Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
THW Kiel THW-Gegner Wetzlar: W wie Wandschneider
Sport THW Kiel THW-Gegner Wetzlar: W wie Wandschneider
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:33 01.10.2019
Von Tamo Schwarz
Seit März 2012 zieht Kai Wandschneider als Cheftrainer bei der HSG Wetzlar die Fäden. Quelle: imago/Foto2Press
Wetzlar

27:27-Remis gegen die SG Flensburg-Handewitt, 29:28 gegen den SC Magdeburg, 9:5 Punkte, Platz sechs. Wandschneider bremst die Euphorie: „Flensburg und Magdeburg – schöne Sonderpunkte im Kampf um den Klassenerhalt. Gut, dass wir die jetzt schon mal haben.“

Seit März 2012 ist Wandschneider HSG-Cheftrainer

W wie Wetzlar, Wir, Wandschneider. Seit seinem Amtsantritt im März 2012 ist Wandschneider so etwas wie der Zauberer der Rittal Arena. Wandschneider formt, fördert, bringt immer wieder neue Talente in die Spotlights der Szene – und muss sie dann stets an die Konkurrenz abgeben. Andreas Wolff, Jannik Kohlbacher wurden groß, wurden flügge, waren weg. Danach: Umbruch, Neuanfang, alles von vorne. In dieser Saison ist das anders. Mit Spielmacher Alexander Feld (Eulen Ludwigshafen) musste Wandschneider nur einen neuen Akteur integrieren. Das Resultat sind Punkte, Siege, Überraschungen.

Trainer des Jahres 2013 und 2017

Längere Gespräche mit dem gebürtigen Hamburger sind ein Fest. Jeder Satz fundiert, überlegt, gehaltvoll. Der Trainer des Jahres von 2013 und 2017 hat Sport und Psychologie studiert, lässt sich nach sieben Spieltagen nicht von Tabellenständen einlullen, verweist auf den „drittniedrigsten Etat der Liga“, auf das schwere Programm mit dem Achtelfinale gegen den THW, den Rhein-Neckar Löwen, Melsungen und am 17. Oktober in der Bundesliga gleich noch einmal Kiel. „In der Vorsaison wurden wir permanent zurückgeworfen durch Verletzungen, konnten Buric und Kohlbacher nicht ersetzen. Im Dezember haben wir sieben Spiele, davon fünf auswärts. Ich muss mit 13 Feldspielern auskommen, bete jeden Tag, dass sich keiner verletzt. Darum war Platz zehn in der Vorsaison für mich eine Sensation.“

Wandschneider bringt seine Spieler an ihrer Grenzen, schreibt ihnen ihre Rollen auf den Leib. Von Erleichterung könne trotz der ausnahmsweise geringen personellen Fluktuation dennoch keine Rede sein: „Alles spitzt sich zu, es geht ums Überleben und darum, Spaß und Energie aus der eigenen Arbeit zu gewinnen. Und manchmal passieren dann wundersame Dinge wie Platz zehn.“ Die Chemie müsse stimmen, das große Ganze. „Was wären die Beatles ohne George Harrison gewesen?“ 

17 Hauptsponsoren in der Aktion "17 und Wir"

Der Ausstieg von Hauptsponsor Licher drohte die HSG vor der Saison zurückzuwerfen, doch die Führung um Geschäftsführer Björn Seipp machte aus der Not eine Tugend, konnte den Etat sogar um 200 000 Euro auf 4,2 Millionen Euro steigern. Als Lösung präsentierte man die Aktion „17 und Wir“ mit 17 Hauptsponsoren, die sich die 17 Bundesliga-Heimspiele untereinander aufteilen. Sportlich läuft es seither auch mit wichtigen Siegen in Ludwigshafen, Balingen sowie gegen Nordhorn. Und eben Flensburg und Magdeburg. „Wir werden auch versuchen, Kiel alles abzuverlangen“, kündigt Wandschneider an, der allerdings auf Keeper Tibor Ivanisevic (Mittelhandbruch) verzichten muss. In glänzender Verfassung präsentiert sich indes der montenegrinische Linkshänder Stefan Cavor – mit 45 Treffern momentan bester Feldtorschütze der Bundesliga. 

"Der THW ist das Maß aller Dinge"

Am Mittwoch geht es jedoch ums Weiterkommen im Achtelfinale des DHB-Pokals, und da sieht Kai Wandschneider seine Mannschaft als „krassen Außenseiter“. „Kiel hat den tiefsten Kader, den höchsten Etat, ist das Maß aller Dinge im deutschen Handball. Die Art und Weise, wie sie momentan spielen, ist beeindruckend.“ Also wird der Wetzlarer Chefcoach sein Kollektiv einschwören, wie er es immer tut. W wie Wetzlar, Wir, Wandschneider.

Mehr zum THW Kiel lesen Sie hier.

Der ehemalige Weltklasse-Keeper Mattias Andersson wird zum 1. Februar 2020 leitender Torwarttrainer des Deutschen Handballbundes (DHB). Der 41-jährige Torwarttrainer des THW Kiel soll künftig dem Team von Bundestrainer Christian Prokop angehören und auch die Nationaltorhüter trainieren.

KN-online (Kieler Nachrichten) 30.09.2019
THW Kiel Linksaußen vom THW Kiel Bleibt Rune Dahmke oder geht er?

Domagoj Duvnjak, Magnus Landin, Sander Sagosen – das Personalpuzzle beim Handball-Rekordmeister THW Kiel für das Projekt Zukunft nimmt immer schärfere Konturen an. Nur bis zum Sommer 2020 ist Linksaußen und Publikumsliebling Rune Dahmke an den Klub gebunden. Bleibt der 26-Jährige oder geht er?

Tamo Schwarz 28.09.2019

Nach 15 Spielen in der neuen Handball-Saison hat der THW Kiel bereits Höhen und Tiefen erlebt, einen sicher geglaubten Punkt abgegeben, aber auch einen unerwartet deutlichen Sieg in Veszprém gefeiert. Eine erste Start-Bilanz.

Merle Schaack 27.09.2019