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THW Kiel THW festigt Tabellenführung gegen HCE
Sport THW Kiel THW festigt Tabellenführung gegen HCE
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19:07 09.02.2020
Von Merle Schaack
THW Kiel: Niclas Ekberg überrascht die Erlanger Abwehr. Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

Zwei Wochen nach dem EM-Finale schienen die kontinentalen Titelkämpfe zwar schon weit weg, trotzdem gab es vor dem Kieler Stammpublikum noch einmal Ehrungen für den kroatischen Silbermedaillen-Gewinner und MVP Domagoj Duvnjak, den besten Abwehrspieler Hendrik Pekeler sowie die norwegischen Bronze-Medaillen-Gewinner Harald Reinkind und Petter Overby (HC Erlangen) und den mit Slowenien viertplatzierten Miha Zarabec. 

Nach Blumen, warmen Worten und stehenden Ovationen für Duvnjak hielt der Bundesliga-Alltag wieder Einzug. Und der war zäh. Der HC Erlangen verlegte sich auch unter dem erst Anfang der Woche nach der Trennung von Adalsteinn Eyjolfsson interimsweise verpflichteten Trainer Rolf Brack auf sein Auswärts-Erfolgsrezept in Kiel: Tempo verschleppen. Lange Angriffe und einige Fehler auf beiden Seiten sorgten für wenige Tore in der Partie, die bis zum 6:6 (16.) ausgeglichen war. 

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Nikola Bilyk fehlt mit Infekt

Zu diesem Zeitpunkt hatte Filip Jicha seine Startsieben mit Miha Zarabec auf der Mitte und Domagoj Duvnjak sowie Harald Reinkind auf den Halbpositionen bereits rotieren lassen. Lukas Nilsson feierte in Abwesenheit von Nikola Bilyk (grippaler Infekt) sein Comeback nach einer Beckenprellung. Dennoch fehlte es den Kielern nach wie vor an Durchschlagskraft gegen die kompakte, defensive HCE-Deckung mit Ex-Zebra Sebastian Firnhaber im Innenblock.

Auch THW-Kiel-Torwart Niklas Landin hatte keinen Glanztag erwischt, ließ einen eigentlich gehaltenen Wurf von Sime Ivic (5 Tore) in Erwartung eines Freiwurf-Pfiffs zum 5:5 passieren und räumte in der 20. Minute nach drei Paraden seinen Platz zwischen den Pfosten für Dario Quenstedt.

Schrecksekunde: Wiencek fällt aus

Es folgte eine Schrecksekunde, als Patrick Wiencek bei einer Abwehraktion der Ellenbogen von Erlangens Spielmacher Nico Büdel an die Schläfe donnerte. Wiencek traf es schlimmer, der Abwehr-Recke blieb auf dem Feld liegen, musste von Mannschaftsarzt Dr. Detlev Brandecker behandelt werden und wurde noch während des Spiels mit Verdacht auf Gehirnerschütterung zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht. 

Den Schreck hatten die Zebras schnell verdaut, legten auf Grundlage ihrer neu formierten 3:2:1-Abwehr einen Zwischenspurt hin. Mit Duvnjak an der Spitze zwangen sie den HCE zu Technischen Fehlern und Ballverlusten, so dass Nilsson und THW-Top-Torschütze Niclas Ekberg (6/4 Treffer) binnen zwei Minuten auf 10:7 (22.) erhöhen konnten. 

Vier-Tore-Führung für den THW Kiel zur Pause

Das Erlanger Verschlepp-Spiel trieb THW-Trainer Filip Jicha an der Seitenlinie phasenweise an den Rande der Weißglut. Viel Erfolg hatten die Gäste bis zur Pause aber nicht mehr damit. Die Kieler nahmen eine Vier-Tore-Führung mit in die Kabine. 

Und die sollen sie nach Wiederanpfiff schnell ausbauen. Durch die frühe dritte Zeitstrafe gegen Sebastian Firnhaber (32.) und dessen damit verbundene Disqualifikation war der HCE einer seiner Abwehr-Säulen beraubt. Zudem verdichtete sich die THW-Abwehr weiter und machte „leichte“ Tore möglich - wie das von Dario Quenstedt (7 Paraden, 2 Tore) ins leere Erlanger Tor zum 17:10 (38.).

Auch Horak trifft

Nun erging es dem HC Erlangen wie unter der Woche Vardar Skopje: Das THW-Bollwerk vor Augen gelang den Angreifern nicht mehr viel, und die Kieler Konter-Maschinerie lief heiß. Magnus Landin traf 20 Minuten vor Schluss zur 20:10-Führung, beim 24:12 (46.) durfte sich sogar Abwehr-Spezialist Pavel Horak mit seinem sechsten Saisontreffer in die Torschützenliste eintragen. Als Rolf Brack zehn Minuten vor Schluss (26:13) noch einmal zur Grünen Karte griff, war die Partie längst entschieden und der THW Kiel - in den Schlussminuten mit Horak am Kreis - im Kür-Modus.

Mittwoch Top-Spiel gegen Veszprém

Die Pflicht ruft bereits am Mittwoch (19 Uhr) wieder, wenn dem THW Kiel das nächste Spitzenspiel ins Haus steht. Im Champions-League-Duell mit Telekom Veszprém können die Zebras sich vorzeitig den Gruppensieg sichern.

Die Statistik

THW Kiel: N. Landin (1.-20. Minute/3 Paraden), Quenstedt (ab 20./7 Paraden/2 Tore) – Duvnjak, Reinkind 3, M. Landin 5, Weinhold 2, Wiencek, Ekberg 6/4, Rahmel 3, Dahmke 1, Zarabec 1, Horak 1, Pekeler 2, Nilsson 3.

HC Erlangen: Katsigiannis (1.-30. und ab 44. Minute/5 Paraden), Lichtlein (bei einem 7m und 31.-44./0) – Sellin, Øverby 1, Haaß 2, Firnhaber, Ivic 5, Büdel, Bissel, Mosindi 2, Murawski 1, Schäffer 1, Link 1, Minel, von Gruchalla 2/2.

Schiedsrichter: Hartmann/Schneider (Magdeburg/Barleben) – Strafminuten: THW keine, HCE 10 (3x Firnhaber, Haaß, Büdel) – Disqualifikation (3x2): Firnhaber (32.) – Siebenmeter: THW 4/4, HCE 2/2

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