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THW Kiel Souveräne Zebras eine Runde weiter
Sport THW Kiel Souveräne Zebras eine Runde weiter
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22:51 28.10.2015
Von Niklas Schomburg
Der THW Kiel hat in Coburg einen Auswärtssieg eingefahren. Quelle: Henning Rosenbusch
Coburg

Auf den Tag genau 92 Jahre nachdem der THW Kiel das erste Handballspiel seiner Geschichte mit 0:3 beim Kieler MTV verlor, entwickelte sich von Beginn an ein temporeiches Spiel. Die Gastgeber kamen angepeitscht von der hervorragenden Stimmung in der Halle gut in die Partie. In der Abwehr hielten sich die Franken zunächst an das, was sie sich vorgenommen hatten: Anspiele an den Kreis zu Kiels Kapitän René Toft Hansen so gut wie möglich zu verhindern. Stattdessen gelang es den Zebras immer wieder, Räume für die Außenspieler zu schaffen. Rune Dahmke links und Christian Sprenger auf Rechtsaußen sorgten für vier der ersten sieben Tore.

20 Minuten lang hielt Coburg mit und blieb bis zum 8:10 in Schlagdistanz. Doch dann fanden die Gastgeber immer weniger Lücken, die Deckung der Zebras stand nun sicher. „Das lag auch an Erlend Mamelund, er kommt immer besser rein. Wie er zusammen mit Toft Hansen gearbeitet hat, hat mir gefallen“, sagte THW-Trainer Alfred Gislason. „Ich bin insgesamt sehr zufrieden, die Einstellung der Mannschaft war sehr gut, wir haben Coburg nicht auf die leichte Schulter genommen.“ Torhüter Nikolas Katsigiannis durfte über 60 Minuten ran und machte seine Sache hervorragend.

Dem HSC fiel in der Folge nur noch wenig ein. Ihm half auch das erste Überzahlspiel des Abends nicht: Katsigiannis parierte zweimal gegen den freien Linksaußen Sebastian Kirchner, Marko Vujin sorgte zwischendurch dafür, dass der THW mit einem 1:0 aus der Unterzahlsituation hinausging. Bis zur Pause erzielte Coburg nur noch einen Treffer, der Rekordpokalsieger aus Kiel setzte sich immer weiter ab. Vier Minuten vor der Pause ersetzte Igor Anic Toft Hansen – nun klappten auch die Anspiele an den Kreis noch besser. Der Franzose erzielte die letzten beiden Tore vor der Halbzeit, mit einem 16:9 ging der THW in die Kabine.

THW gab sich keine Blöße

Coburg kam wie schon in Durchgang eins schwungvoll aus der Kabine. Jedes Tor des Zweitligisten feierten die rund 3500 Fans in der ausverkauften Halle frenetisch. Einzig: Der THW gab sich weiterhin keine Blöße. Der Vorsprung der Zebras pendelte sich zwischen sechs und acht Toren ein. Im Angriff kamen nun auch Steffen Weinhold, Erlend Mamelund und Dragos Oprea zu Einsatzzeiten und Treffern, die Deckung arbeitete sowohl im 3:2:1- als auch im 6:0-System zuverlässig. Zudem zeigte auch Katsigiannis eine starke Quote, hielt mehr als 40 Prozent der Coburger Würfe – zum Teil spektakulär wie nach 43 Minuten, als er einen freien Wurf und gleich darauf auch den Abpraller parierte. „Solche Paraden machen natürlich Spaß, außerdem geben sie mir und der Mannschaft nochmal einen Schub“, sagte der Torhüter nach dem Spiel.

Dieses plätscherte danach dem Ende entgegen. Der THW hatte wenig Mühe, die Gastgeber auf Distanz zu halten. Die Vestestädter kämpften und gaben sich nicht auf, doch hatten sie der Qualität der Zebras an diesem Abend insgesamt wenig entgegenzusetzen. THW-Coach Alfred Gislason nutzte die letzten zehn Minuten, um den Akteuren Pausen zu geben, brachte auch Ekberg und Williams ins Spiel. Die Zebras ließen die Zügel am Ende noch ein wenig schleifen, Coburg gelang es in den letzten fünf Minuten des Spiels nochmal zu verkürzen, die Halle stand Kopf, als der ehemalige Kieler Lukas Wucherpfennig per Tempogegenstoß und Matthias Gerlich auf 23:26 verkürzten. Mehr ließ der souveräne THW jedoch nicht zu, am Ende gewannen die Zebras mit 27:23.

Nach dem Sieg gegen Celje in der Champions League bestreitet der THW Kiel (20.30 Uhr) sein Achtelfinale im DHB-Pokal. Die Zeit zwischen den Spielen nutzte das Team auch zum Regenerieren. Beim Zweitligisten HSC 2000 Coburg wartet eine lösbare Aufgabe – und ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten.

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