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THW Kiel THW Kiel ist deutscher Vizemeister
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00:33 10.06.2019
Von Merle Schaack
THW-Spieler Domagoj Duvnjak (weißes Trikot) kommt frei zum Wurf. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Während der THW Kiel sich im Heimspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf keine Blöße gab, siegte auch die SG Flensburg-Handewitt in Düsseldorf beim Bergischen HC mit 27:24. 

Weil die Sensation der 21. Meisterschaft der Vereinsgeschichte des THW Kiel erwartungsgemäß ausblieb, war das Ergebnis fast nebensächlich. Nach dem Schlusspfiff herrschte Abschiedsstimmung in der Sparkassen-Arena. Der Klub und seine Fans verabschiedeten Sebastian Firnhaber (zum HC Erlangen), Andreas Wolff (zu KS Kielce) und nach sage und schreibe 618. Pflichtspielen als Trainer des THW Kiel Alfred Gislason

Klicken Sie hier für weitere Bilder vom letzten Spiel der Saison in der Handball-Bundesliga. 

Sprechchöre für Alfred Gislason

Schon vor dem Anpfiff herrschte Wehmut in der ausverkauften Arena, als Gislason als Trainer der Saison geehrt wurde. Anlass für 10285 Kehlen, schon einmal seinen Namen zu skandieren. Sichtlich bewegt nahm der Isländer den Applaus und die Ehrung durch den ehemaligen THW-Geschäftsführer und HBL-Präsidiumsmitglied Klaus Elwardt entgegen. 

Danach aber: Business as usual. Wie gewohnt stemmte der Trainer seine Hände in die Hüften, tigerte mit etwas unrundem Gang an der Seitenlinie hin und her, gestikulierte wild. Denn seine Mannschaft hatte Schwierigkeiten, in ihr letztes Saisonspiel hinein zu finden. Nacheinander scheiterten zweimal Nikola Bilyk, Magnus Landin und Steffen Weinhold an TSV-Torwart Urban Leskaj. Nach sechs Minuten scheiterte auch noch Niclas Ekberg von der Siebenmeterlinie an Hannovers Schlussmann. Die Gäste führten in Kiel mit 3:1.

THW Kiel mit Startschwierigkeiten

Kapitän Domagoj Duvnjak fasste sich ein Herz, sein 4:4 (10.) stellte die Vorzeichen wieder auf null. Doch es blieb eng. Der Kieler Angriff hatte seine Schwierigkeiten mit Hannovers beweglicher Abwehrreihe. Erst als die Niedersachsen versuchten, die Kieler Abwehr mit dem siebten Feldspieler zu knacken, boten sie den Zebras Gelegenheit, sich auf mehr als zwei Tore abzusetzen. Die war mit Blick auf das verwaiste Recken-Tor in der Defensive umso aufmerksamer, eroberte zweimal den Ball und erhöhte mit Würfen aufs leere Tor auf 15:11 (28.).

Flensburg lässt nichts anbrennen

Ernüchternd war zu diesem Zeitpunkt jedoch schon der Blick nach Düsseldorf, wo der Bergische HC gegen Flensburg mit sieben Toren (6:13) zurück lag. Der Traum von der Meisterschaft war in noch weitere Ferne gerückt. Und auch Hannover ließ nicht locker, verkürzte bis zum Pausenpfiff in Kiel auf 15:13.

Kaum hatte die zweite Hälfte begonnen, folgte ein weiterer Rückschlag für den THW Kiel. In der 33. Minute musste Kreisläufer und Abwehr-Stütze Hendrik Pekeler das Feld verlassen und am rechten Knöchel behandelt werden. Während die Kieler sich neu sortieren mussten, traf nach einer Zeitstrafe gegen Zarabec zunächst Torge Johannsen per Siebenmeter dann und Brozovic ins leere Kieler Tor zum 19:20-Anschluss (41.).

Doch noch Drama 

Wenig später kehrte Pekeler mit bandagiertem Knöchel zurück. Domagoj Duvnjak sollte gemeinsam mit Zarabec den Angriff ordnen. Zwischen einem und drei Toren Vorsprung pendelte die Kieler Führung in dieser Phase. Zeit für Gedanken an den Bergischen HC, der beim 16:19 den Rückstand auf Flensburg verkürzt hatte, blieb keine. 

So blieb es bis zum Schluss. Mit einem Kraftakt brachte der THW Kiel seinen letzten Saisonsieg über die Ziellinie, während es in Düsseldorf noch einmal spannend wurde: Vier Minuten vor Schluss verkürzte der BHC auf 23:24. Andreas Wolff hielt gegen Veit Mävers seinen letzten Siebenmeter für den THW Kiel, dann beendete ein langgezogenes Schiffshorn die Kieler Saison. Bange Blicke auf die Handys, Warten auf das Ergebnis in Düsseldorf. Die Kieler Mannschaft versammelte sich vor den Sky-Bildschirmen, Auszeit Flensburg beim Stand von 25:23 für die SG. Dann die Gewissheit Meisterschale bleibt ein weiteres Jahr in Flensburg - fairer Applaus und Vizemeister-Jubel in Kiel.

Die deutschen Handball-Meister seit 1992

1991/1992: SG Wallau-Massenheim
1992/1993: SG Wallau-Massenheim
1993/1994: THW Kiel
1994/1995: THW Kiel
1995/1996: THW Kiel
1996/1997: TBV Lemgo
1997/1998: THW Kiel
1998/1999: THW Kiel
1999/2000: THW Kiel
2000/2001: SC Magdeburg
2001/2002: THW Kiel
2002/2003: TBV Lemgo
2003/2004: SG Flensburg-Handewitt
2004/2005: THW Kiel
2005/2006: THW Kiel
2006/2007: THW Kiel
2007/2008: THW Kiel
2008/2009: THW Kiel
2009/2010: THW Kiel
2010/2011: HSV Hamburg
2011/2012: THW Kiel
2012/2013: THW Kiel
2013/2014: THW Kiel
2014/2015: THW Kiel
2015/2016: Rhein-Neckar Löwen
2016/2017: Rhein-Neckar Löwen
2017/2018: SG Flensburg-Handewitt
2018/2019: SG Flensburg-Handewitt

Feier auf dem Rathausplatz

Nach der Abschiedszeremonie machten die Spieler sich auf den Weg in Richtung Rathaus, wo sie erst von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer empfangen werden und anschließend mit den Fans ihren Saisonabschluss, den DHB-Pokal und den EHF-Cup-Sieg feiern wollen.

Hier finden Sie weitere Fotos vom Saisonabschluss 2019 auf dem Rathausplatz in Kiel. 

Über die Feier berichten wir hier in einem Liveblog

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