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THW Kiel THW Kiel kassiert Niederlage gegen Porto
Sport THW Kiel THW Kiel kassiert Niederlage gegen Porto
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21:52 10.11.2019
Von Merle Schaack
Handball-Champions-League: THW Kiels Domagoj Duvnja (Mitte) wird von Victor Iturriza (links) festgemacht. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Drei Tage nach der Niederlage im Liga-Spitzenspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen tat sich der THW Kiel auch in der Champions League gegen den portugiesischen Meister FC Porto von Anfang an schwer. 

Die Gäste, die bei den EHF Cup Finals vor einem halben Jahr im Kiel den dritten Platz belegten und damals nach den Hausherren zu den Publikumslieblingen in der Sparkassen-Arena avancierten, trugen lange Angriffe vor und hatten zunächst vor allem über Kreis Erfolg. Victor Iturriza, mit sieben Treffern bester Schütze seiner Mannschaft, und sein Positionskollege Daymaro Salina trafen schon vor der Pause je dreimal gegen die THW-Abwehr, die Probleme mit dem berüchtigten Überzahl-Spiel der Portugiesen hatte.

Kein „Flow“ beim THW Kiel

Mit 5:3 führte Porto nach zehn Minuten, ehe die Kieler, angeführt von Harald Reinkind in Überzahl den ersten Zwischenspurt einlegten. Mit vier Treffern in Folge drehten die Zebras die Vorzeichen um. Der „Flow“ der vergangenen Siegesserie stellte sich trotzdem nicht ein.  

Als Portos Dibril M‘Bengue zum zweiten Mal auf die Strafbank musste, verlor der THW Kiel die Überzahl mit einem Tor nach einem abgefangenen Duvnjak-Pass auf Reinkind. Noch dazu bekam auch Miha Zarabec eine Zeitstrafe aufgebrummt. Anstatt sich weiter abzusetzen, sahen die Zebras, wie Iturriza zum 8:8 (21.) ausglich. 

Knapper Vorsprung zur Pause

Bis zur Pause blieb es eng, haderte Nikola Bilyk mit vergebenen Chancen, ließ die Kieler Abwehr sich immer wieder von den langen, aber flink vorgetragenen Angriffen der Gäste auseinander ziehen. Mit einem dünnen 14:13-Vorsprung gingen die Zebras schließlich in die Kabine. 

Die zweite Hälfte nahm Fahrt auf, als Portos Halblinker, Andre Gomes, der schon bei leichten Berührungen bemerkenswert engagiert fiel, wegen Schauspielerei eine Zeitstrafe bekam. Reinkind, an diesem Tag der treffsicherste Rückraum-Schütze des THW Kiel, und Niclas Ekberg schraubten den Spielstand auf 19:15 (36.). Wenig später musste M‘Bengue nach einem groben Foul an Miha Zarabec mit Rot vom Platz. Damit hatten die Portugiesen, bei denen Rechtsaußen und Top-Torschütze Antonio Areia (Knieverletzung) fehlte und durch Rechtshänder Leonel Fernandes eretzt wurde, keinen einzigen Linkshänder mehr im Kader.

THW leistet sich neun Minuten ohne Tor

An diesem Abend konnten die Kieler daraus kein Kapital schlagen. Salina fing einen für Patrick Wiencek gedachten Duvnjak-Pass ab, anschließend scheiterte Rune Dahmke einmal frei an Portos Keeper Alfredo Quintana. Die nächste Chance ließ der THW-Linksaußen ebenfalls aus, warf am Tor vorbei – und schon war es beim 20:18 (40.) wieder eng. 

Die THW-Torflaute sollte ganze neun Minuten andauern. Als Bilyk sie beendete, traf er zum 21:20  (48..). Nachdem der glücklose Duvnjak mit seinem vierten Fehlversuch an Quintana gescheitert war, brachte Salina die Gäste zu ersten Mal seit dem 4:5 (10.) in Führung.

Porto-Siegtreffer in letzter Sekunde

Kurz blitzte in der Schlussphase das Kieler Tempospiel auf, als Duvnjak sich in der 3:2:1-Abwehr den Ball schnappte und per Gegenstoß zum 25:24 vollendete. Doch bereits den nächsten Versuch des Kroaten parierte wieder Quintana – THW-Express gestoppt.

So blieb es für die Kieler bis zum Schluss eine Zitterpartie. Nach einem Stürmerfoul von Bilyk hatte Iturriza erneut die  Chance auf die Führung für die Portugiesen, stand aber im Kreis. 39 Sekunden vor Schluss nahm THW-Trainer Filip Jicha die Auszeit, doch Quintana fischte den folgenden Bilyk-Dreher von der Linie. Und nun nutzte Porto die letzte Chance, Regisseur Rui Silva fand Sekunden vor der Schluss-Sirene eine Lücke in der Abwehr und traf zum 28:27 für die  Portugiesen.

Rückspiel bereits am Mittwoch

"Ich bin glücklich und kann eigentlich nicht glauben, dass wir die zwei Punkte aus Kiel mit nach Hause nehmen. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, alle haben wie Hölle gekämpft", sagte Portos Trainer Magnus Andersson nach dem Spiel. Ganz anders die Gemütslage von Filip Jicha. "Ich bin traurig und wütend. Wir haben unser Niveau während des gesamten Spiels nicht erreicht und individuelle Fehler gemacht, die wir uns in der Champions League nicht erlauben dürfen", sagte der THW-Trainer. "Ich denke, dass ich heute bei 80 Prozent der Spieler feststellen werde, dass sie nicht alles getan haben."

Trotz der ersten Niederlage bleibt der THW Kiel an der Tabellenspitze der Gruppe B und tritt bereits am Mittwoch (20 Uhr) beim Rückspiel in Portugal an. 

Die Statistik

THW Kiel: N. Landin (1.-60. Minute/11 Paraden), Quenstedt n.e. – Duvnjak 1, Reinkind 6, M. Landin 1, Wiencek 3, Ekberg 7/5, Rahmel n.e., Dahmke 2, Zarabec, Horak, Bilyk 3, Pekeler 4, Nilsson n.e..

FC Porto: Bauer (1.-30. Minute und bei einem 7m/3 Paraden), Quintana (bei einem 7m und ab 31./9) – Iturriza 7, Balazquéz 1, Martins 3, M’Bengue 1, Silva 2, Salina 4, Ribeiro n.e., Fernandes 4, Branquinho 3/3, Pegas n.e., Gomes 3, Magalhaes.

Schiedsrichter: Jørum/Kleven (Norwegen) – Strafminuten: THW 6 (Zarabec, 2x Wiencek), Porto 8 (2x M’Bengue, Gomes, Magalhaes) – Disqualifikation: M’Bengue (40./grobes Foul) – Siebenmeter: THW 6/5 (Ekberg an den Pfosten), Porto 4/3 (N. Landin pariert Iturriza) – Spielfilm: 0:1, 3:3 (7.), 3:5, 7:5 (16.), 8:8, 12:10 (27.), 12:12, 14:13– 16:15, 20:16 (39.), 20:20 (47.), 22:23, 25:24 (54.), 27:26 (58.), 27:28 – Zuschauer: 8011 in der Kieler Sparkassen-Arena.

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Am Freitagmorgen um 6 Uhr kam die Mannschaft des THW Kiel nach einer Fahrt aus Mannheim im Reisebus mit Schlafkojen in Kiel an. An Bord: ein Gefühl, das die Zebras seit exakt zwei Monaten nicht mehr erlebt hatten. Am Sonntag (19 Uhr/Liveticker auf KN-online) gastiert der FC Porto an der Förde.

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