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THW Kiel So macht Filip Jicha den THW Kiel fit
Sport THW Kiel So macht Filip Jicha den THW Kiel fit
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07:30 20.07.2019
Von Merle Schaack
Schon um 7.30 Uhr geht's los: Angeführt von Athletiktrainer Hinrich Brockmann sowie Kapitän Domagoj Duvnjak, Miha Zarabec und Hendrik Pekeler (erste Reihe von rechts) erreicht die Zebraherde den Sportplatz in Altenholz, nachdem sie im THW-Trainingszentrum gestartet war. Quelle: Sascha Klahn
Kiel

Die schlimmste Woche ihrer Saisonvorbereitung haben die Handballer des THW Kiel fast geschafft. In den vergangenen Tagen standen nicht nur die üblichen Trainingseinheiten an, sondern auch immer wieder Checks und Leistungstests, bei denen die Zebras ihre körperlichen Grenzen austesten mussten.

Hatte auch nur einer der Spieler gehofft, die Schinderei vor der Saison würde unter dem neuen Trainer Filip Jicha etwas seichter ausfallen – weit gefehlt. Der Tscheche lässt derzeit nicht nur zweimal am Tag trainieren, sondern gleich dreimal. „Ich will die Belastung der Vormittags-Einheit aufteilen“, erklärt Jicha.

Duvnjak: "Schlafe in Trainingsklamotten"

Allerdings: Die Uhrzeit für die erste Einheit ist dabei für manchen Spieler eine echte Herausforderung. Schon um 7.30 Uhr treffen sie sich am Trainingszentrum zum Laufen im Stadion des TSV Altenholz. „Und das ist dann nicht einfach so laufen, sondern richtig anstrengend“, sagt Patrick Wiencek. Für den zweifachen Familienvater ist die Uhrzeit kein Problem. „Mein Wecker klingelt sowieso früh“, sagt er. „Ich mache mir einen Kaffee und dann geht’s los.“

Weitaus schwerer fällt der frühe Trainingsstart seinem Kapitäns-Kollegen Domagoj Duvnjak. „Das ist richtig schwer“, stöhnt er, wenn er nur an die morgendlichen Runden denkt. Und weiter: „Ich schlafe in Trainingsklamotten.“ Er sagt es mit einem Augenzwinkern. Doch wer den Kroaten kennt und weiß, dass er stets schlafen als sein größtes Hobby angibt, kann es sich nur zu gut vorstellen.

Gemeinsames Frühstück nach dem Laufen

Weil Jichas großes Credo der Teamgeist ist, folgt auf den Morgenlauf in der Regel ein gemeinsames Frühstück. Und damit nicht genug: Anschließend geht es mit Kraft- und Stabilitäts-Training weiter. Bis zu fünf Stunden verbringen die Spieler so gemeinsam, bis sie sich kurz nach Hause verabschieden – um sich abends zur Handball-Einheit wiederzutreffen.

„Ich komme nach Hause, schlafe, gehe wieder zum Training...“, skizziert Wiencek seinen derzeitigen Tagesablauf und gibt zu: „Das sind keine schönen Tage, da muss man sich durchbeißen. Aber wenn wir jetzt hart arbeiten, dürfen wir am Ende der Saison hoffentlich etwas feiern.“

Gislason und Jicha "gleich schlimm"

Mitleid gibt’s vom Trainer nicht. „Jeder im Verein hat den Anspruch, um das Maximale zu spielen“, sagt Jicha. „Da gehört es dazu, dass man sich ein bisschen quält.“ Obwohl der 37-Jährige stets betont, nicht in die Fußstapfen seines Vorgängers Alfred Gislason treten zu wollen, hat er die Vorbereitung nicht komplett umgekrempelt. „Ich mache in der Vorbereitung vieles, das Alfred auch gemacht hat“, verrät Jicha.

Wiencek kann in Sachen Schinderei zum Saisonbeginn jedenfalls keinen Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Coach ausmachen. „Das ist beides gleich schlimm. Filip hat es auf jeden Fall schon drauf, Leute zu quälen.“

Ende in Sicht

Allerdings ist ein Ende der dreifachen Quälerei in Sicht. „Lange kann man das nicht machen“, sagt Jicha und lobt seine Schützlinge. „Die Jungs ziehen wirklich super mit.“

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