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THW Kiel Ärger um den Videobeweis
Sport THW Kiel Ärger um den Videobeweis
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14:31 07.04.2019
Von Tamo Schwarz
Rot oder nicht Rot? Hendrik Pekeler (li.) sieht von Schiedsrichter Robert Schulze die Rote Karte.
Hamburg

Sowohl beim Halbfinale zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und dem SC Magdeburg (29:30) als auch im Spiel des THW Kiel gegen die Füchse Berlin (24:22) gab es strittige Szenen, die die Gemüter erhitzten.

Dreifach-Ärger im ersten Halbfinale

Gleich dreimal blieb das imaginäre Viereck, das die Schiedsrichter anzeigen, um den Videobeweis zu signalisieren, im Spiel der Recken gegen Magdeburg aus. Zunächst beim 15:11 von Matthias Musche für den SCM mit dem Pausenpfiff (oder danach?), dann bei der Roten Karte gegen Timo Kastening in der 36. Minute (Foul oder nicht Foul?) und schließlich auch bei Christian O'Sullivans Siegtreffer in letzter Sekunde (Stürmerfoul?). Kurios: Zumindest bei der ersten und bei der dritten Szene sei, so Wolfgang Jamelle (Schiedsrichterwart des Deutschen Handballbundes) der Videobeweis als Option gar nicht vorgesehen.

Christophersen: "Technische Hilfsmittel wurden nicht genutzt"

Bei den Hannoveraner Verantwortlichen stieß das auf wenig Begeisterung. „Ich bin nicht glücklich mit der Leistung der Schiedsrichter", sagte Trainer Carlos Ortega. Sven-Sören Christophersen, Sportlicher Leiter der Burgdorfer, zeigte ebenfalls wenig Verständnis: "Wir haben hier technische Hilfsmittel (Videobeweis, d. Red.), und die wurden nicht genutzt. Das habe ich nicht verstanden. Viel haben wir uns natürlich selbst zuzuschreiben, aber gefühlt wurden mehr 50:50-Situationen gegen uns entschieden. Mir wurde gesagt, dass die Videobilder nicht mit der Zeit zu koppeln seien und darum der Videobeweis bei der Situation vor der Pause nicht möglich war.“

Umgekehrte Vorzeichen bei den Zebras. Bevor die Schiedsrichter ein Foul Hendrik Pekelers an dem Berliner Frederik Simak mit der Roten Karte ahndeten, versammelten sie sich beim Kampfgericht und überprüften die Szene auf einem Tablet-Bildschirm. Die daraus resultierende Rote Karte war für THW-Trainer Alfred Gislason eine Fehlentscheidung: "Für mich war das nicht Rot. Er will sich nur aus der Umklammerung befreien. Vielleicht muss man erst noch lernen, mit der neuen Technik umzugehen." Dem schloss sich Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning an: "Die Frage ist, ob ein kleines iPad die richtige Technik ist, oder ob man das sonst lieber ganz weglassen sollte."

Der Kieler Nationalspieler Pekeler selbst fordert mehr Konsequenz bei der Umsetzung: "Wir waren alle nicht zufrieden mit den Schiedsrichtern. Immer wenn wir gegen Berlin zur Pause führen, pfeifen die Schiedsrichter in der zweiten Halbzeit eine andere Linie." Konkret bezog sich Pekeler auf das Tor von Paul Drux zum 16:19 aus Sicht der Berliner (50.), das Niklas Landin vermeintlich parierte, die Unparteiischen den Ball aber hinter der Linie sahen. Konsequenterweise hätte man auch da, so der Kreisläufer, den Videobeweis anwenden müssen.

Unglückliche Schiedsrichter-Ansetzung

Unglücklich war zudem die Ansetzung des Gespanns. Robert Schulze und Tobias Tönnies kommen aus Magdeburg und Stendal bei Magdeburg - der SC Magdeburg ist am Sonntag Finalgegner des THW. "Dann gibt es anscheinend keine besseren", kommentierte Hendrik Pekeler die Ansetzung. THW-Trainer Alfred Gislason ("Ich würde auch mit Magdeburger Schiedsrichtern gegen Magdeburg spielen") und Sportchef Viktor Szilagyi ("Die Ansetzung hat keine Rolle gespielt") äußerten sich gelassen.

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