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THW Kiel Viktor Szilagyi: "Ein Riesengewinn"
Sport THW Kiel Viktor Szilagyi: "Ein Riesengewinn"
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21:24 06.02.2020
Von Tamo Schwarz
Erfolgreiches Trio beim THW: Viktor Szilagyi, Filip Jicha und Alfred Gislason (von links). Quelle: Sascha Klahn
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Kiel

Ab dem 1. Januar 2018 hatte Szilagyi – zunächst als Sportlicher Leiter, dann als Geschäftsführer bei den Zebras – beim deutschen Rekordmeister mit Alfred Gislason zusammengearbeitet. Szilagyi: „Für uns ist es wichtig, was rund um die Nationalmannschaft passiert. Ich traue Alfred den Job zu, er brennt für diese Aufgabe, ist ein akribischer Arbeiter. Es wird interessant, ihn beim nächsten Mal als Bundestrainer in Kiel zu begrüßen.“

Überraschendes Trainerbeben

Das Trainerbeben im deutschen Handball hatte sich auf keiner Richterskala angedeutet. Am Donnerstag hat sich der Deutsche Handballbund (DHB) überraschend von Bundestrainer Christian Prokop getrennt. Sein Nachfolger ist bereits gefunden. Heute wird der ehemalige Kieler Erfolgscoach Alfred Gislason (60) in einem Hannoveraner Flughafenhotel vorgestellt.

Prokop, noch bis 2022 vertraglich an den Deutschen Handballbund (DHB) gebunden, wurde von seiner Demission kalt erwischt. Der 41-Jährige hatte sich nach einem Kurzurlaub mit der Nachbereitung der Europameisterschaft im Januar und der Vorbereitung auf die Olympia-Qualifikation im April beschäftigt. Im April trifft die DHB-Auswahl in Berlin auf Schweden, Slowenien und Algerien und muss in der Vierer-Gruppe mindestens Platz zwei belegen, um sich für die Olympischen Spiele in Tokio zu qualifizieren.

Gislason ab 9. März im Amt

Eine Aufgabe, die nun Alfred Gislason bewältigen soll, der seinen „Dienst“ als neuer Bundestrainer am 9. März bei einem Lehrgang der Nationalmannschaft in Aschersleben und anschließend bei seinem ersten Länderspiel am 13. März in Magdeburg gegen die Niederlande antreten wird. Noch während der EM hatte DHB-Sportvorstand Axel Kromer Prokop sein Vertrauen ausgesprochen („Wir werden natürlich mit Christian in Richtung Olympia gehen“).

Michelmann: "Schwere Entscheidung"

Am Donnerstag folgte nun das Umdenken im Verband. „Wir haben diese schwere Entscheidung nach reichlicher Abwägung und einer ganzheitlichen Analyse aus Verantwortung für den deutschen Handball getroffen“, sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann. Eine erfolgreiche Zukunft mit der Nationalmannschaft traute der DHB Prokop elf Tage nach der EM nicht mehr zu. Nach dem fünften Platz war die DHB-Auswahl zum vierten Mal in Serie bei einem Großereignis ohne Medaille geblieben. 

Vertrag bis zur EM 2022 in Ungarn und der Slowakei

Gislason, der bis zum Sommer 2019 in elf Jahren beim THW Kiel 20 Titel – darunter 2010 und 2012 zweimal die Champions League – gewonnen hatte, erhält beim DHB einen Vertrag bis einschließlich der Europameisterschaft 2022 in Ungarn und der Slowakei. „Alfred Gislason steht aufgrund seiner langjährigen Erfahrung und Erfolge für einen neuen Impuls und bringt frische Energie in die Nationalmannschaft“, sagte Michelmann.

Roggisch: "Entscheidung schwer nachvollziehbar"

Der Sinneswandel beim DHB kommt überraschend – auch für enge Wegbegleiter. „Ich glaube, dass Christian Prokop eine richtig gute Europameisterschaft gespielt hat mit der Mannschaft, die hinter ihm steht“, sagte Teammanager Oliver Roggisch beim TV-Sender Sky und übte zugleich leise Kritik. Die Entscheidung des Verbandspräsidiums sei „nach außen erst einmal schwer nachvollziehbar“. Roggisch selbst war nach eigener Aussage „in keiner Weise in die Entscheidung eingebunden“. Nicht überrascht zeigte sich der Weltmeister von 2007 vom Prokop-Nachfolger. „Ich kann verstehen, dass Alfred Gislason interessant ist für jeden Verein und jeden Verband, wenn er auf dem Markt ist.“

Während des EM-Turniers hatte es immer wieder, insbesondere von Ex-Nationalspielern, Kritik an Prokop gegeben. Der frühere Welthandballer Daniel Stephan etwa meinte, dass Prokop „nicht der richtige Trainer für diese Mannschaft“ sei. Der 2007er-Weltmeister Christian Schwarzer kritisierte den Verband, den vergleichsweise unerfahrenen Prokop Anfang 2017 als Nachfolger von Europameister-Trainer Dagur Sigurdsson verpflichtet zu haben. Weltmeister-Trainer Heiner Brand sieht in Alfred Gislason eine gute Wahl: „Er übernimmt keine einfache Aufgabe, aber er ist eine gestandene Persönlichkeit und hat bei den Spielern aufgrund seiner Erfolge die nötige Akzeptanz“, sagte Brand der Deutschen Presse-Agentur. „Er wird etwas bewegen können.“ Die Trennung von Prokop bezeichnete der 67 Jahre alte Brand als „zu diesem Zeitpunkt überraschend“. „Nur die Platzierung bei der EM kann es nicht gewesen sein, zumal die Verantwortlichen im Verband jegliche sachliche Kritik abgewiesen haben“, sagte Brand

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