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THW Kiel Zebras schlagen Füchse mit 32:28
Sport THW Kiel Zebras schlagen Füchse mit 32:28
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08:05 15.05.2017
v.l. Patrick Wiencek, Steffen Weinhold und rechts Ilija Brozovic stoppen Fabian Wiede bei einem seiner ersten Angriffe. Quelle: Sonja Paar
Kiel

Parade, Riposte – es ist wie ein antiker Fechtkampf. En garde! Die Füchse – angestachelt von ihrem alten Trainerfuchs Velimir Petkovic – meinen es ernst, setzen sich schnell auf 7:4 ab (11.), profitieren von der Qualität und den Schlagwürfen ihres Spielmachers Petar Nenadic. Die Zebras beziehungsweise das, was ohne René Toft Hansen, Domagoj Duvnjak, Christian Zeitz und mit einem grippekranken Lukas Nilsson von der Herde übrig ist, müssen diesen Angriff irgendwie abfangen, stellen in der Deckung um. THW-Trainer Alfred Gislason bringt in der Abwehr den jungen Sebastian Firnhaber im Innenblock für Ilija Brozovic. Pariert! Jetzt steht da zwar in der Offensive immer noch der an diesem Tag superstarke Silvio Heinevetter im Fuchsbau-Gehäuse auf der Planche im Weg. Aber defensiv gewinnt auf Kieler Seiten alles an Stabilität. Riposte! Und spätestens beim 10:9 (18.) ist die Kraft der Attacke in einen Konter transformiert.

Und wie! Das Umschaltspiel des THW, der zusehends aufkeimende Ungenauigkeiten des Füchseangriffs bestraft, funktioniert bestens. Nikola Bilyk (20) gibt einen für sein Alter fast schon weltmännischen Spielmacher, auf Halblinks zeigt sich Christian Dissinger um Lichtjahre formverbessert, kompensiert mit seinen druckvollen Aktionen, dass sich Marko Vujin mit einer an diesem Tag miesen Quote von vier Toren aus elf Wurfversuchen eine Auszeit gönnt. Rune Dahmke ist Unruheherd, flink im Tempogegenstoß, ballklauende Nervensäge in der Deckung, irgendwie alles und bei allem gut. Nicht zu vergessen Patrick Wiencek, Abwehrchef und ewig ackernder und anspielbereiter Kreisläufer, der Silvio Heinevetter immer wieder mit viel Chuzpe hoch die Bälle um die Ohren drischt.

Kurz nach der Pause macht Dahmke das 20:16 (33.), muss sich plötzliches Genörgel des stets wild gestikulierenden Heinevetter anhören – und bleibt gelassen. „Privat ist Silvio ein feiner Mensch. Das ist eben sein Spiel“, sagt Dahmke später, wohl wissend, dass diese Gelassenheit am Ende spielentscheidende Wirkung hatte. Denn einerseits machen die Kieler auf der Fläche immer den ersten Schritt, stützen sich auf die breiten Schultern von Andreas Wolff, der immer besser ins Spiel kommt und sich mit Siebenmeter-Killer Niklas Landin perfekt ergänzt. Doch andererseits müssen sie gegen nun offensiv mit Peter Nenadic an der Spitze verteidigende Berliner auch Zwischentiefs überstehen: vom 22:18 (38.) bis zum 23:21 (43.), vom 25:21 (45.) bis zum 27:25 (53.). Brozovic ist zurück im Abwehrzentrum, Steffen Weinhold ordnet zwischendurch das Angriffsbemühen, Wolff hält und hält – „und dann verlieren die Füchse die Nerven“ (Alfred Gislason). Bilyk poltert nach einem Foul auf Velimir Petkovic an der Seitenlinie los, Petar Nenadic will ihn beruhigen – und kassiert eine (nicht besonders feinfühlige) Zeitstrafe. Jetzt rastet Petkovic aus, wird ebenfalls mit „Zwei Minuten“ bestraft, plötzlich stehen sieben Kieler nur noch vier Berlinern gegenüber. Aus dem 28:26 (54.) wird durch Niclas Ekbergs Tore ein 30:26 (56.), der Kampf ist entschieden. „Wir hatten heute das Quäntchen mehr Gelassenheit als die Berliner“, sagt Andreas Wolff nach dem Schlusspfiff. Der Kieler Keeper strahlt, „weil es einfach schön war zu sehen, wie diese Mannschaft unter Druck in der Lage ist, ihre Qualität unter Beweis zu stellen“.

Von Tamo Schwarz und Niklas Schomburg

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Tamo Schwarz 11.05.2017

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Niklas Schomburg 09.05.2017