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THW Kiel Rotation gegen die Müdigkeit
Sport THW Kiel Rotation gegen die Müdigkeit
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14:26 10.10.2015
Von Tamo Schwarz
Letztes Aufeinandertreffen in der Champions League am 1. Dezember 2013: Damals setzten sich René Toft Hansen (vorne) und der THW mit 34:25 gegen Wisla Plock mit Adam Wisniewski (li.) und Marcin Lijewski (re.) durch. Quelle: Uwe Paesler
Plock

Die 122.000-Einwohner-Stadt nordwestlich von Warschau lebt vom Öl, der Mineralöl- und Tankstellenkonzern PKN Orlen ist Namensgeber der Halle (Orlen-Arena), ist Hauptsponsor des Vereins, dessen Team sich „Oilers“ nennt. Die Stimmung in dem 5500 Zuschauer fassenden Hexenkessel sei, so THW-Trainer Alfred Gislason, „phänomenal“, die Mannschaft „sehr stark, gut besetzt“. Besonders das rumänische Supertalent Dan Emil Racotea auf Halblinks hat es ihm angetan. Der 2,02 Meter große 20-Jährige sei „die Hoffnung Rumäniens“. „Ihn haben ganz bestimmt ganz viele Vereine auf dem Zettel“, so der Kieler Trainer. Der Isländer will die nächsten Spiele – in Plock, am Mittwoch gegen Eisenach und am kommenden Sonnabend in der Champions League in Veszprem – trotz aller Gefahr nutzen, um „noch mehr zu rotieren“. Soll heißen: Neuzugänge wie Christian Dissinger oder Erlend Mamelund (beide Halblinks) sollen weiter in die Mannschaft finden, um besonders Akteuren wie Domagoj Duvnjak oder Joan Canellas Pausen auf der Bank zu verschaffen. „Man hat einigen Spielern in Mannheim in der entscheidenden Phase die Müdigkeit deutlich angemerkt“, sagte der Isländer mit Blick auf die 20:24-Pleite bei den Rhein-Neckar Löwen am Mittwoch. Rückkehrer Igor Anic ist in der Champions League erst ab dem 21. November (in Paris) spielberechtigt.

 Mit den ganz großen Namen kann Wisla Plock – derzeit die polnische Nummer zwei hinter Meister KS Vive Kielce – zwar nicht aufwarten, verschaffte sich in Gruppe A mit einem 27:27 gegen Veszprem sowie einem 28:25-Sieg in Celje jedoch Respekt. Kein Wunder, dass der spanische Coach Manolo Cadenas, von 2007 bis 2009 Trainer beim FC Barcelona, vor dem Spieltag in der Königsklasse selbstbewusste Töne anstimmt: „Zeit für eine angemessene Vorbereitung auf das Spiel gegen Kiel hatten wir genug. Das Team glaubt an einen Sieg.“ Rückraumspieler Bartosz Konitz ergänzt: „Wir wissen um die Personalprobleme bei THW Kiel. Aber wir konzentrieren uns vor allem auf uns selbst.“

 Ziel der Polen ist das Erreichen des Viertelfinales. „Wir waren in den vergangenen beiden Jahren dicht dran“, erinnert sich Kapitän Adam Wisniewski. Vom Erstliga-Absteiger GWD Minden wechselte Kreisläufer Marko Oneto an die Weichsel. Von Medwedi Tschechow kam der russische Spielmacher Dimitri Zhitnikov.

 Bester Torschütze bislang ist der portugiesische Kreisläufer Tiago Rocha – vor seinem Wechsel 2014 nach Polen zehn Jahre lang beim FC Porto. Aber auch mit dem 2,13 Meter großen spanischen Linkshänder Angel Montoro, der 2013 genau wie Keeper Rodrigo Corrales vom FC Barcelona kam, oder den beiden Serben Ivan Nikcevic (Linksaußen) und Nemanja Zelenovic (Halbrechts) versprüht der Tabellenfünfte der Gruppe A Gefahr.

 Bis dato gab es sechs Aufeinandertreffen in der Champions League. Nur die erste Begegnung verloren die Zebras in Plock mit 31:32. Auch daraus schöpfen die zum Aberglauben neigenden Polen ihre Hoffnung auf einen Sieg: Das war fast genau vor zehn Jahren am 8. Oktober 2005.

Immer noch sorgt die „Akte Filip Jicha“ für Gesprächsstoff in der Handball-Szene. Regelrechte Sprengkraft besaßen am Montag Zitate von Alfred Gislason in dem Magazin „Handball inside“. Darin hatte der Trainer der Zebras heftige Kritik an seinem Ex-Kapitän geübt. Gislason distanziert sich davon nun deutlich.

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Das Spitzenspiel verloren, in der Bundesliga sechs Punkte Rückstand auf die Rhein-Neckar Löwen – der THW Kiel ist so schlecht gestartet wie seit 13 Jahren nicht mehr. Damals hatten die Zebras nach neun Spielen 6:12 Punkte auf dem Konto, nun ist der Stand immerhin umgekehrt.

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Es war ein „Vier-Punkte-Spiel“, und der THW Kiel hat es verloren. Bei Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen unterlagen die Zebras am Mittwoch vor 13200 Zuschauern nach einer kuriosen ersten Halbzeit mit 20:24 (7:13) und haben nun bereits sechs Punkte Rückstand auf den Tabellenführer.

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