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THW Kiel THW Kiel geht in Magdeburg unter
Sport THW Kiel THW Kiel geht in Magdeburg unter
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07:43 14.09.2018
Von Merle Schaack
Dumagoj Duvnjak setzt zum Wurf gegen Magdeburg an. Quelle: imago Jan Huebner/Schoof
Magdeburg

Nach zwei Niederlagen in vier Spielen stehen die Zebras nun bereits mit vier Minuspunkten auf dem Konto da.

Bei den weiterhin ungeschlagenen Magdeburgern erwischten die Kieler den besseren Start. In einem konzentrierten Angriff glänzte zunächst der Rückraum. Lukas Nilsson und Kapitän Domagoj Duvnjak brachten die Kieler mit 3:1 (6.) in Front.

Magdeburg kommt über Tempo ins Spiel

Früh blitzte aber auch die Magdeburger Stärke auf: Aus einer beweglichen Deckung heraus machten die Gastgeber sich stets so schnell auf den Weg zum THW-Tor, dass die Zebras sich kaum rechtzeitig sortieren konnten.

Zwölf Minuten dauerte es, bis Rechtsaußen Daniel Pettersson mit einem Gegenstoß zum 6:6 ausglich. Nun war Magdeburg im Spiel, zumal auch Jannick Green zwei aufeinanderfolgende Kieler Angriffe entschärfte. 

THW-Torhüter angeschlagen

Auf der Gegenseite setzte THW-Torhüter Andreas Wolff seine Schutzbrille ab, die er aufgrund einer Einblutung im Auge nach einem Kopftreffer im Training trug („Ich wollte alles versuchen, um der Mannschaft zu helfen“).

Doch auch er konnte nicht verhindern, dass die flinke Flügelzange, bestehend aus Matthias Musche und Pettersson, zuschlug und Magdeburg mit drei Toren in Front warf (11:8/18.). THW-Trainer Alfred Gislason beorderte Niklas Landin ins Tor. Doch auch der Däne war beeinträchtigt, nachdem er bei der Niederlage in Flensburg umgeknickt war und sich einen Bänderriss zugezogen hatte. Nach nur zehn Minuten war sein Einsatz wieder beendet. 

Bezjak und Musche treffen im Akkord

In der Zwischenzeit hatten die Festspiele des Marko Bezjak begonnen. Der Slowene, der sich am vergangenen Sonntag beim Spiel gegen den Bergischen HC einen Finger ausgekugelt hatte, avancierte nach Gegenstoß-Verwerter Musche (9 Tore) mit acht Treffern zum zweitbesten SCM-Werfer, fand oder schuf stets eine Lücke in der Kieler Deckung. 

Deren Schwächen konnte zunächst noch der Kieler Rückraum kaschieren, in dem Duvnjak, Nilsson, Nikola Bilyk und Steffen Weinhold rotierten. Sie hielten in Kooperation mit Hendrik Pekeler am Kreis den THW in Schlagdistanz.

THW verpasst Ausgleich vor der Pause

Kurz vor der Pause hatte der THW nach dem 17:16 durch Patrick Wiencek sogar noch die Chance auf ein Unentschieden. Der Ball landete in den Händen der Kieler Deckung, doch Piotr Chrapkowski fing den Gegenstoß-Pass ab.

Im Gegenzug traf Musche für den SCM, und Pekeler, der den Gegenstoß verhindern wollte, bekam vom Schiedsrichtergespann Blümel/Loppaschewski eine Zeitstrafe aufgebrummt. Als er anschließend den Dialog mit den Unparteiischen suchte, gab es eine weitere wegen Meckerns. „Die erste war in Ordnung“, sagte der THW-Kreisläufer später. „Die zweite nur peinlich.“

SCM spielt sich in einen Rausch

Die vierminütige THW-Unterzahl nach Wiederanpfiff nutzten die Magdeburger, um sich in einen Rausch zu spielen. Mit einem 4:1-Lauf zogen sie auf 22:17 (35.) davon und waren fortan für die Kieler, die sich im Angriff in Einzelaktionen flüchteten, nicht mehr zu stoppen.

Schon 20 Minuten vor Schluss nahm Gislason seine dritte und letzte Auszeit, die nach einer weiteren Green-Parade gegen Nilsson und Christian O’Sullivans 26:18-Führung verpuffte. Acht Tore Vorsprung für den SCM, eine Halle in Ekstase und hängende Schultern bei den Kielern, die verrieten: Hier geht nicht mehr viel. „Die Art und Weise, wie wir hier verloren haben, tut richtig weh“, sagte Pekeler. „Hier und in Flensburg zu verlieren, ist kein Beinbruch. Aber in der zweiten Halbzeit war heute jeder von uns nur mit sich selbst beschäftigt.“

SC MagdeburgTHW Kiel 35:30 (18:16)

SC Magdeburg: Green (1.-21. und ab 31. Minute/11 Paraden), Quenstedt (ab 21. und bei einem 7m/1) – Musa 2, Chrapkowski 4, Musche 9/2, Kluge, Pettersson 3, de la Peña n.e., Plaza Jiménez, Molina n.e., Christiansen 1, Lagergren 4, O’Sullivan 2, Bezjak 8, Weber n.e., Damgaard 2.

THW Kiel: Wolff (1.-18. und ab 28. Minute/7 Paraden), N. Landin (18.-28./0) – Duvnjak 2, Reinkind, M. Landin 3, Weinhold 4, Dissinger n.e., Wiencek 1, Ekberg 6/3, Rahmel, Dahmke, Zarabec 1, Vujin n.e., Bilyk 5, Pekeler 5, Nilsson 3.

Schiedsrichter: Blümel/Loppaschewski (Berlin) – Strafminuten: SCM 2 (Bezjak), THW 14 (Weinhold, Ekberg, 2x Pekeler, 2x Duvnjak, M. Landin) – Siebenmeter: SCM 2/2, THW 3/3 – Spielfilm: 0:1, 1:3 (6.), 4:6, 8:7 (14.), 11:8, 11:10 (20.), 14:13, 17:14 (29.), 18:16 – 21:16 (33.), 22:18, 26:18 (42.), 28:20, 30:22 (50.), 32:26, 34:29 (60.), 35:30 – Zuschauer: 6600 in der ausverkauften Magdeburger Getec-Arena.

1956 Tore in 336 Spielen. Der Österreicher Robert Weber (32) ist eine Institution in der Handball-Bundesliga. Seit seiner Saison in Balingen (2008/09) spielt der Rechtsaußen beim SC Magdeburg. Überraschend konnten sich der SCM und Weber jetzt nicht auf eine Zusammenarbeit über 2019 hinaus einigen.

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