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THW Kiel Von wegen Sparflamme
Sport THW Kiel Von wegen Sparflamme
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17:40 20.08.2018
Von Tamo Schwarz
Innige Umarmung nach 60 Pokalminuten als Kontrahenten: Lucas (TuSEM Essen, hinten) und Sebastian Firnhaber (THW Kiel) standen sich zum ersten Mal auf dem Handballfeld gegenüber. Quelle: Sascha Klahn
Göttingen

Einen kleinen Seitenhieb konnte sich Sebastian Firnhaber nicht verkneifen. Der 24-Jährige, den alle wegen seiner roten Haare „Flamme“ nennen, postete ein Bild von sich und seinem kleinen Bruder Lucas (21) bei Instagram mit dem Hashtag #Sparflamme. In der ersten Runde des DHB-Pokals war es soeben in der Göttinger S-Arena zum ersten Mal zum Bruderduell auf dem Feld gekommen. Sebastian im THW-Trikot setzte sich dabei deutlich mit 39:23 gegen Lucas, der im Sommer vom TSV Altenholz (und THW-Perspektivkader) zu TuSEM Essen gewechselt war, durch. Danach: innige Herzlichkeit. Von wegen Sparflamme.

Zum ersten Mal haben sich ihre Wege getrennt. Der eine bleib in Kiel, wo sich der andere (noch) nicht so richtig Heranpirschen konnte ans Profidasein, als Rückraum-Linkshänder hinter Weinhold, Vujin und Zeitz keine Anteile bekam in den Überlegungen von THW-Cheftrainer Alfred Gislason. Lucas entschied sich also für den Umweg aus Altenholz nach Essen, und Sebastian weiß: „Ich habe in dem Spiel gesehen, dass sich Lucas in Essen wohlfühlt. Er braucht Spielanteile, muss jetzt zeigen, wie gut er ist. Das Ziel bleibt, Profi in der Bundesliga zu werden. Und da war Essen genau der richtige Schritt.“ Was Lucas kann, deutete er auch gegen die alten Trainingskollegen mit guten Ansätzen und drei (schönen) Toren an. „TuSEM wird viel Freude an Lucas haben“, sagte Gislason nach den 60 Minuten in Richtung seines Ex-Klubs, mit dem er 1986 und 1987 als Spieler deutscher Meister geworden war.

Der erst 21-jährige Lucas war jedenfalls vor dem David-gegen-Goliath-Spiel gegen die Zebras „ganz schön nervös“. „Wir wussten ja: Wenn der THW seine Leistung abruft, haben wir keine Chance. Ich freue mich aber über ein paar gelungene Aktionen.“ Die hatte an diesem Wochenende auch „Flamme“ Firnhaber, der nach zwei Toren gegen Essen und drei weiteren im Finale gegen Bayer Dormagen (44:27) mit wirklich erfrischendem Realismus glänzte. Firnhaber, den Gislason in der Vorsaison liebevoll „den Azubi“ getauft hat, mittlerweile aber „Flamingo“ vorzieht, sieht sich ganz uneitel als „Lückenfüller“: Einer, der aufgrund der anhaltenden Verletzung von René Toft Hansen in der Vorsaison im Abwehr-Innenblock und offensiv am Kreis gefragt war, ins kalte Wasser geworfen wurde, starke, vereinzelt aber auch weniger starke Partien absolvierte. Und jetzt? Jetzt steht da das Weltklasse-Duo Patrick Wiencek/Hendrik Pekeler im Innenblock, beides nebenbei auch Weltklasse-Kreisläufer. „Ich kann von beiden super viel lernen. Das freut mich wirklich. Meine Rolle ist noch dieselbe wie im letzten Jahr.“ Lückenfüller? Auf Sparflamme kocht Firnhaber gewiss nicht.

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