Füchse Berlin gehen mit Personalsorgen ins Top-Spiel gegen den THW Kiel
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THW Kiel Füchse mit Personalsorgen vor Top-Spiel
Sport THW Kiel Füchse mit Personalsorgen vor Top-Spiel
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10:02 11.12.2019
Von Merle Schaack
Füchse-Torwart Silvio Heinevetter wird Patrick Wiencek und dem THW Kiel am Sonntag voraussichtlich nicht im Weg stehen. Der Nationalkeeper plagt sich mit einer Knieverletzung - ebenso wie Dejan Milosavljev, die Nummer eins im Berliner Tor. Damit rückt Martin Ziemer in die Verantwortung. Quelle: imago
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Berlin

Alle Jahre wieder schicken die Füchse Berlin sich an, die Champions-League-Ränge in der Handball-Bundesliga zu erobern. Seit 2012 vergeblich. Auch in dieser Spielzeit lief der Saisonstart schlechter als geplant. Aber weil die Liga unberechenbar wie lange nicht ist, wird die Partie gegen den THW Kiel (Donnerstag, 19 Uhr) doch wieder ein Spitzenspiel. „Und dieses Mal wollen wir die Kieler mal richtig ärgern“, sagt Fabian Wiede.

Der Rückraum-Linkshänder mit der famosen Spielübersicht und ligaweit den meisten Assists ist einer der dienstältesten Füchse, hat sich in Berlin zum Nationalspieler entwickelt, mit dem Hauptstadt-Klub den DHB-Pokal und den EHF-Cup gewonnen. Die Zebras besiegt hat der 25-Jährige in seiner mittlerweile siebten Profi-Saison noch nie. „Gegen den THW hatte ich meistens nicht so viel zu lachen“, sagt er.

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Besonders genervt von den Kielern waren die Füchse in der vergangenen Saison. Zwei Bundesliga-Niederlagen, das Aus im Pokal-Finale und die Final-Niederlage im EHF-Cup kassierten sie gegen den THW. „Ich denke lieber an die Saison davor, als wir zu Hause immerhin mal einen Punkt (25:25, d. Red.) gegen Kiel holen konnten“, sagt Wiede. „Und ich hoffe, dass wir am Donnerstag einen richtig guten Tag erwischen.“

Füchse mit schlechtem Saisonstart

Richtig gute Füchse-Tage waren in dieser Saison zunächst Mangelware. Schon die 23:24-Auftakt-Niederlage in Leipzig kam überraschend, es folgten eine Vier-Tore-Pleite gegen Minden und im Oktober beim 30:31 gegen Balingen der Super-GAU. „Den Saisonstart haben wir ein bisschen vergeigt“, sagt Wiede.

Mitten in diese Phase platzte auch die Nachricht vom Trainerwechsel zur kommenden Saison: An die Stelle des mit allen Handball-Wassern gewaschenen Velimir Petkovic (63) soll im Sommer der dann 26-jährige Jaron Siewert treten. Er ist nur rund einen Monat älter als Fabian Wiede, spielte mit dem Linkshänder gemeinsam in der Füchse-Jugend und konzentrierte sich bereits mit Anfang 20 auf die Trainer-Tätigkeit. Als Jugend-Trainer der Berliner machte er die ersten Schritte an der Seitenlinie, war von Manager Bob Hanning schon längst als künftiger Bundesliga-Coach angekündigt worden.

Jaron Siewert übernimmt nach Petkovic

Dass er die Profi-Mannschaft der Berliner bereits nach nur drei Jahren beim Zweitligisten TUSEM Essen übernehmen soll, war – wie so vieles in Berlin – dann aber doch eine Überraschung. „Als Trainer kenne ich Jaron noch nicht“, sagt Wiede. „Aber Bob und Kretzsche (Stefan Kretzschmar, ab Januar neuer Sportvorstand bei den Füchsen, d. Red.) haben viele Gespräche mit ihm Geführt, und ich bin mir sicher, dass sie wissen, was sie an ihm haben.“

Auch unter dem erfahrenen Trainer-Fuchs Velimir Petkovic fand die Mannschaft im Herbst wieder in die Spur, holte Siege gegen die Rhein-Neckar Löwen, in Magdeburg und die MT Melsungen, ehe die TSV Hannover-Burgdorf den Berlinern am Sonntag durch ihren 31:28-Sieg über die Füchse wieder einen Dämpfer verpasste.

Wiede und Drux tragen Hauptlast, zwei Torhüter verletzt

„Trotzdem können wir gerade ganz zufrieden sein. In Hannover kann man verlieren. Jetzt wollen wir alle Chancen nutzen, die sich uns bieten“, sagt Wiede, der gemeinsam mit seinem Nationalmannschaftskollegen Paul Drux die Hauptlast im Rückraum trägt, seit Simon Ernst sich im Oktober zum dritten Mal einen Kreuzbandriss zuzog.

Auch an anderer Stelle sind die Berliner vor dem Spiel gegen den THW Kiel durch Verletzungen dezimiert: Mit Dejan Milosavljev und Silvio Heinevetter fallen – wie schon gegen Hannover – wohl beide Stamm-Torhüter mit Knieproblemen aus. So wird Martin Ziemer, vor der Saison aus Hannover gekommen, von der Tribüne in die Verantwortung rücken. Auch Abwehrchef Jakov Gojun wird voraussichtlich mit einer Rippenprellung passen müssen. Angesichts der Personallage erklärt Bob Hanning die Partie gegen den Tabellenführer THW zu „Bonus-Spiel“. „Da können wir ganz entspannt reingehen“, sagte der Manager ungewohnt gelassen.

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