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THW Kiel Finale! THW Kiel bezwingt Berlin
Sport THW Kiel Finale! THW Kiel bezwingt Berlin
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21:54 06.04.2019
Von Merle Schaack
Kiels Magnus Landin wird von Jakov Gojun beim Wurf attackiert. Quelle: Sascha Klahn
Hamburg

Nur einmal gestatteten die Zebras den Füchsen Berlin eine Führung - beim 0:1 durch Fabian Wiede. Danach machte der THW Kiel in der Abwehr die Schotten dicht - zumindest in der ersten Halbzeit.

Unter der Regie von Miha Zarabec, der die Füchse-Abwehr immer wieder mit Schlagwürfen aus dem Rückraum überraschte, zogen die Kieler Stück für Stück davon. Hauptverantwortlich dafür: Niklas Landin im Tor, der vor allem Johan Koch und Paul Drux entnervte. Im Angriff war es Domagoj Duvnjak, der für die "leichten" Tore sorgte.

Zebra-Offensive war nicht völlig reibungslos

Beim 8:5 (18.) hatte Füchse-Trainer Velimir Petkovic seiner ersten Angriffs-Reihe lange genug beim Versuch zugesehen, die THW-Deckung und Landin zu überwinden. Er griff zu unorthodoxen Mitteln: Mattias Zachrisson, eigentlich ein Rechtsaußen, sollte den Füchse-Angriff nun von der Mitte aus dirigieren und als vorgezogene Abwehrspitze die Kieler Angriffsbemühungen stören.

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Zwar lief die Zebra-Offensive nicht völlig reibungslos - doch am Ende fanden meist Duvnjak, Zarabec oder Steffen Weinhold eine Lösung.

Triumphschreie bei gelungenen Abwehraktionen

Mit einem Doppelschlag erhöhte der THW Kiel auf 10:5. Brust raus, Triumphschreie bei jeder gelungenen Abwehraktion. Die Körpersprache sagte: Hier spielt ein Finalist. Auf den Rängen der mit 13.200 Zuschauern ausverkauften Barclaycard-Arena hatten die Fans längst entschieden, wie die Partie enden würden.

Fangesang: "Hier regiert der THW"

Kieler und Magdeburger Anhänger, direkt nebeneinander platziert, lieferten sich ein Wettsingen: "Hier regiert der SCM"  wurde von den THW-Fans mit "Hier regiert der THW" gekontert.

Auf dem Feld stimmte in diesem Moment letzteres. Während Berlin im Angriff Bälle vertendelte, die Latte oder Niklas Landin (8 Paraden im ersten Durchgang) traf, bekam Hendrik Pekeler seine zweite Zeitstrafe aufgebrummt. Er kehrte vorerst nicht zurück. Youngster Sebastian Firnhaber rückte an seine Stelle in der Abwehr.

Rote Karte für Hendrik Pekeler 

Zum Ende der ersten Halbzeit gaben die Kieler auch schon Kabinettstückchen zum Besten: Kempa-Anspiel vom fliegenden Magnus Landin auf Niclas Ekberg - 13:6 (27.) Mit seinem ersten Treffer des Tages verkürzte Drux noch auf 13:7, Halbzeitpause.

Die zweite Hälfte war keine fünf Minuten alt, da beendeten die Schiedsrichter Schulze/Tönnies den Arbeitstag von Hendrik Pekeler endgültig. Nach einem Ellenbogencheck gegen Frederik Simak zogen sie den Videobeweis zurate und zückten dann die Rote Karte.

Partie wurde danach zäher

Anschließend kamen die Füchse wieder auf vier Tore heran (16:12/38.). Die Partie wurde zäher, war nun auf beiden Seiten von vielen Zeitstrafen geprägt. Der THW Kiel tat sich im Angriff jetzt schwerer, lebte vor allem von Einzelaktionen und leisteten sich Ballverluste.

Dann kehrte Silvio Heinevetter, der in der ersten Halbzeit seinen Platz im Tor für Malte Semisch geräumt hatte, zwischen die Pfosten zurück und kaufte den Kieler Werfern einige Bälle ab. So wurde es noch einmal spannend. Beim 20:18 (53.) durch Zachrisson waren die Füchse plötzlich wieder in Schlagdistanz. Nachdem Sebastian Firnhaber eine Zeitstrafe kassiert hatte, schaffte Lindberg sogar den Anschluss zum 20:19 (54.) nun war der grüne Berliner Fanblock wieder erwacht.

Die Arena wurde zum Tollhaus

Es stand Spitz auf Knopf und die Arena wurde zum Tollhaus. Magnus Landin rettete den Kielern den Zwei-Tore-Vorsprung (22:20/57.), hinten parierte sein Bruder Niklas gegen Zachrisson. Dann nahm Kapitän Duvnjak das Zepter in die Hand. Sein purer Wille schien es zu sein, der den Ball zum 23:20 an Silvio Heinevetter vorbei ins Füchse-Tor bugsierte - die Vorentscheidung.

Am Ende stand ein 24:22 auf der Anzeigetafel. 13 Sekunden vor Schluss schleuderte Miha Zarabec erleichtert den Ball auf die Tribüne.

Finale am Sonntag gegen den SC Magdeburg

Bis morgen um 15.10 Uhr haben die Zebras nun Zeit, durchzuschnaufen. Dann treffen sie im Finale auf den SC Magdeburg, der sich ebenfalls in einem Krimi-Halbfinale mit 30:29 gegen Hannover-Burgdorf durchsetzte.

Die Statistik

THW Kiel: N. Landin (1.-60. Minute/12 Paraden), Wolff (bei einem 7m/0) – Duvnjak 6, Reinkind, M. Landin 2, Firnhaber, Weinhold 3, Wiencek 1, Ekberg 6/1, Rahmel n.e., Dahmke n.e., Zarabec 5, Bilyk 1, Pekeler, Nilsson.

Füchse Berlin: Heinevetter (1.-25. und ab 40. Minute/8 Paraden), Semisch (25.-40./2) – Wiede 6, Elisson 2, Holm 2, Struck, Mandalinic n.e., Gojun, Lindberg 3/2, Zachrisson 1, Simak 1, Schmidt, Reißky n.e., Koch, Marsenic 4, Drux 3.

Schiedsrichter: Schulze/Tönnies (Magdeburg/Stendal) – Strafminuten: THW 12 (2x Pekeler, 2x Duvnjak, Bilyk, Firnhaber), Füchse 10 (2x Marsenic, 2x Gojun, Lindberg) – Disqualifikation: Pekeler (35./THW/Unsportlichkeit) – Siebenmeter: THW 1/1, Füchse 3/2 (Lindberg daneben) – Spielfilm: 0:1, 2:2 (4.), 4:4, 7:4 (16.), 11:5 (24.), 13:7 – 15:8, 16:10 (37.), 18:12, 19:16 (50.), 20:19 (54.), 21:20 (55.), 24:20 (58.), 24.22 – Zuschauer: 13200 in der Hamburger Barclaycard Arena.

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