Kader, mit unter zwei Millionen Euro zudem der niedrigste Etat der Liga. Trotzdem gelang den Eulen schon in der Vorsaison der Sensations-Coup Klassenerhalt am letzten Spieltag durch einen Sieg gegen den HC Erlangen. Neue Saison, gleicher Kampf. In der Hinrunde bremste ungeahntes Verletzungspech die Ludwigshafener aus. Hinzu kommen bis dato drei Remis und drei Ein-Tor-Niederlagen auf der Unglücksseite. Am Sonnabend setzte der Inhaber der Roten Laterne allerdings ein Ausrufezeichen: 20:19 gegen den TBV Lemgo durch ein Last-Minute-Tor von David Spiler.

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SG BBM Bietigheim:

„Ich bin kein Heilsbringer“, sagt Michael Kraus, 35 Jahre alt, 128-maliger Nationalspieler, Weltmeister von 2007. Genau, der „Mimi“ Kraus, der im Februar überraschend vom TVB Stuttgart zur abstiegsbedrohten SG BBM Bietigheim wechselte und gleich in seinem ersten Spiel die Eulen Ludwigshafen mit zehn Toren abschoss (27:18). Kraus ist Hoffnungsträger Nummer eins bei dem Aufsteiger, den nur ein Pünktchen vom rettenden Ufer trennt – und der am letzten Spieltag den direkten Konkurrenten VfL Gummersbach empfängt.

VfL Gummersbach:

Noch ein Personalwechsel: Seit drei Wochen sitzt der Kieler Torge Greve (43), bekannt als Spieler und Trainer des TSV Altenholz, beim VfL Gummersbach am Ruder. Noch erzielte der Trainerwechsel – Greve kam vom VfL Lübeck-Schwartau und ersetzte Denis Bahtijarevic – nicht die erhoffte Wirkung. Aus den letzten acht Partien, davon die vergangenen beiden mit Greve, steht nur ein Punktgewinn auf der Habenseite, die Mannschaft des Bundesliga-Gründungsmitgliedes ist bis ins Mark verunsichert. „Der Mannschaft ist vieles vom Saisonbeginn verloren gegangen. In erster Linie ist das eine Sache im Kopf“, sagt Greve. Man könne „keine Wunderdinge“ erwarten, und dennoch gibt sich der Erstliga-Neuling entspannt, analytisch, sieht zwischen seinen ersten Einsätzen gegen Minden (20:25) und den Bergischen HC (22:29) „einen Fortschritt“ bei seinen Spielern. Ausgerechnet jetzt kommen mit den Partien gegen die Rhein-Neckar Löwen und bei der SG Flenburg-Handewitt zwei, so Greve, „fast unlösbare Aufgaben, die wir nutzen wollen, um die Abläufe zu verfestigen“. Greve hat recht, wenn er sagt: „Für uns ist sicher der gefühlte Druck am größten.“

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