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THW Kiel THW Kiel: Nervenspiel gegen Hannover
Sport THW Kiel THW Kiel: Nervenspiel gegen Hannover
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16:50 27.03.2016
Von Niklas Schomburg
Domagoj Duvnjak war in Hannover zweitbester Werfer für den THW Kiel. Quelle: Uwe Paesler (Archiv)
Hannover

Der THW Kiel kam in der ausverkauften Tui-Arena nur sehr schleppend in seine erste Bundesligapartie seit einem Monat. Die ersten beiden Angriffe endeten für die Zebras im Zeitspiel, es fehlte zunächst an Geschwindigkeit, Bewegung und Inspiration in der Offensive. Ganz anders Hannover: Angeführt von Mait Patrail, den sie in der niedersächsischen Landeshauptstadt den „Kompletten“ nennen, Este mit THW-Vergangenheit, schlugen die Recken ihren Nutzen aus den Schwierigkeiten des Rekordmeisters. Weil auch Martin Ziemer im Hannoveraner Tor einen sehr guten Tag erwischte, in den ersten zehn Minuten sechs starke Paraden zeigte, führten die Hausherren nach neun Minuten mit 4:1.

Die Kieler versuchten über Einzelaktionen, den Zugang zum Spiel zu finden, Christian Dissinger wirkte ab der zehnten Minute mit, traf aus dem Rückraum, Ilija Brozovic setzte sich wuchtig am Kreis durch, die Zebras verkürzten schnell wieder auf ein Tor. Doch es fehlte die Lockerheit, während Hannover über den nicht immer fair arbeitenden Joakim Hykkerud am Kreis und Linksaußen Lars Lehnhoff immer wieder zum Erfolg kam, tat sich der THW schwer, machte kaum einfache Tore.

Der Spielverlauf erinnerte an die letzten Aufeinandertreffen mit Hannover, wie etwa im Hinspiel in der Kieler Sparkassen-Arena. Die Recken hielten ihre Führung während der gesamten ersten Hälfte zwischen zwei und vier Toren und gestatteten den phasenweise lethargisch wirkenden Zebras keine echte Aufholjagd. Doch die Kieler wurden langsam, aber stetig besser. Vier Dissinger-Tore und eine aggressivere Deckung brachten Hannover in den letzten fünf Minuten vor der Pause aus dem Konzept, der THW Kiel kam zum ersten Ausgleich seit dem 1:1, mit 14:14 ging es in die Kabine.

Offener Schlagabtausch in Hälfte 2

Die zweite Halbzeit begann als offener Schlagabtausch. Der THW Kiel war nun da, zeigte aber immer noch nicht sein gewohntes Spiel. Niklas Landin avancierte in den ersten Minuten nach der Pause zum Siebenmeter-Killer, entschärfte zunächst Karasons Versuch und lenkte nur eine Minute später Lehnhoffs Wurf an die Latte. Das schien die Zebras endlich aufgeweckt zu haben, mit einem Zwischenspurt gingen die Gäste erstmals in Führung (18:17/38.) und legten gleich nach: Rune Dahmke traf per Tempogegenstoß zum 19:17.

Die offensive Deckung der Kieler funktionierte nun, endlich hatte der THW Kiel Zugriff auf die geduldig spielenden Hannoveraner. Doch die Gastgeber ließen sich nicht abschütteln, kamen immer wieder zum Ausgleich, das Spiel wogte hin und her. Es war ein hartes Stück Arbeit für die Zebras, Hannover blieb vor allem über die Achse Patrail-Hykkerud gefährlich, während der THW vor allem in Person von Domagoj Duvnjak sein Glück in Rückraumaktionen suchte.

Die 9900 Zuschauer feierten jeden Treffer ihres Teams frenetisch, auch die mitgereisten rund 300 Kieler Fans peitschten ihr Team nach vorn. Die letzte Viertelstunde der Partie wurde zum Nervenspiel – und dem THW versagten diese. Hannover hingegen zog durch, traf kontinuierlich über den immer stärker werdenden Sven-Sören Christophersen, im Tempogegenstoß durch den Youngster Timo Kastening und vernagelte durch Ziemer den eigenen Kasten. THW-Trainer Alfred Gislason versuchte mit seiner letzten Auszeit acht Minuten vor Schluss nochmal, das Ruder herumzureißen, zu diesem Zeitpunkt führte Hannover bereits mit 25:21.

Die Kieler warfen nochmal alles rein, kämpften sich sogar zurück, dreieinhalb Minuten vor dem Ende stand ein Remis auf der Anzeigetafel. Die letzten Minuten entwickelten sich zum echten Drama, Hannover brach nicht ein, wie es noch im Hinspiel der Fall gewesen war, der THW stemmte sich dagegen. Noch einmal führte Hannover mit zwei Toren, noch einmal glich Kiel aus. Acht Sekunden vor dem Ende waren die Gastgeber ein letztes Mal in Ballbesitz und hatten die Chance auf den Sieg. Doch Landin vereitelte die THW-Niederlage mit Parade Nummer 20, im Gegenstoß von Brozovic lief die Zeit ab. Ein echtes Drama endete unentschieden, für den THW ein Rückschlag im Kampf um die deutsche Meisterschaft.

Nach dem Triumph über Pick Szeged steigt der THW Kiel beim TSV Hannover-Burgdorf wieder ins Titelrennen um die Handball-Meisterschaft ein. Das Oster-Spektakel (15 Uhr) wurde wegen der großen Nachfrage von den Hannoveraner „Recken“ von der Swiss-Life-Hall in die 10000 Zuschauer fassende Tui-Arena auf dem Expo-Gelände verlegt.

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