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THW Kiel Füchse wollen Zebras jagen
Sport THW Kiel Füchse wollen Zebras jagen
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11:58 28.03.2012
Von Wolf Paarmann
Nationaltorhüter Silvio Heinevetter will in Kiel gewinnen. Quelle: dpa
Kiel

Jene Mannschaft, die am Sonntag den HSV aus der Champions League warf. Nach dem 32:30-Erfolg im Achtelfinal-Hinspiel siegte das Team von Dagur Sigurdsson auch im Rückspiel (24:23). „Wir machen einen kleinen Umtrunk, das war es dann aber auch“, sagte der überragende Silvio Heinevetter am Ende eines dramatischen Spiels, in dem die Füchse bereits mit fünf Toren (12:17) in Rückstand geraten waren. Anschließend, so der Nationaltorhüter, würde die Konzentration ausschließlich dem Kiel-Spiel gelten. Tatsächlich tranken die Sieger nur ein paar Flaschen Bier in der Kabine und gingen in einem Hamburger Restaurant gemütlich essen. Es ist zu spüren, dass die Füchse einen möglichen Coup in Kiel nicht leichtfertig verschenken wollen.

 Manager Bob Hanning versteht es wie kein anderer, die Favoritenrolle dem jeweiligen Gegner in die Schuhe zu schieben. Das war vor den Hamburg-Duellen so. Das ist diesmal nicht anders. „Die Meisterschaft ist entschieden“, sagt Hanning. „Kiel hat es verdient, aber für die Liga ist es schade.“ Clubs, die über einen ähnlichen Etat wie der THW verfügen würden, hätten in dieser Saison einfach zu viele Fehler gemacht. Seinen Verein, der mit 4,8 Millionen Euro den halben THW-Etat besitzen soll, sieht er dagegen auf der Sonnenseite. „An einem guten Tag können wir auch Kiel schlagen.“ Aber es sei fraglich, ob die Mannschaft nach dem Hamburg-Coup in der Lage ist, noch einmal einen derartigen „Adrenalin-Überschuss“ zu produzieren. „Alles ist möglich.“ Ein Sieg, aber eben auch eine sehr deutliche Niederlage.

Die Laune im Lager des Rekordmeisters ist gut, schließlich trennen Kiel und Berlin acht Punkte und 132 Tore. Ob er nach einem 26. Sieg im 26. Saisonspiel endlich davon überzeugt sei, die Meisterschaft vorzeitig gewonnen zu haben? Gislason lacht. „Dann sieht es auf jeden Fall besser aus.“ Die „M-Frage“ wird weiter umkurvt, auch Fragen zur Rekordserie perlen am Isländer ab. „Es nervt mich nicht, danach gefragt zu werden. Aber es überrascht mich jedes Mal wieder, weil ich mich damit gar nicht so intensiv beschäftige.“

 Nein, die Leistung der Berliner in Hamburg wäre für ihn nicht unerwartet gewesen. „Sie sind ein Spitzenteam, und so treten sie auch auf.“ Nicht nur Gislason erwartet einen heißen Tanz gegen die Füchse, die bei ihren letzten acht Gastspielen mit mindestens sieben Toren Differenz unterlagen. Der einzige Erfolg der Berliner, die damals noch Reinickendorfer Füchse hießen, stammt aus dem Jahr 1981. Am 19. Dezember entführten sie aus der Ostseehalle einen Punkt (16:16). Drei Tage später wurde das „ZebraMomir Ilic geboren.