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THW Kiel THW Kiel verliert knapp gegen Hannover
Sport THW Kiel THW Kiel verliert knapp gegen Hannover
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13:32 23.02.2018
Von Tamo Schwarz
THW-Kapitän Domagoj Duvnjak feierte in Hannover sein Comeback, nachdem er verletzt von der Europameisterschaft nach Kiel zurückgekehrt war. Quelle: Fotostand/Weller
Kiel/Hannover

Sie haben nun sieben (Minus-)Punkte Rückstand auf den begehrten zweiten Tabellenplatz. Es ist die dritte Niederlage gegen die Recken in dieser Saison.

Böse Erinnerungen an das Achtelfinal-Aus im DHB-Pokal im Oktober. Die Recken aus Hannover starteten damals in der Tui Arena mit 8:0 in die Partie – ein Zehn-Minuten-Desaster. An diesem Donnerstagabend in der Bundesliga (das Hinspiel hatte die TSV in Kiel auch gewonnen) kommt es ähnlich schlimm. Zwischen dem 3:5 (8.) und dem 10:5 (18.) sprintet der Gastgeber mit einem 7:0-Lauf davon – ein Zehn-Minuten-Aussetzer der Kieler Zebras mit einer Architektur aus Fehlwürfen und technischen Fehlern.

Dabei beginnt alles in etwa so, wie es THW-Trainer Alfred Gislason als Marschroute ausgegeben hatte. Die Kieler lassen den Ball laufen, entwickeln auch von den Halbpositionen den nötigen Druck gegen eine Deckung der Niedersachsen, die schnell auf den Beinen ist und mit Ex-Zebra Ilija Brozovic und Fast-aber-dann-doch-nicht-Zebra Mait Patrail empfindlich auf die Nahtstellen geht, das defensive Wirken offensiv interpretiert. Der Ball läuft durch die Reihen. Aber sonst läuft’s phasenweise gar nicht. Zwölf Fahrkarten bis zur Pause sprechen eine deutliche Sprache, das Torhüterduell entscheidet Martin Ziemer für sich. In der 17. Minute macht Niklas Landin zwischen den THW-Pfosten Platz für Andreas Wolff.

Post-EM-Comeback von Kapitän Domagoj Duvnjak

Zwei Minuten zuvor verhilft Alfred Gislason seinem Kapitän Domagoj Duvnjak zu seinem Post-EM-Comeback. Eigentlich, so hieß es, sollte der kroatische Superstar maximal zu einem „Kurzeinsatz“ in der Abwehr kommen. Doch jetzt kommt es – wie so oft in dieser Saison – anders. Gislason stellt die Deckung auf eine offensive 3:2:1-Formation um – mit Duvnjak an der Spitze und dem ebenfalls eingewechselten Christian Dissinger sowie Steffen Weinhold auf den Halbpositionen. „Dule“ muss, im Wechsel mit Miha Zarabec, auch vorne ran. Das Spiel ist schnell, alles wogt hin und her, die Wende lässt auf sich warten, Rune Dahmke scheitert zweimal frei (16.). Zum Ende der ersten Halbzeit haben sich die Kieler stabilisiert, gehen mit einem knappen 13:14 in die Kabine ...

... und kommen ebenso stabil in ihrer taktischen Statik wieder heraus. Kiel spielt Schach, Hannover will boxen. Das sieht jetzt richtig gut aus, wie Patrick Wiencek die Lücken findet und Dissinger mit einem Assist Wiencek (17:16 für den THW/36.). Jetzt greifen auch die Kieler noch beherzter zu, gestatten Hannover bis zur 39. Minute kein Tor aus dem Positionsangriff. Allerdings: Aus sieben Metern ist Casper Mortensen eine Bank. Dissinger (wie entfesselt), Vujin (Licht und Schatten), Dahmke und Duvnjak halten den THW in Führung (22:21/44.). Doch Hannover bleibt selbstbewusst, energisch, und ab dem 25:24 durch einen in entscheidenden Phasen wichtigen Kai Häfner (50.) erweisen sich auch die Unparteiischen vor 9163 Zuschauern ein wenig als Heimschiedsrichter. Zwei Kopftreffer gegen Nilsson und Duvnjak bleiben ungeahndet, die letzten fünf Treffer des Spiels sind allesamt Siebenmeter.

Die TSV führt (27:25/53.), Weinhold trifft (54.), doch die Schiedsrichter, die eben noch eine „Fünf“ anzeigten, pfeifen nach fünf Pässen Zeitspiel. Im Gegenstoß (starker Steal von Dahmke) erreicht Duvnjaks Pass keinen Kieler. Auf der andere Seite Siebenmeter (28:25/57.). Jetzt ist es aussichtslos. Oder? Siebenmeter Ekberg (28:26/57.), gleich noch mal (28:27/59.), Morten Olsen trifft nur die Latte. Der THW hat den Ball, noch 18 Sekunden. Dissinger, der einen so starken Tag krönen könnte, kommt zum Wurf – drüber! „Ich hätte ihm das so sehr gegönnt“, sagt Alfred Gislason. Kiels Sportlicher Leiter Viktor Szilagyi ergänzt: „Die Mannschaft hat sich leider nicht mit einem Punkt belohnt.“ Von der Meisterschaft oder Platz zwei redet erst mal keiner mehr.

Statistik

TSV Hannover-Burgdorf: Ziemer (1.-32. Minute und bei einem 7m/8 Paraden), Semisch (ab 32./4) – Johannsen, Mortensen 10/7, Patrail 1, Pevnov 3, Lehnhoff n.e., Häfner 4, Atman n.e., Böhm, Kárason 1, Olsen 4, Brozovic 1, Kalafut n.e., Christophersen, Kastening 4.

THW Kiel: Landin (1.-17. und ab 53. Minute sowie bei einem 7m/6 Paraden), Wolff (17.-53. und bei einem 7m/6) – Duvnjak 3, Firnhaber, Weinhold 3, Dissinger 3, Wiencek 4, Ekberg 5/3 Frend Öfors n.e., Rahmel n.e., Dahmke 1, Zarabec 3, Vujin 2, Bilyk 1, Nilsson 2, Santos n.e..

Schiedsrichter: Baumgart/Wild (Altenheim/Elgersweiher) – Strafminuten: TSV6 (Böhm, Häfner, Christophersen), THW 6 (Weinhold, Dissinger, Bilyk) – Siebenmeter: TSV 7/7, THW 3/3 – Spielfilm: 0:1, 2:3 (3.), 3:5, 10:5 (18.), 10:7, 12:7 (22.), 13:13, 14:13 – 15:13, 16:17 (36.), 21:22, 23:22 (45.), 24:24, 26:25 (53.), 28:25 (57.), 28:27 – Zuschauer: 9163 in der Tui Arena Hannover.

Als der THW Kiel am Mittwochnachmittag nach Hannover aufbrach, waren bis auf René Toft Hansen alle Zebras an Bord. Domagoj Duvnjak gibt THW-Trainer Alfred Gislason eine zusätzliche Option in der Deckung gegen den wurfgewaltigen Rückraum des Tabellenzweiten, der von Insiderwissen profitiert.

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