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THW Kiel THW Kiel bezwingt den SC DHfK Leipzig
Sport THW Kiel THW Kiel bezwingt den SC DHfK Leipzig
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10:58 22.02.2016
Von Tamo Schwarz
Heimspiel in der Sparkassen-Arena: Ilija Brozovic (Mitte) blockt den Wurf von Sergey Zhedik (li.) Quelle: Uwe Paesler
Kiel

„Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf nicht wider“, musste nach dem Abpfiff auch THW-Trainer Alfred Gislason eingestehen. Neun Tore Vorsprung – das war in der Tat etwas zu deutlich. Ein kunterbunter Handball-Nachmittag in der ausverkauften Sparkassen-Arena war es trotzdem.

Dafür sorgen nicht nur Frauen, Freundinnen und Kinder der Handball-Zebras, die die allzu seltene Gelegenheit einer Nachmittags-Begegnung nutzen, um „ihren“ Kieler Helden zuzujubeln. Nein, besonders Aufsteiger Leipzig und die glänzende taktische Ausrichtung seines jungen Trainers Christian Prokop tragen zum Unterhaltungswert des Bundesliga-Spektakels bei. Der 37-Jährige nennt seine Taktik später „vollstes Risiko“, nimmt von Beginn an im Angriff den Torwart zu Gunsten eines siebten Feldspielers aus dem Spiel, liefert einen Überraschungseffekt und erzeugt so eine permanente Überzahlsituation. Das geht lange gut, weil Alen Milosevic und Bastian Roschek am Kreis Räume schaffen, die Akteure der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) schnell spielen, rasant kreuzen, gegen die zunächst in 3:2:1-Formation deckenden Kieler diszipliniert in dem ihnen auferlegten Korsett bleiben. Die Folge: Leipzig führt mit 7:5 (13.).

Landin legt den Grundstein

Dann nimmt die – so muss man es sagen – spielentscheidende Wendung ganz schnell ihren Lauf. Alfred Gislason stellt die Abwehr um, lässt Erlend Mamelund und Domagoj Duvnjak (später Blazenko Lackovic) jetzt im Mittelblock einer defensiven 6:0 „abräumen“. Leipzig wird so zu Würfen auf dem Rückraum gezwungen, zeigt Nerven, leistet sich immer wieder Fehler auf Halblinks. Das ist tödlich für den langen Torhüterwechsel. Duvnjak trifft das leere Tor (11:9; 21.), Torhüter Niklas Landin trifft das leere Tor (13:9; 22.), Dener Jaanimaa ersetzt nach zwei kapitalen Abspielfehlern Marko Vujins den Serben auf Halbrechts und trifft zum 15:11 (25.), Landin legt mit tollen Paraden den Grundstein für eine komfortable 18:12-Pausenführung.

Vujin steht nach der Pause erneut neben sich, Leipzig kommt heran (18:15; 34.), doch Gislason („Jaanimaa wird seine Chance bekommen“) hält an seinem Linkshänder fest, und Vujin dankt es – trotz schlechter Quote – mit vier sicheren Siebenmetern und wichtigen Toren aus dem Rückraum, trifft ebenso wie der starke Domagoj Duvnjak achtmal. Drei Minuten, drei Tore, darunter ein sensationeller Schlagwurf (23:18; 47.) – so verzeihen die Kieler Fans Vujins kritische Momente gern. Beim 26:19 (50.) bricht der bravouröse Aufsteiger ein. Gislason gönnt seinem kroatischen Spielmacher Duvnjak eine Pause, der von Dominik Klein in der Rückraum-Mitte adäquat vertreten wird. Gelingt jetzt sogar der Sprung an die Tabellenspitze? Nein, vier Tore fehlen am Ende, aber ein Statement in Richtung Rhein-Neckar Löwen ist das 30:21 allemal. Der Schlusspunkt gehört Europameister Rune Dahmke, der sehenswert per Tempogegenstoß trifft.

Alfred Gislason hatte vor dem Spiel betont: Nicht das Torverhältnis stehe im Fokus, man müsse gegen Leipzig erst einmal gewinnen. Jetzt ist er „erleichtert“, lobt den Gegner („Eine Bereicherung für die Liga, ein taktisch starker Trainer“). Und auch Marko Vujin, der Mann mit dem Licht und dem vielen Schatten, spricht nicht von Toren oder Löwen, sagt aber: „Ich kämpfe immer für den THW. Ich kämpfe für den Titel.“

Von Tamo Schwarz und Niklas Schomburg

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