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THW Kiel Zeitz: "Kein Spiel wie jedes andere"
Sport THW Kiel Zeitz: "Kein Spiel wie jedes andere"
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09:55 15.02.2020
Von Merle Schaack
Dreimal traf Christian Zeitz bei seinem Bundesliga-Comeback für den TVB Stuttgart. Quelle: imago/Sippel/ Eibner
Kiel/Stuttgart

Herr Zeitz, Sie sind mit drei Treffern in Ihrem 400. Bundesligaspiel in die erste Liga zurückgekehrt – ist Erstliga-Handball für Sie wie Fahrradfahren, oder war der Schritt doch größer als gedacht?

Ich habe mich erstaunlich schnell wieder „heimisch“ gefühlt – das hätte ich so vorher nicht gedacht. Immerhin war ich zwei Jahre „weg“. Natürlich ist der Handball im Vergleich zu Nussloch ein anderer. Das liegt aber vor allem am Team und an der Zusammensetzung. Da muss man sich bei jeder neuen Mannschaft drauf einstellen. Und ich bin optimistisch, dass mir das gelingen wird.

Hatten Sie ohnehin noch mal mit dem Gedanken an eine Rückkehr in die Bundesliga gespielt, oder wie hat der TVB Stuttgart Sie überzeugt?

Ich freue mich auf jeden Fall, wieder zurück in der Bundesliga zu sein. Und ich habe auch am Feedback der Fans bei meinem Debüt am Donnerstag in Melsungen gespürt, dass sie sich freuen. Klar hatte ich auf eine Rückkehr ins Oberhaus gehofft, aber damit rechnen kann man natürlich nicht. So gesehen war der Anruf am Montagmorgen vom Stuttgarter Trainer Jürgen Schweikardt eine schöne Überraschung, über die ich mich umso mehr gefreut habe. Mir war immer klar: Wenn ich die Chance bekomme, noch mal in der Bundesliga zu spielen, dann nutze ich die auch. Und ich glaube, dass ich „es“ noch drauf habe und die Mannschaft unterstützen kann.

Am Sonntag spielen Sie an alter Wirkungsstätte gegen Ihren langjährigen Klub THW Kiel. Mit welchen Gefühlen blicken Sie dieser Partie entgegen?

Natürlich ist es ein Spiel der ganz besonderen Art für mich – ein persönliches Highlight, könnte man so sagen. Ich bin aufgeregt, freue mich aber auch wieder, in meinem „alten Wohnzimmer“ zu spielen und den ein oder anderen ehemaligen Mitspieler zu erleben. Und ich bin gespannt, wie sie mich in Kiel empfangen werden.

Sie hatten den THW Kiel zum Ende Ihrer Zeit dort verklagt und letztlich einen Vergleich geschlossen. Hat dieses letzte THW-Kapitel bei Ihnen Spuren hinterlassen oder ist es abgeschlossen?

Auf jeden Fall Letzteres. Ja, es war keine schöne Zeit, für keinen der Beteiligten. Aber das ist jetzt zwei Jahre her und ich habe meinen Frieden damit gemacht. Es nützt meiner Meinung nach nichts, sich ständig mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Deshalb schaue ich nach vorne und konzentriere mich auf das, was gerade wichtig ist: Handball spielen und meine beste Leistung auf dem Feld zu zeigen.

Der Verein hat das Plakat mit Ihrem Konterfei aus der Ehren-Galerie unter dem Hallendach entfernt. Schmerzt Sie das?

Mein Trikot abzuhängen, war damals die alleinige Entscheidung des Vorstands. Mir hat das damals natürlich weh getan, doch wie gesagt: Ich habe mit dem „Kapitel Kiel“ abgeschlossen und schaue nach vorne.

Was für einen Empfang erwarten Sie am Sonntag von den Kieler Fans?

Ich hoffe natürlich, dass sie mich positiv empfangen werden! Und ich bin gespannt auf die Atmosphäre in der Halle. Wie gesagt, dieses Spiel ist für mich keins wie jedes andere.

Was ist sportlich für Sie und den TVB Stuttgart beim THW Kiel möglich?

Das wird ein echt hartes Match, keine Frage. Man muss ganz klar sagen: Kiel ist der Tabellenführer, wir sind der Außenseiter. Für uns geht es vor allem darum, uns voll und ganz auf unser Spiel zu konzentrieren und zusammenzuarbeiten. Und natürlich wollen wir es den Kielern so hart wie möglich machen und ein paar Punkte holen. Das Ziel ist eindeutig der Klassenerhalt. Und einige wichtige Spiele kommen ja hinterher noch.

Haben Sie sich auch persönliche Ziele für den Rest der Saison gesetzt? Und besteht die Möglichkeit, dass Sie auch darüber hinaus noch weiter in der Bundesliga spielen?

Ich will der Mannschaft jetzt so gut es geht helfen. Deshalb gebe ich mein Bestes und bereite mich auf jedes Spiel intensiv vor. Was nach Saisonende kommt, wird sich zeigen. Ich will so lange auf dem Platz stehen, wie ich fit bin. Deshalb bin ich für interessante Angebote auf jeden Fall offen.

Interview: Merle Schaack

Mehr zum THW Kiel lesen Sie hier.

Lesen Sie hier unseren Vorbericht zum Spiel.

Christian Zeitz Karriere in Zahlen

1808 Tore erzielte Christian Zeitz in 623 Spielen für den THW Kiel, allein 1147 davon in der Bundesliga. Damit ist er auf Platz sechs der ewigen THW-Bundesliga-Torjäger. In der Saison 2004/05 war er bester Bundesliga-Feldtorschütze.

Länderspiele: 166

Länderspieltore: 458

Größte Erfolge: Champions-League-Sieger 2007, 2010 und 2012, deutscher Meister 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2012, 2013 und 2014, deutscher Pokalsieger 2007, 2008, 2009, 2011, 2012, 2013 und 2017, Weltmeister 2007, Europameister 2004, Olympia-Silber 2004.

 

Hier sehen Sie Bilder von der Karriere von Christian Zeitz.
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