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THW Kiel Zebras siegen sicher gegen Wisla Plock
Sport THW Kiel Zebras siegen sicher gegen Wisla Plock
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23:29 10.10.2015
Von Tamo Schwarz
Joan Canellas und seine Zebras konnten gegen Wisla Plock punkten. Quelle: Pawel Jakubowski
Plock

Dank des dritten Sieges in der Champions League in Folge hat sich der deutsche Handball-Meister THW Kiel zumindest über Nacht an die Spitze der Gruppe A in der Königsklasse gespielt. Beim polnischen Vizemeister Orlen Wisla Plock zündeten die Zebras am Sonnabendabend ein echtes Handball-Feuerwerk und deklassierten den zwischenzeitlich konsternierten Gegner mit 37:23 (18:8).

Die Kieler, die bereits am Donnerstag in Warschau gelandet waren und sich intensiv auf den „Hexenkessel“ von Plock vorbereitet hatten, stellten von der ersten Sekunde an ein Abwehr-Bollwerk gegen den polnischen Angriff, der sich im Positionsspiel völlig aufrieb. Schon nach neun Minuten lagen die Zebras mit 5:0, nach 15. Minuten mit 9:2 vorn. „In dieser Anfangsviertelstunde hat Niklas Landin sein Tor einfach abgeschlossen, Plock spielte wie unter Schock“, resümierte THW-Trainer Alfred Gislason nach dem Abpfiff. Wisla-Coach Manolo Cadenas stellte seine Mannschaft komplett um, brachte jetzt 2,13-Meter-Mann Angel Montoro und Bartosz Konitz im Rückraum, ließ Michal Daszek zwischenzeitlich vorgezogen decken. Doch der THW fand gegen jede Deckung ein Rezept, während sich der Gastgeber vor einer 60 Minuten lang trotzig feiernden Meute im Fanblock von Schrittfehler zu Schrittfehler, Ballverlust zu Ballverlust quälte. Beim 18:8 für die Kieler zur Pause war bereits eine Entscheidung gefallen.

„Die Abwehr war super, vorne lief es flüssig, irgendwann hat Plock den Mut verloren“, so Gislason. Sein Pendant Cadenas entschuldigte sich indes bei den Fans: „Meine Spieler haben ohne Kopf gespielt – der war wohl noch in der Kabine.“ Ganz anders der THW auch im zweiten Abschnitt. Gislason nutzte die Partie – wie angekündigt – ausgiebig, um Spielern wie Christian Dissinger oder Erlend Mamelund Spielpraxis zu geben. Besonders Dissinger dankte es seinem Coach mit einer beherzten Leistung – sieht man von einigen Ungenauigkeiten beim Abschluss ab. Der Halblinke zeigte nicht nur seine Qualitäten im Mittelblock, sondern erwies sich im Angriff als Motor im druckvollen Angriffsspiel. So riss der Faden bis zum 37:23-Endstand aus Kieler Sicht zu keinem Zeitpunkt ab, weil Niklas Landin bis zu seiner Auswechslung (50.) eine Parade nach der nächsten präsentierte, aber auch Nikolas Katsigiannis gut ins Spiel fand. Weil nicht nur Joan Canellas (10/6), sondern auch Marko Vujin (7) und Niclas Ekberg (5) die Tormaschinerie ankurbelten. Ehrlich brachte es THW-Kapitän René Toft Hansen auf den Punkt: „Wir haben hier wirklich mehr erwartet.“

Noch am Abend machte sich der Tross auf den Weg zurück nach Warschau, wo es nach einer Nacht im Hotel am frühen Morgen im Flieger zurück nach Hamburg geht. Nach sechs Tagen auf Tour freuten sich alle Zebras auf die Rückkehr zu ihren Liebsten. Und in die Sparkassen-Arena: Nächster Gegner ist bereits am Mittwoch (20.15) Aufsteiger ThSV Eisenach.

Statistik

Orlen Wisla Plock: Corrales Rodal (1.-13. und ab 31. Minute/9 Paraden), Wichary (13.-30./4) – Kwiatkowski n.e., Daszek 4/3, Racotea, Wisniewski 1, Pusica, Ghionea 2/1, Rocha, Piechowski 2, Zelenovic 2, Montoro 1, Tarabochia 3, Konitz 1, Nikcevic 4, Zhitnikov 3.

THW Kiel: Landin (1.-50. Minute/18 Paraden), Katsigiannis (50.-60./6) – Duvnjak 2, Toft Hansen 3, Mamelund 2, Sprenger 1, Weinhold 1, Dissinger 3, Ekberg 5, Canellas 10/6, Dahmke 3, Vujin 7, Oprea.

Schiedsrichter: Johansson/Kliko (Schweden) – Strafminuten: Plock 8 (Nikcevic, Piechowski, Daszek, Racotea), THW 12 (2x Dissinger, 2x Toft Hansen, Vujin, Canellas) – Siebenmeter: Plock 6/4 (Landin pariert Rocha und Ghionea), THW 6/6 – Spielfilm: 0:5, 1:5 (10.), 2:9 (15.), 4:12, 6:16 (26.), 8:18 – 9:20, 13:22 (39.), 16:29 (48.), 18:32, 20:34, 22:35, 23:37 – Zuschauer: 5467 in der ausverkauften Orlen-Arena.

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