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THW Kiel Sein langer Atem rettet den THW Kiel
Sport THW Kiel Sein langer Atem rettet den THW Kiel
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14:04 22.03.2019
Von Merle Schaack
Stoppschild Jogi Bitter: Freie Würfe waren für Patrick Wiencek (li.) und den THW Kiel bei seinem Sieg in Stuttgart eher Fluch als Segen. Im Duell Mann gegen Mann blieb der Stuttgarter Keeper wie hier oft der Sieger. Quelle: imago/Eibner/Benni_Lau
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Stuttgart

Sollte man den Spielstand von Spielen des THW Kiel um die 50. Minute vorhersagen, man wäre derzeit gut beraten, auf 22:20 - plus oder minus ein Tor - zu tippen. Dieser Zwischenstand zieht sich durch die letzten Partien der Zebras.

In Melsungen führten sie in der 49. Minute mit 22:20, bevor am Ende ein 29:25-Sieg daraus wurde. Beim Auswärtsspiel gegen GOG Gudme im EHF-Cup stand es zehn Minuten vor Schluss 21:20 für den THW Kiel - am Ende stand ein Vier-Tore-Sieg (26:22) auf der Anzeigetafel. Gegen Leipzig wurde aus dem 22:20 in der 49. Minute noch ein Fünf-Tore-Sieg (27:22). Auch am Donnerstag rang der THW Kiel lange mit dem TVB Stuttgart, der ihm bis zur 48. Minute bis auf zwei Tore auf den Fersen blieb (23:21), ehe die Kieler die Schlussminuten dominierten und letztlich ein 30:27 mit auf die Heimreise nahmen.

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Genug Puste und breite Bank

"Unser Plus ist momentan unser langer Atem", sagte THW-Kreisläufer Patrick Wiencek, der am Freitag seinen 30. Geburtstag feiert, nach der Partie in Stuttgart. "Es zahlt sich aus, dass wir in den letzten zehn Minuten genug Puste und eine breite Bank haben, auf die wir die Spielanteile verteilen können."

Am Spielaufbau gab es für THW-Trainer Alfred Gislason am Donnerstag nicht viel zu meckern ("Wir haben uns die ganze Zeit gute Chancen herausgespielt."). Allerdings scheiterten seine Schützen etliche Male frei an TVB-Torwart Johannes Bitter (18 Paraden). "Über die Saison gesehen sind die Wurfquoten meiner Spieler eigentlich in Ordnung", sagte Gislason. "Wären die Außen und der Kreis in so einem Spiel bei 80, 90 Prozent geblieben, wäre die Partie gegen Stuttgart schon zur Pause entschieden gewesen. Aber wir sind von allen Positionen an Bitter gescheitert."

Zweite Baustelle Abwehr

Extra Abschluss-Training will er seiner Mannschaft trotzdem nicht verordnen. "Die Jungs wissen selbst, dass die Bälle rein müssen." Auch Niclas Ekberg, mit 6/3 Toren und einer Trefferquote von 75 Prozent erfolgreichster THW-Schütze, macht sich keine Gedanken über die Quote. "Wir haben hohe Ansprüche an uns selbst, gehen davon aus, dass jeder Ball rein geht. Als Jogi Bitter dann so viel gehalten hat, sind wir etwas unsicher geworden. Das ist aber normal", sagte der schwedische Rechtsaußen.

Zweite Baustelle im Kieler Spiel war gegen Stuttgart die Abwehr. Eigentlich das Prunkstück und Grundlage für das Tempospiel, fand die Deckungsreihe erst in der zweiten Halbzeit ansatzweise zu gewohnter Stärke. "Wenn wir gegen Granollers so decken wie gegen Stuttgart, wird das nichts", konstatierte Patrick Wiencek.

Schon Sonnabend kommt Granollers

Viel Zeit, um sich zu sortieren haben die Zebras nicht. Am Freitag Vormittag geht der Flug in die Heimat, anschließend stehen Video-Studium und ein leichtes Training an, bevor der THW Kiel am Sonnabend (18 Uhr) BM Granollers zum Rückspiel im EHF-Cup empfängt. Eine Partie, in der es für die Zebras - genau wie kommenden Sonntag bei Azoty-Pulawy - auf dem Papier um nichts mehr geht. Denn als sicherer Gruppenerster und Ausrichter der EHF-Cup-Finals, dem Finalwochenende im EHF-Cup, ist der THW Kiel bereits vorzeitig fürs Halbfinale qualifiziert.

Alle THW-Spiele im EHF-Cup gibt es live auf Dazn.

"Auf dem Papier geht es vielleicht um nichts mehr, aber wir sind Sportler, wir wollen immer gewinnen", sagt Wiencek. Ekberg findet: "Es ist trotzdem gut, dass wir diese Spiele haben. Wir brauche sie, um uns zu verbessern und Neues auszuprobieren."

Gislason erwartet Besserung

Alfred Gislason kam das zwischenzeitliche Straucheln seiner Mannschaft in Stuttgart im Hinblick auf die nächsten Partien gegen vermeintlich deutlich schwächere Gegner (kommenden Donnerstag trifft der THW Kiel in der Liga auf den Tabellenletzten, die Eulen Ludwigshafen) gar nicht ungelegen. "Der Vorteil davon ist, dass jeder meiner Spieler in diesen Spielen zeigen will, dass er es deutlich besser kann."

Lesen Sie hier mehr über den THW Kiel, unter anderem, dass Sander Sagosen ab 2020 für die Zebras aufläuft.

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