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THW Kiel Das erwartet den THW Kiel in der Champions League
Sport THW Kiel Das erwartet den THW Kiel in der Champions League
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15:13 14.09.2019
Von Merle Schaack
Kampf um jeden Zentimeter: Zuletzt trafen die Kieler um Patrick Wiencek (v.li.), Sebastian Firnhaber und Nikola Bilyk im Februar 2018 auf Alex Dujshebaev und PGE Vive Kielce. Seit März 2011 gelang den Zebras kein Sieg mehr gegen die Polen. Quelle: Uwe Paesler (Archiv)
Kiel

Der Auftakt nach einer Saison des THW Kiel im EHF-Cup hat es in sich. Mit Kielce kommt am Sonntag (19 Uhr) ein Schwergewicht des Welthandballs an die Förde. Lampenfieber beim THW Kiel? Fehlanzeige. „Das ist die Bühne, auf der wir uns präsentieren wollen. Da gehört der THW Kiel hin. Wir wollen uns mit den besten Mannschaften messen“, sagt THW-Trainer Filip Jicha vor dem Start in die Champions-League-Saison.

Die THW-Vorbereitung:

Gerade einmal 72 Stunden liegen zwischen dem Derby-Sieg des THW Kiel gegen die SG Flensburg-Handewitt und der Rückkehr in die Königsklasse. Am Freitag gönnte Filip Jicha seinen Schützlingen ein lockeres Auslaufen. Der Sonnabend steht ganz im Zeichen der Vorbereitung auf Kielce.

Der Auftaktgegner:

Achtmal in Folge wurde PGE Vive Kielce zuletzt polnischer Meister. Als Dauergast in der Champions League hat die Mannschaft von Trainer Talant Dujshebaev in diesem Wettbewerb, den sie 2016 gewann, große Ambitionen. Im Vorjahr belegte sie nach einer Halbfinal-Niederlage gegen Veszprem beim Final Four in Köln den vierten Platz.

Wiedersehen mit Andreas Wolff

Im Sommer folgte ein großer Umbruch. Sechs Spieler verließen den Verein, darunter beide Torhüter sowie Spielmacher Luka Cindric, der nun in Barcelona die Fäden zieht. Neun Spieler stießen neu dazu. Als Mittelmann kam Igor Karacic vom Champions-League-Sieger Vardar Skopje. Die Lücke im Tor schlossen Mateusz Kornecki und mit Andreas Wolff ein alter Bekannter der Kieler. Den 28-jährigen deutschen Nationaltorwart, der im Sommer nach drei Jahren beim THW Kiel nach Kielce wechselte, ernannte Dujshebaev sogleich zum Kapitän. „So wie ich Andi kenne, wird er bei seiner Rückkehr nach Kiel unfassbar heiß sein“, sagt Jicha, der Kielce trotz des personellen Umbruchs als „abgezockte Spitzenmannschaft“ beschreibt.

Dreh- und Angelpunkt des Spiels ist Kreisläufer Julen Aguinagalde. Mit seinen 110 Kilogramm verteilt auf 1,95 Meter Körpergröße verschafft der Spanier sich und seinen Mitspielern wichtige Räume. „Er und die Trainer-Söhne können Spiele im Alleingang entscheiden“, sagt Jicha und meint die Rückraumspieler Alex und Daniel Dujshebaev. Letzterer befindet sich allerdings noch in der Aufbauphase nach einem Kreuzbandriss.

Die THW-Gruppe:

Die hat es in sich. Kielce, Vardar Skopje und Telekom Veszprem – das sind drei der vier Final-Four-Teilnehmer der Vorsaison. Mit Montpellier HB aus Frankreich ist auch noch der Titelträger der Saison 2017/18 dabei. Meshkov Brest (Weißrussland), Motor Zaporozhye (Ukraine) und der FC Porto aus Portugal komplettieren die Gruppe B und bescheren den Kielern einige strapaziöse Reisen durch Europa. „Unsere Gruppe ist unfassbar stark“, sagt Jicha. „Wir freuen uns, dass wir endlich wieder in der Champions League starten dürfen und haben das langweiligste Motto der Welt: den Spielplan Spiel für Spiel abarbeiten.“

Modus: 

Vor der Reduzierung auf 16 Teilnehmer im kommenden Sommer nehmen letztmals 28 Teams an der Champions League teil. In den Gruppen A mit dem deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt, dem FC Barcelona und Paris St. Germain und der THW-Gruppe B spielen jeweils acht Mannschaften. Die beiden Gruppensieger qualifizieren sich direkt für das Viertelfinale, die jeweils Zweit- bis Sechstplatzierten erreichen das Achtelfinale. Die restlichen zwei Plätze in der K.o.-Runde spielen der jeweils Erste und Zweite der Gruppe C und D (je sechs Mannschaften) in Überkreuzvergleichen aus. Die Viertelfinal-Sieger buchen das Ticket für das Final-4-Turnier am 30. und 31. Mai 2020 in Köln.

Halbe Million Euro Siegprämie

Prämien: 

Die Europäische Handball-Föderation schüttet in der Gruppenphase insgesamt rund 3,5 Millionen Euro aus. Jedes der 28 Teams erhält 60 000 Euro. Hinzu kommen variable Zahlungen, die sich vor allem nach TV-Quoten und der Platzierung richten. Für den Einzug ins Achtelfinale gibt es 30 000 Euro pro Team, das Viertelfinale bringt weitere 45 000 Euro. Die Gruppensieger, die die erste K.o.-Runde überspringen, erhalten sofort 75 000 Euro. Die vier Endrundenteilnehmer streichen mindestens 100 000 Euro (Platz vier) ein. 150 000 Euro gibt es für den Dritten. Der Verlierer des Endspiels darf sich mit 250 000 Euro trösten, der Gewinner kassiert eine halbe Million Euro. 

Karten:

Der THW Kiel erwartet am Sonntag rund 8000 Fans zum Königsklassen-Auftakt der Zebras. Es gibt noch Tickets in allen Kategorien an allen bekannten Vorverkaufsstellen (u.a. KN-Ticket-Hotline unter Tel. 0431/903664 oder www.kn-tickets.de) sowie bis zum Anpfiff an der Abendkasse und in der THW-Fanwelt direkt an der Arena.

Mit dem Derby-Sieg gegen die SG Flensburg-Handewitt hat der THW Kiel ein Ausrufezeichen in der Handball-Bundesliga gesetzt und sich vor einer ähnlichen Ausgangsposition wie im Vorjahr bewahrt. Gleichzeitig deutet sich ein noch spannenderer Meisterschaftskampf an als in den Jahren zuvor.

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