Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
THW Kiel Viel mehr potenzielle Meister als zuvor
Sport THW Kiel Viel mehr potenzielle Meister als zuvor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:10 19.08.2019
Wer holt in der neuen Handball-Saison den Meistertitel? Quelle: Sascha Klahn (Archiv)
Anzeige
Kiel/Flensburg

Schafft die SG Flensburg-Handewitt den Titel-Hattrick, erobert der THW Kiel erstmals seit 2015 wieder den Meister-Thron oder sind am Ende die Rhein-Neckar Löwen der lachende Dritte? Der Kampf um die deutsche Handball-Meisterschaft verspricht in der Olympia-Saison so viel Spannung und Dramatik wie schon lange nicht mehr. Zumal hinter dem Top-Trio mit dem SC Magdeburg, der MT Melsungen und den Füchsen Berlin drei Herausforderer lauern.

„Die Spitze ist noch ausgeglichener und die Kronprinzen sind stärker geworden“, sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann vor dem Auftakt der 54. Bundesliga-Saison am Donnerstag. „Ich glaube, wir haben viel mehr potenzielle deutsche Meister als jemals zuvor.“

Anzeige

Wer alles den THW Kiel als Meister sieht

Am höchsten im Kurs steht bei den Experten der THW Kiel. In einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) nannten elf von 15 Trainern - drei Coaches gaben keinen Tipp ab - den Rekord-Champion als Top-Favoriten auf den Titel. „Kiel wird Meister. Die anderen Kandidaten kämpfen nur um Platz zwei“, prophezeite Füchse-Coach Velimir Petkovic.

Auch Flensburgs Meistertrainer Maik Machulla sieht den THW Kiel als Maß der Dinge. „Die sind eingespielt. Das ist die beste Mannschaft, die es zu schlagen gilt.“ Kampflos will der Titelverteidiger, der die Abgänge von Abwehrchef Tobias Karlsson (Karriereende) und Regisseur Rasmus Lauge (KS Kielce) verkraften muss, seinen Platz aber nicht räumen. Machulla: „Wir wollen so lange wie möglich oben mitspielen.“

Für Neu-Coach Kristjan Andresson (Rhein-Neckar Löwen), der das schwere Erbe von Dänemarks Weltmeister-Trainer Nikolaj Jacobsen angetreten hat, ist der THW Kiel der große Favorit. Ungeachtet dessen formulierte Löwen-Regisseur Andy Schmid das forsche Saisonziel: „Ich will Meister werden, meine Kollegen wollen Meister werden, der ganze Verein will Meister werden.“

Diesen Anspruch haben die Verfolger aus Magdeburg, Melsungen und Berlin - zumindest öffentlich - noch nicht. Sollte sich die Chance bieten, würden sie aber nur zu gerne in die Phalanx der großen Drei einbrechen. Für Mindens Trainer Frank Carstens ist der SC Magdeburg nach Rang drei im Vorjahr bereits jetzt titelreif - er tippte als Einziger auf die Mannschaft von Trainer Bennet Wiegert als Champion.

Filip Jicha setzt auf die SG Flensburg-Handewitt

In Kiel sehnen sich Spieler und Fans nach dem 21. Meistertitel, auf den der Verein seit vier Jahren vergeblich wartet. Nach dem Ende der Ära von Erfolgstrainer Alfred Gislason ist der Druck auf dessen Nachfolger Filip Jicha groß. Deshalb schiebt der frühere Profi die Favoritenrolle erst mal dem Nachbarn zu: „Ich sehe in der Mannschaft einen großen Hunger nach Erfolg. Aber Flensburg hat zweimal in Folge die Meisterschaft gewonnen und ist daher auch in dieser Saison der Favorit. Es wäre falsch, auf eine andere Mannschaft zu tippen.“

Einen ersten Fingerzeig könnte der Supercup liefern, wo sich die Erzrivalen an diesem Mittwoch in Düsseldorf im 100. Nord-Derby um den ersten Saisontitel duellieren. In der Mitte September startenden Champions League sind Flensburg und Kiel dann gemeinsam gefordert, die seit drei Jahren anhaltende Abstinenz der Bundesliga-Clubs beim Finalturnier in Köln zu beenden.

Rhein-Neckar Löwen wollen angreifen

Zur ersten Top-Partie in der Liga kommt es schon am 2. Spieltag, wenn Flensburg die Rhein-Neckar Löwen empfängt. Der Meister von 2016 und 2017 will mit Rückkehrer Uwe Gensheimer wieder ganz oben angreifen. „Ich glaube, dass wir als Mannschaft qualitativ so aufgestellt sind, dass wir um alle Titel mitspielen können“, sagte der von Paris Saint-Germain nach Mannheim zurückgekehrte Weltklasse-Linksaußen.

Lesen Sie auch:

Interview mit Filip Jicha: "Ich will um das Maximale spielen"

Der THW Kiel geht wieder aufs Ganze

Interview mit Viktor Szilagyi über die Sehnsucht nach der Meisterschale

Von dpa

Tamo Schwarz 18.08.2019
Tamo Schwarz 17.08.2019
Merle Schaack 17.08.2019