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THW Kiel THW Kiel will Pavel Horak verpflichten
Sport THW Kiel THW Kiel will Pavel Horak verpflichten
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07:03 28.02.2019
Von Tamo Schwarz
Man kennt sich, man bekämpft sich: THW-Abwehrspieler Hendrik Pekeler (links) und der Tscheche Pavel Horak prallten noch im Januar beim Test-Länderspiel aufeinander, könnten aber schon bald Kieler Kollegen sein. Quelle: imago/Camera 4
Kiel

Nach Informationen von KN-online wird sich der THW Kiel die Dienste von Pavel Horak sichern. Der 118-malige tschechische Nationalspieler (336 Tore) spielt derzeit beim weißrussischen Champions-League-Teilnehmer Meshkov Brest, der um den Einzug in das Königsklassen-Achtelfinale kämpft. Der 36-jährige, 1,98 Meter große Rechtshänder mit dem imposanten Vollbart spielte insgesamt neun Jahre lang in der Bundesliga bei Frisch Auf Göppingen (2007-2013), den Füchsen Berlin (2013-2015) sowie zwei Jahren beim HC Erlangen (2015-2017) nach dem direkten Wiederaufstieg 2016, ehe er 2017 nach dem doppelten EHF-Cup-Gewinn mit Göppingen sowie einem Pokalsieg und einem EHF-Cup-Sieg mit den Füchsen nach Weißrussland wechselte.

Horak passt ins Kieler Profil

Viktor Szilagyi, Sportlicher Leiter des THW Kiel, wollte die Personalie Horak am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung nicht kommentieren, umriss allerdings, dass der Tscheche sehr gut in das gesuchte Profil passen würde. „Wir halten Ausschau nach einem erfahrenen Abwehrspieler, der uns sofort helfen kann – allerdings aufgrund der Verletzung von Gisli Kristjánsson auch im Angriff“, sagte der 40-Jährige. Abwehrspieler Sebastian Firnhaber wechselt nach der Saison zum HC Erlangen, wollte sich mit der Backup-Rolle hinter Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler nicht länger zufriedengeben. 

In Brest fungiert Horak fast ausschließlich als Organisator der Abwehr. Schon in Erlangen war das Kraftpaket nach einem Kreuzbandriss im Herbst 2015 kaum noch im Angriff eingesetzt worden. „Ich mache im Training kein ernsthaftes Wurftraining mehr“, sagte Horak am Rande der Europameisterschaft 2018 in Kroatien, bei der der Routinier mit Tschechien zu überraschen wusste und einen glänzenden sechsten Platz belegte. In der Nationalmannschaft taucht der Mann, der es auf 225 Bundesliga-Spiele und 828 Tore im deutschen Oberhaus bringt, weiterhin auch im linken Rückraum auf. Dort könnte er dann in der kommenden Saison, in der der THW Kiel unbedingt wieder in der Königsklasse mitmischen will und dann einer höheren Belastung ausgesetzt wäre, ebenso für Entlastung sorgen wie im Abwehr-Innenblock als Backup für das Weltklasse-Duo Pekeler/Wiencek.

Szilagyi zum dritten Mal Vater

Viktor Szilagyi trat die Busreise nach Kassel am Mittwochnachmittag nicht an. Ehefrau Nora brachte am Montag den dritten gemeinsamen Sohn zur Welt – das Paar und die Söhne Ben (12) und Levi (7) freuen sich über den kleinen Bruno. Szilagyi reist am Donnerstag zum Bundesliga-Duell im Auto nach. Fraglich ist noch, ob er dann auch Rechtsaußen Niclas Ekberg an Bord hat, der am Mittwoch mit Fieber das Bett hütete.

Einziges weiteres Sorgenkind bleibt Kapitän Domagoj Duvnjak, den Adduktorenprobleme plagen. „Ich bin froh, dass ich ihn gegen Gudme schonen konnte“, sagte THW-Trainer Alfed Gislason, der trotz der beiden klaren Siege in dieser Saison gegen die MT ein schweres Spiel erwartet. Das 37:20 im Hinspiel sei „richtig gut“ gewesen. Den 31:19-Erfolg im Pokal-Viertelfinale könne man jedoch nicht bewerten. Damals hatte sich Melsungens Domagoj Pavlovic nach nur 31 Sekunden schwer verletzt. „Alle waren geschockt“, so Gislason. „Das war kein normales Spiel.“

Melsungen trotz Verletzungssorgen noch auf Rang sechs in der Tabelle

Nicht der einzige Schock für die MT in dieser Spielzeit. Doch auch ohne Pavlovic, Shooter Julius Kühn (Kreuzbandriss) und den ebenfalls langzeitverletzten Marino Maric (Bizepssehnenabriss) halten sich die Nordhessen nach vier Siegen aus den letzten fünf Spielen auf Rang sechs der Tabelle. Eine besondere Rolle fällt dabei durch das Verletzungspech Mittelmann Lasse Mikkelsen zu (Gislason: „Er war zuletzt überragend“). Zudem holte die MT im Dezember als Rückraum-Ersatz den Schweizer Nationalspieler Roman Sidorowicz von Pfadi Winterthur. Gislason lenkt den Blick auch auf den 30-jährigen Timm Schneider. „Er ist einer der am meisten unterschätzten Spieler der Liga.“ 

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Der THW Kiel rechnet für diese Saison mit einem Verlust in Höhe eines sechsstelligen Betrages. „Nach den jetzigen Zwischenabschlüssen erwarten wir am Ende des laufenden Geschäftsjahres ein deutliches Minus in der genannten Größenordnung“, sagte Ex-Aufsichtsratschef Reinhard Ziegenbein.

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