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THW Kiel THW Kiel feiert Sieg in der Ukraine
Sport THW Kiel THW Kiel feiert Sieg in der Ukraine
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19:12 03.11.2019
Von Merle Schaack
Siegesjubel bei den Spielern von Kiel.  Quelle: Claus Bergmann (Archiv)
Kiel

Der THW Kiel bleibt in der Champions League ungeschlagen. Nach einem Kraftakt und einer spielerisch mäßigen Leistung siegten die Kieler Handballer am Sonntag beim ukrainischen Vertreter Motor Zaporozhye mit 30:27 (15:13). Damit festigten die Zebras die Tabellenführung in der Gruppe B und bauten ihre Serie ohne Niederlage wettbewerbsübergreifend auf 13 Spiele aus.

Neuland für den THW

Noch nie waren die Kieler zuvor in Zaporozhye angetreten. Das bisher einzige Duell im Champions-League-Achtelfinale der Saison 2013/14 fand nicht in der „Handballhauptstadt“ der Ukraine, sondern im ungarischen Györ statt. Der Grund: Die damalige Heimstätte von Motor Zaporozhye genügte den Anforderungen der Europäischen Handballföderation nicht, und die Ausweich-Arena in Charkow kam wegen der Unruhen des beginnenden Krieges in der Ostukraine nicht infrage.

Vergangenes Jahr weihte der ukrainische Serienmeister seinen neuen „Sportpalast“ ein. Ein 3500 Zuschauer fassendes Schmuckstück, gesponsert von Motor Sitsch, einem Flugzeugturbinen und -motorenhersteller, in Zaporozhye mehr als 20 000 Angestellte beschäftigt und auch eine eigene Fluglinie betreibt. 

Zebras lassen Chancen liegen

Die Premiere der Kieler in der 760 000-Einwohner-Stadt am Dnepr war zäh. Schuld daran war vor allem Motor-Torwart Gennadiy Komok. Gleich den ersten Wurf kaufte er THW-Linksaußen Rune Dahmke ab – zehn weitere Versuche der Kieler sollte er bis zur Pause entschärfen, am Ende der Partie waren es 18. So mühten sich die Zebras, den Schwung aus den vergangenen Partien wiederzufinden.

Erst Miha Zarabec, dann Lukas Nilsson, schließlich Domagoj Duvnjak dirigierten den Angriff und kreierten Chancen – die Verwertung ließ allerdings zu wünschen übrig. Nur 15 von 31 Angriffen der Zebras führten im ersten Durchgang zum Torerfolg. Weil sie einige Kreisanspiele erfolgreich verhinderten, konnten die Kieler sich Mitte der ersten Halbzeit zwar auf 8:5 (13.) absetzen. Doch die Ukrainer, bei denen der Litauer Aidenas Malasinskas die Regie führte, blieben dem THW auf den Fersen, hatten beim 8:8 (14.) wieder ausgeglichen und waren auch beim Pausenstand von 15:13 noch in Schlagdistanz. 

THW kontrolliert das Spielgeschehen nach der Pause

In der zweiten Halbzeit erwischten die Kieler den besseren Start. Durch eine Quenstedt-Parade gegen Malasinskas konnten Patrick Wiencek und Dahmke auf 17:13 erhöhen. Zaporozhye leistete sich nun mehr Fehler in Spielaufbau und Abschluss – einzig Torwart Komok verhinderte nach wie vor einen Zwischenspurt der Zebras. Die arbeiteten sich also Stück für Stück voran, führten nach Dahmkes 26:20 (51.) mit sechs Toren.

„Das war die einzige Phase, in der wir in der Abwehr gut gestanden haben und vorne auch die Tore gemacht haben“, konstatierte THW-Trainer Filip Jicha später. Dann aber stellte der THW zu früh auf den Verwaltungs-Modus um. Fünf Minuten gelang ihm kein Tor – und plötzlich traf der Ex-Kieler Dener Jaanimaa, der die Zebras am Vormittag noch im Hotel besucht hatte, mit seinem fünften Tor zum 25:26-Anschluss (56.).

Gute Paraden von Torhüter Quenstedt

Harald Reinkind fand als erster Kieler wieder den Weg zum Tor, beendete gemeinsam mit Dario Quenstedt, der in den letzten drei Minuten zwei freie Würfe parierte, das Kieler Zittern. „Wir wissen, dass jeder einzelne von uns besser spielen kann“, sagte THW-Kreisläufer Patrick Wiencek nach dem Spiel. „Aber wichtig ist, dass wir die beiden Punkte geholt haben.“

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