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THW Kiel THW Kiel fehlt den Löwen auf ihrer Liste
Sport THW Kiel THW Kiel fehlt den Löwen auf ihrer Liste
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06:30 18.09.2019
Von Merle Schaack
Sebastian Hinze ist seit 2012 Trainer beim Bergischen HC. In der Handball-Bundesliga ist er damit einer der dienstältesten Trainer. Quelle: imago/Eibner/Ripberger
Solingen

Beim Handball-Bundesligisten Bergischer HC gibt es eine Liste. Keine auf Papier oder in digitaler Form. Eher eine innere. SG Flensburg-Handewitt, Rhein-Neckar Löwen, Füchse Berlin, SC Magdeburg, seit April auch die MT Melsungen - fast alle Spitzenklubs der Liga sind darauf abgehakt, sprich die Bergischen Löwen haben ihnen in ihren insgesamt neun Jahren im Oberhaus mindestens einen Punkt abgeluchst. Ein Häkchen fehlt noch: das beim THW Kiel.

Am Donnerstag (19 Uhr, Unihalle Wuppertal) nimmt der BHC einen neuen Anlauf. Seit der Klub in der Vorsaison als bester Aufsteiger seit Jahren die Liga durcheinanderwirbelte, sind die Ansprüche bei den Nordrhein-Westfalen gestiegen. Ergebnisse wie die 24:30-Niederlage am dritten Spieltag bei den Rhein-Neckar Löwen sorgen im Team von Trainer Sebastian Hinze inzwischen für handfeste Enttäuschung. "Das ist ein weiterer Entwicklungsschritt. Und es ist gut, dass wir diesen Anspruch haben. Jetzt müssen wir lernen, damit umzugehen", sagt Hinze, der trotz seiner gerade erst 40 Jahre so etwas wie das Urgestein des BHC ist.

Einer der dienstältesten Trainer

Als Kreisläufer spielte er für den LTV Wuppertal und die SG Solingen, die 2006 zum Bergischen HC fusionierten. Er war Jugendtrainer und -koordinator, Interimstrainer, schließlich Cheftrainer – und letzteres inzwischen seit 2012. Aufstieg ins Oberhaus, vier Jahre erste Liga, Abstieg 2017, sofortiger Wiederaufstieg - Hinze blieb.

In der Bundesliga ist nur Wetzlar-Trainer Kai Wandschneider zwei Monate länger im Amt als der gebürtige Wuppertaler. "Bis jetzt hat's gepasst", sagt er und wirkt ehrlich überrascht, wenn man ihn fragt, ob er sich auch mal einen Trainerposten bei einem anderen Klub vorstellen könne. "Wir haben hier einen offenen und ehrlichen Umgang miteinander. Da überlegt man sich genau, ob man so etwas aufgibt. Und an diesem Punkt war ich noch nie auch nur ansatzweise."

Dämpfer in Hannover

Auch nicht nach der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte, die seine Mannschaft mit dem siebten Platz in der Abschlusstabelle krönte. Trotz der gestiegenen Ansprüche der Bergischen Löwen warnt Hinze vor Gedanken an weitere Höhenflüge. "Wenn wir es realistisch einordnen, gehören wir zu den Mannschaften, die am Ende die Plätze neun bis 15 bearbeiten", sagt er.

Mit 5:5 Punkten, darunter ein Unentschieden gegen die MT Melsungen und ein Sieg über die HSG Wetzlar, ist seine Mannschaft in die Saison gestartet. Einen Dämpfer gab es jedoch am Wochenende, als der BHC in Hannover beim 24:30 chancenlos war. Zwar stand das Prunkstück der Mannschaft, die Abwehr um Defensiv-Chef Csaba Szücs, solide. Doch die schnellen Tore aus Gegenstößen und zweiter Welle, die das BHC-Spiel ausmachen, waren Mangelware. "Da haben wir nicht unser BHC-Herz gezeigt", sagt auch Arnor Gunnarsson.

Gunnarsson: "Wir sind gnadenlos"

Der Rechtsaußen hält dem BHC schon ebenso lange wie Hinze die Treue, ist Siebenmeterschütze und Nutznießer des schnellen Spiels und mit 23 Treffern aus fünf Partien der derzeit erfolgreichste Werfer seiner Mannschaft. "Die Zeit, in der wir das Tempo verschleppt haben, um Punkte zu gewinnen, ist vorbei", sagt er. "Jetzt sind wir gnadenlos. Wir wollen der Liga noch mal zeigen, was wir können." Der Liga und dem THW Kiel, die imaginäre Liste immer im Hinterkopf...

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