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THW Kiel THW Kiel gewinnt Achtelfinal-Hinspiel
Sport THW Kiel THW Kiel gewinnt Achtelfinal-Hinspiel
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08:05 21.03.2014
Von Ralf Abratis
Marko Vujin erzielte sieben Tore für den THW Kiel. Quelle: pae (Archiv)
Györ

Der Umzug des Achtelfinal-Hinspiels der Handball Champions League von der Ukraine nach Ungarn hat sich für den THW Kiel gelohnt. Der Austragungsort Györ empfing die Spieler mit prallem Frühling, mit Sonnenschein und blühenden Bäumen, am Vorabend des Spiels war zudem der Ex-Kieler Momir Ilic aus Veszprem zu einem Kurzbesuch gekommen, und das neutrale Publikum in der Universitätshalle stellte keine Auswärtskulisse dar. Einzig der Gegner HC Motor Saporoschje stellte sich in diesem Wohlfühlklima lange als Störfaktor heraus, musste sich aber letztlich mit 28:31 (14:16) geschlagen geben.

Die kleine Schar von sechs echten THW-Fans, die nicht nur aus Kiel, sondern auch aus Hamm, Düsseldorf und Köln angereist war, traf sich zum Teil schon Stunden vor dem Spiel beim Schlendern durch die malerischen Gassen des katholischen Bistum-Sitzes. Skeptisch wurde diskutiert, ob das Knie von Aron Palmarsson halten und wie das Verlegenheits-Torhüter-Duo aus Andreas Palicka und Moritz Krieter nach dem Ausfall von Johan Sjöstrand funktionieren würde. Dennoch gaben sich die Anhänger siegesgewiss. Und auch ihre Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet. Palmarsson musste keine Überlastung fürchten, da er nur im Angriff eingesetzt und dort mitunter auch durch Filip Jicha ersetzt wurde. THW-Trainer Alfred Gislason nutzte die Gelegenheit, den gut aufgelegten Wael Jallouz auf Halblinks Einsatzzeiten zu geben. Und Andreas Palicka stellte sich als der erhoffte Sicherheitsfaktor heraus, parierte bereits in der ersten Hälfte neun Bälle, darunter einen Siebenmeter, und knüpfte auch in der zweiten Halbzeit nahtlos an diese Leistung an. Der 20-jährige Krieter musste daher auf einen Champions League-Auftritt verzichten.

Dennoch kam die Zebra-Herde nur zögerlich ins Laufen. Zu viele Fehlwürfe in der Anfangsphase und einige Unaufmerksamkeiten in der Abwehr, als immer wieder Abpraller bei den Ukrainern landeten, ließen die gastgebende Mannschaft zunächst davoneilen. Erst beim Stande von 0:3 und nach fünf Minuten gelang Palmarsson der erste Kieler Treffer. Dann aber hatten sich die Kieler besser auf die offensive Abwehr von Motor Saporoschje eingestellt und gingen durch Gudjon Valur Sigurdsson erstmals in der 12. Minute mit 6:5 in Führung. Die Ukrainer lebten in der Folge vor allem von der Urgewalt ihres Rückraum-Riesen Sergii Burka, der mehrfach einen gewaltigen Unterarmwurf abfeuerte. Doch Palicka konnte selbst davon einen parieren. Zudem entnervte er mehrfach den völlig frei vor ihm auftauchenden Olexandr Shevelev. So verdienten sich die Kieler die Pausenführung, hatten danach aber erneut den schlechteren Start in die zweite Hälfte. Zäh entwickelte sich das Kieler Spiel in der zweiten Halbzeit, in dem zunächst nur Jicha für Tore aus dem Spiel heraus sorgte. Als der THW dann auch noch eine doppelte Unterzahl (41.) kassierte, stand das Spiel auf der Kippe. Bis zur 53. Minute konnte sich kein Team absetzen, dann war es Christian Sprenger, der mit einem Steal und dem Tempogegenstoß zum 27:25 wieder einen wichtigen Zwei-Tore-Vorsprung herstellte. Palmarsson legte nach, und so konnten die Kieler etwas beruhigter in die Schlussphase gehen, in der sie das Ergebnis zwischenzeitlich auf eine Fünf-Tore-Führung ausbauten, dann den Ukrainern aber noch eine Ergebniskorrektur erlaubten.

Für die Kieler gibt es kaum Zeit, um sich nach diesem Champions League-Auftritt wieder auszuruhen. Bereits heute morgen geht der Flieger zurück nach Hamburg. Einer Nacht im eigenen Bett folgt dann der Flug nach Frankfurt mit der Weiterreise zum Spiel am Sonntag gegen Balingen. Kreisläufer Patrick Wiencek wird seinen 25. Geburtstag daher im Flugzeug und auf der Autobahn verbringen.

HC Motor SaporoschjeTHW Kiel 28:31 (14:16)

Motor: Stochl (1.-35. und ab 58. Minute, 9 Paraden), Koshovy (35.-58, 2) – Kubatko 2, Evdokimov 4, Skopintsev 5/3, Shevelev 3, Aflitulin 7, Gurkovsky, Gorbachov, Kurylenko, Zhuk, Semikov 1, Perez de Inestrosa, Ostroushko 2, Onufryienko, Burka 4

THW: Palicka (1.-60, 18), Krieter (n.e.) – Toft Hansen, Sigurdsson 3, Sprenger 3, Wiencek 1, Ekberg 1, Zeitz 2, Jallouz 3, Palmarsson 4, Klein, Jicha 7, Vujin 7/3.

Schiedsrichter: Nikolic/Stojkovic (Serbien) – Siebenmeter: HC Motor 4/3 (Palicka pariert gegen Perez), THW 4/3 (Vujin scheitert an Stochl) – Strafminuten: HC Motor 14 (Shevelev, Evdokimov, Skopintsev, Onufryienko, Aflitulin, Kurylenko, Semikov), THW 10 (Vujin, Toft Hansen, Jicha, Zeitz zweimal) – Spielfilm: 1:0, 3:0, 3:1, 4:2, 4:4, 5:5, 5:6, 7:6, 8:7 (15.), 9:8, 10:11, 13:12, 13:15, 14:16 (Hz.), 16:16, 16:17, 18:18, 19:20, 20:21, 21:23, 22:25, 25:25, 25:28, 26:29, 26:31, 28:31 – Zuschauer: 1200 in der Egyetemi Csarnok-Halle in Györ/Ungarn.