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THW Kiel THW Kiel besiegt Brest mit 31:23
Sport THW Kiel THW Kiel besiegt Brest mit 31:23
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22:21 25.09.2019
Von Merle Schaack
In der Gruppenphase in der VELUX EHF Champions League 2019/20 traf der THW Kiel (weiß) in der Sparkassen-Arena auf den weißrussischen Meister HC Meshkov Brest (blau). Domagoj Duvnjak ballt seine Fäuste und schreit dabei laut. Quelle: Sascha Klahn
Kiel

Nach der doppelten Auswärtsreise mit Spielen beim Bergischen HC und in Veszprem binnen 45 Stunden kehrte der THW Kiel am Mittwoch für die Begegnung mit dem weißrussischen Meister Meshkov Brest in die heimische Sparkassen-Arena zurück.

Warmen Applaus gab es nicht nur für die Zebras, sondern auch für Gäste-Trainer Raul Alonso, von 2009 bis 2015 Co- und Nachwuchs-Trainer beim THW Kiel.

Mit der Freundschaft war es aber mit dem Anpfiff vorübergehend vorbei - boten die Gäste, die bis dato in der Königsklasse knapp gegen Porto und Montpellier verloren hatten, den Kielern doch nach Kräften Paroli.

THW Kiel leistet sich viele Fehler

Dass sie das konnten, lag aber auch an der hohen Fehlerquote des THW Kiel, der im Rückraum ohne die verletzten Steffen Weinhold (Fuß) und Lukas Nilsson (Schulter) auskommen musste.

Die Kieler, die mit Domagoj Duvnjak als Regisseur sowie an der Spitze der 3:2:1-Abwehr starteten, leisteten sich in der ersten Viertelstunde der Partie drei Ballverluste im Angriff sowie sieben Fehlwürfe - darunter ein Siebenmeter, mit dem Niclas Ekberg an Gäste-Torwart Ivan Pesic scheiterte und erst im Nachwurf verwandelte.

7:5 führten die Kieler nach diesen 15 Minuten - den Vorsprung verdankten sie Keeper Dario Quenstedt, der drei Tage nach seinem 30. Geburtstag im Tor starten durfte und sich mit sieben Paraden in der ersten Hälfte bedankte.

Brest geht in Führung

THW-Trainer Filip Jicha versuchte, das stockende Angriffsspiel mit Youngster Gisli Kristjánsson zu beleben. Doch der Isländer reihte sich in die Fehlwurf-Liste ein. Einen Ballverlust später nutzte Brests Kreisläufer Branko Kankaras zum 9:9-Ausgleich per Gegenstoß (21.).

Ausgerechnet Harald Reinkind, der nach Weinholds Verletzung im rechten Rückraum auf sich allein gestellt war, hatte einen gebrauchten Tag erwischt. Sein vierter Fehlwurf in Kombination mit einem verprellten Ball von Bilyk luden Brest zur 11:9-Führung (23.) ein. Nun hatte Filip Jicha genug, nahm eine Auszeit und schickte Miha Zarabec das Spiel zu ordnen.

Knapper Vorsprung zur Pause

Tatsächlich hielten sich die Kieler sich nun bis zur Pausensirene schadlos. Stattdessen rannte Brest sich zunehmend bis zum Zeitspiel in der THW-Abwehr fest. Vier Minuten vor der Pause glich der für Magnus Landin auf Linksaußen eingewechselte Rune Dahmke aus, Reinkind legte mit seinem zweiten Treffer zum 12:11 (29.) nach. Ein knapper Vorsprung, den die Kieler in die Pause retteten.

Nach einem etwas chaotischen Beginn mit vergebenen Gegenstoß-Chancen auf beiden Seiten fanden die Kieler schneller wieder in die Partie. Mit Quenstedt (15 Paraden) als Rückhalt wuchs ihr Vorsprung auf 17:13 (38.) an.

Dahmke bester Torschütze

Immer öfter gelang es dem THW Kiel nun, über wenige Stationen Chancen zu kreieren - und sie zu nutzen. Erfolgreichster Zebra-Torschütze an diesem Abend war Rune Dahmke (5 Tore in 5 Versuchen).

Zwar öffnete sich die Abwehr nach dem 22:17 (46.) ab und zu noch immer weit wie ein Scheunentor und ließen die Zebras vorne so manch eine Chance fahrlässig aus. Auf mehr als drei Tore (22:19/50.) kamen die inzwischen ausgepowerten Gäste nicht mehr heran - auch wenn der in der 43. Minute eingewechselte Torwart Ivan Matskevich alles versuchte. Vor allem Patrick Wiencek, dem er drei Würfe abkaufte, trieb er an den Rand der Verzweiflung.

THW vorübergehend an der Spitze

In der 54. Minute kam Wiencek dann doch noch zum Zug, traf erst vom Kreis und verwertete anschließend einen Ekberg-Abpraller zum 26:20 - die Partie war entschieden.

Durch den Sieg über Brest kletterten die Kieler in der Vorrunden-Gruppe B vorübergehend auf den Spitzenplatz. Allerdings hat der THW Kiel derzeit auch ein Spiel mehr absolviert als die Konkurrenz.

Die Statistik

THW Kiel: Quenstedt (1.-60. Minute/15 Paraden), N. Landin n.e. – Duvnjak 4, Reinkind 3, M. Landin 1, Kristjánsson 1, Wiencek 5, Ekberg 4/2, Rahmel 2, Dahmke 5, Zarabec 1, Horak, Bilyk 3, Pekeler 2.

HC Meshkov Brest: Pesic (1.-43. Minuten/6 Paraden), Matskevich (ab 43./7) – Kankaras 5, Kulak, Panic 6, Shkurinskiy 3, Yurynok 1, Obradovic n.e., Accambray 1, Shumak 1, Baranau 1, Razgor 1, Selvasiuk 1, Djukuic 1/1, Vailupau, Malus 2.

Schiedsrichter: Kirkholm Madsen/Mortensen (Dänemark) – Strafminuten: THW 2 (Dahmke), Brest 4 (Shumak, Kankaras)– Siebenmeter: THW 3/2 (Ekberg scheitert an Pesic), Brest 1/1 – Zuschauer: 7506 in der Kieler Sparkassen-Arena.

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