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THW Kiel THW Kiel siegt gegen Paris
Sport THW Kiel THW Kiel siegt gegen Paris
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00:21 25.11.2014
Von Ralf Abratis
Der THW Kiel jubelte über seinen Sieg gegen Paris St. Germain. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Vor der Partie gab es Nettigkeiten, während des Duells hochklassigen und kämpferischen Handball: Das Spitzenspiel der Champions-League-Vorrunde zwischen dem deutschen Meister THW Kiel und dem internationalen Star-Ensembles aus Paris hielt, was Experten von dem Aufeinandertreffen der beiden Spitzenclubs erwartet und sich die Fans nach dem engen Hinspiel erhofft hatten. Am Ende bewiesen die Kieler wie schon vor sechs Tagen den größeren Siegesinstinkt und siegten mit 33:29 (14:15).

Der THW Kiel hat das Champions-League-Heimspiel gegen Paris St. Germain mit 33:29 gewonnen. Die Zebras zeigten dabei, dass sie nicht nur gut Handball spielen können: Auch der Jubel konnte sich sehen lassen.

Vor der Partie verkündete THW-Kapitän Filip Jicha, gekleidet im feinen Champions-League-Anzug, dass er hofft, in drei Wochen wieder spielen zu können – nicht ohne einen skeptischen Seitenblick auf die Ärzte zu wagen. Die voll besetzte Halle nahm es mit großer Erleichterung entgegen und feierte den frisch gekürten Kieler Sportler des Jahres.

Sonder-Applaus gab es es auch für zwei Ex-Kieler. Thierry Omeyer und Daniel Narcisse haben auch eineinhalb Jahre nach ihrem Weggang von der Förde immer noch eine große Anhängerschar in der Landeshauptstadt und wurden auch als Gegner bejubelt.

Dass ihnen selbst während der 60 Minuten Spielzeit nicht der Sinn nach Austausch von Freundlichkeiten stand, hatten die Ex-Kieler bereits vor der Partie angekündigt. Und so zeigten sie sich während des Duells zum Start auch als große Leistungsstützen der Pariser. Omeyer als Verhinderer Kieler Tore und Narcisse als Vollstrecker der Gäste-Chance.

Zehnmal stellte sich der ehemalige THW-Liebling allein in der ersten Halbzeit den Würfen der Zebras erfolgreich in den Weg, und viermal traf Narcisse in seiner ehemaligen Heimstätte bis zum Pausenpfiff. Es waren neben einer guten Abwehr zwei starke Faktoren, warum die Pariser diesmal besser in das Spiel fanden als noch vor einer Woche.

Fast die gesamte erste Halbzeit lagen die Gäste mit ein bis zwei Toren in Führung. Lediglich zur Mitte der Halbzeit hatten ein stark aufgelegter Domagoj Duvnjak und Marko Vujin, der Omeyer mit Würfen dicht über dem Hallenboden zu überlisten wusste, kurzzeitig für knappe Kieler Vorsprünge gesorgt.

THW-Trainer Alfred Gislason hatte sein Team mit einer offensiven 3:2:1-Deckungsvariante ins Spiel geschickt. Im Spielaufbau ließ er Rasmus Lauge und Joan Canellas rochieren. Doch gegen die dichte Abwehr der Gäste war es schwierig, Lücken zu finden. Und so mussten die Kieler all ihre Kraftreserven aufbieten, um die Gäste in den ersten 30 Minuten nicht davonziehen zu lassen.

Die zweite Halbzeit begann schnell und hektisch: Christian Sprenger und Duvnjak wurden die Angriffe wegen Schrittfehlern abgepfiffen, Jeffrey M'Tima soll bei seinem Wurf nach Meinung der litauischen Schiedsrichter bereits gestanden haben. Weitere technische Fehler gesellten sich auf beiden Seiten hinzu. Der Ball flog schnell von links nach rechts, und statt spielerischer Qualitäten musste nun die Wurfgewalt für die Tore sorgen.

Auf Seiten der Gäste war es Mikkel Hansen, der insgesamt neun Treffer ins Netz wuchtete. Bei den Kielern legte Vujin all seine Kraft in die Würfe. Acht Mal traf er für den THW. Als dann auch noch Andreas Palicka, der sich im Kieler Tor über die Spielzeit mehrfach mit Johan Sjöstrand abwechselte, mit starken Paraden in das Spiel fand, hatten die Kieler den Schlüssel zu diesem Spiel gefunden.

Joan Canellas, der jetzt die zentrale und tragende Rolle beim THW übernommen hatte traf in der 47. Minute per Siebenmeter zur ersten Drei-Tore-Führung für die Gastgeber (25:22). Und mit abgefangenen Bällen in der Abwehr und schnellen Gegenstößen konnten die Zebras sogar zwischenzeitlich auf fünf Treffer davon galoppieren und hatten fünf Minuten vor dem Ende das Spiel entschieden.

Damit stehen die Spieler von Alfred Gislason nun dicht vor dem Sieg in ihrer Vorrundengruppe und haben sich eine starke Ausgangsposition geschaffen, um auch in diesem Jahr in der Champions League wieder weit zu kommen. „Es ist unglaublich, was wir in den vergangenen Tagen geschafft haben. Die Stimmung in der Halle war super und das hat uns die nötige Energie gegeben“, freute sich Vujin nach dem Schlusspfiff. 

THW: Sjöstrand (15.-35. Minute, 3 Paraden), Palicka (1.-15, ab 35., 7), Sonne-Hansen (n.e.) – Duvnjak 4, Ranke (n.e.), Toft Hansen 1, Sprenger 2, Weinhold, Wiencek 3, Ekberg 2, Lauge 1, Canellas 9/4, Dahmke (n.e.), Klein 3, Vujin 8

Paris St. Germain: Annonay (n.e.), Omeyer (1.-60., 17) – Melic 2, Accambray 1, Csaszar (n.e.), Vori 4, N'Diaye 1, Barachet 4, Gojun 2, Abalo, Hansen 8/2, Narcisse 4, Kopljar, M'Tima 3, Bojinovic (n.e.)

Schiedsrichter: Vaidas Mazeika/Mindaugas Gatelis (Litauen) – Siebenmeter: THW 4/4, Paris 2/2 – Strafminuten: THW 10 (Duvnjak, Toft Hansen, Weinhold, Klein, Canellas), Paris 6 (N'Diaye, Barachet, Gojun) – Zuschauer: 10285