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THW Kiel THW Kiel siegt 29:26 bei GWD Minden
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23:31 04.03.2020
Von Tamo Schwarz
Erst in der zweiten Halbzeit offenbarten die zusehends erschöpften Mindener um Christoffer Rambo (re.) vermehrt Lücken in ihrer Abwehr, die Domagoj Duvnjak (Mitte) und seine THW-Kollegen nutzten, um sich entscheidend abzusetzen. Quelle: Noah Wedel
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Lübbecke

Auf den „Super Tuesday“ im Vorwahlkampf der Demokraten in den USA folgt der „Westfälische Wednesday“ für den THW Kiel in der Handball-Bundesliga. Seit Jahresbeginn lädt GWD Minden in die Merkur Arena des Zweitligisten TuS N-Lübbecke, musste aus brandschutzrechtlichen Gründen aus der demnächst abgerissenen Kampa-Halle in die rund 1000 Zuschauer weniger fassende Spielstätte des ostwestfälischen Erzrivalen umziehen.

Folklore beim ostwestfälischen Rivalen

Grün-Weiß in Lübbecke, das passt nach dem Empfinden der GWD-Fans natürlich gar nicht. Und so ist auch ein wenig Folklore vor den 2657 dabei, wenn der Hallensprecher die Fans in der „Kreissporthalle“ begrüßt, um in der Stadt des Spielautomaten-Giganten Gauselmann den Namen des TuS-Hauptsponsors (Merkur) nicht in den Mund zu nehmen.

THW ohne den kranken Dario Quenstedt

GWD setzt eben voll auf Kaffeefilter made in Minden, hat auf dem ungeliebten Terrain bereits zweimal gewonnen. Bei den Zebras hat Glücksspiel an diesem ungewohnten Mittwochabend auch keinen Platz in der Dramaturgie. Mit einem Sieg soll der Vorsprung auf die SG Flensburg-Handewitt an der Tabellenspitze behauptet werden. Allerdings ohne Keeper Dario Quenstedt, der das Bett hütet und von Reserve-Schlussmann Fynn Malte Schröder vertreten wird. 

Defensiv fehlt Kiel die Harmonie

Kiels Nummer eins Niklas Landin ist heiß, hatte seinerseits zuletzt krank passen müssen, hatte sich diese erste Halbzeit allerdings anders vorgestellt. Defensiv harmoniert es nicht bei den Gästen, die hinten Steffen Weinhold und Patrick Wiencek einwechseln, vorne im Rückraum mit Miha Zarabec, Domagoj Duvnjak und Harald Reinkind agieren. Allerdings im Positionsangriff verkrampft gegen den Mindener Verbund mit Magnus Gullerud und Miljan Pusica. Besonders Domagoj Duvnjak und Harald Reinkind agieren noch unglücklich im Abschluss – Minden führt mit 9:6 (13.).

THW-Trainer Filip Jicha bringt Nikola Bilyk und Weinhold in der Offensive, doch seine Mannschaft wirkt erschlagen vom schnellen Umschaltspiel der Mindener nach Gegentoren oder technischen Fehlern der Kieler. In der 15. Minute dann der nächste Rückschlag: Hendrik Pekeler quittiert seine zweite Zeitstrafe scheinbar mit Protest und kassiert die dritte gleich hinterher – Rot! „Ich bin damit nicht einverstanden“, sagt der Nationalspieler später. 

THW vier Minuten in Unterzahl - 2:0

Der THW spielt vier Minuten in Unterzahl, gewinnt diese Phase mit 2:0. Das Spiel ist beim 12:12 (22.) ausgeglichen. Aber auch die Kieler 3:2:1-Deckung greift nicht, immer wieder setzt GWD über Kreis und Außen, kassiert Espen Christensen im Tor wichtige Bälle ein. Und nicht nur die Amerikaner haben einen Rambo, auch der Tabellen-15. – der Norweger Christoffer Rambo trifft bis zur Pause fünfmal. 

Dahmke: "Das Beste ist, dass wir ruhig geblieben sind."

Aber Rune Dahmke eben auch. Und der Kieler Linksaußen setzt mit einem bärenstarken Gegenstoß zum 16:17 aus Kieler Sicht mit dem Halbzeitpfiff das Fanal zum Angriff auf die zwei Punkte. Ein Angriff, der nach Wiederanpfiff durch 17 gegentorlose Kieler Minuten vom 16:18 (32.) bis zum 24:18 (49.) gekrönt wird. Mindens Motor gerät ins Stottern, während beim THW Kiel Steffen Weinhold unermüdlicher Rückraum-Antreiber, Domagoj Duvnjak Zerstörer in der jetzt wirkungsvollen Offensivdeckung ist. Bei GWD lassen Kraft und Konzentration nach, klaffen hinten Lücken. Niklas Landin erledigt den Rest, beim 27:20 (53.) ist alles entschieden. Rune Dahmke bilanziert: „Das Beste heute war, dass wir ruhig geblieben sind.“

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Nach zwei Champions-League-Spielen ohne Sieg steigt der THW Kiel wieder ins Bundesliga-Rennen ein. Zehn Spieltage bleiben ihm, um die ersehnte Meisterschaft zu erreichen oder zu verspielen. Vor der Partie beim Tabellen-15. Minden sagt Trainer Filip Jicha deshalb: "Ich sehe das als Spitzenspiel."

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