Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
THW Kiel Zehnmal Duvnjak und einmal „Rot“
Sport THW Kiel Zehnmal Duvnjak und einmal „Rot“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:23 03.03.2016
 Der THW Kiel am Donnerstag beim Heimspiel: Domagoj Duvnjak und Ilija Brozovic halten Tin Kontrec (v.re.). Quelle: Uwe Paelser
Kiel

Die erste Halbzeit fällt noch friedlich aus. Vielleicht zu friedlich. Zagreb stellt nach wenigen Minuten auf eine offensive, druckvolle, viel Übersicht beweisende 5:1-Deckung um, stört zuerst die Kreise von Joan Cañellas, später von Domagoj Duvnjak, rückt insgesamt aber so weit raus, dass sich Kieler Angriffsspiel und kroatische Deckung zu einem zuweilen ungeordneten Schwärmen vermengen. Zagreb bringt nach einer Viertelstunde den starken Domagoj Pavlovic, kreuzt schnell und effizient, zieht vor der Pause auf 16:12 davon (29.). Es bedarf sehenswerter Einzelaktionen der Zebras, um im Spiel zu bleiben: beispielsweise eines genialen Unterarmwurfes von Marko Vujin (9:7; 16.) oder eines feinen Anspiels von Alexander Williams auf Ilija Brozovic (13:16; 29.).

THW Kiel legt den Schalter um

Nach der Pause vermag der THW, „den Schalter umzulegen“. So beschreibt der starke Torwart Nikolas Katsigiannis die Phase nach dem 14:19 (32.), in der Dominik Klein klug und schnörkellos Regie führt, die Zebras die zuvor unnötigen Abspiel-Schludrigkeiten und Fehlwürfe abstellen, Erlend Mamelund und Ilija Brozovic das Geschehen im Abwehr-Mittelblock (und drumherum) wieder ihrem Diktat unterwerfen und Katsigiannis die entscheidenden Impulse gegen das Gefühl, eingelullt zu werden, setzt. Er pariert vier freie, schwere Bälle in Folge, während RK Zagreb – lautstark unterstützt auch von rund 50 Fans vom RK-Fanclub in Hamburg – bis zum 20:20 (40.) kein einziger Treffer mehr gelingt. Klein dirigiert und trifft selbst sieben Mal, die Kieler „Katze“ pariert 14 Würfe, spielt den anschließenden Ball der Komplimente jedoch sofort an seinen an diesem Tag wichtigsten Mitspieler weiter: Domagoj Duvnjak. „Ich freue mich für Dule, denn er war nach der Hinspielniederlage in seiner Heimat nicht zufrieden“, sagt Katsigiannis. Und wirklich: Der Kieler Spielmacher agiert wieder einmal „überragend“ (THW-Coach Alfred Gislason), trifft fünfmal vor und fünfmal nach der Pause, und das alles mit einer Präsenz, die für den THW Kiel in dieser Saison von unschätzbarem Wert ist.

Duvnjak auf höchstem Energielevel

Obwohl es um nichts geht, bewegt sich Duvnjak auf höchstem Energielevel, hält seine jungen, talentierten Landsleute beim 22:21 in Unterzahl (44.), 25:24 (51.) oder 29:26 (57.) auf Distanz. Jetzt hat der THW das Spiel gedreht, und dieser Abend könnte so sportlich und makellos enden, fast nahtlos ins Achtelfinale der Königsklasse münden, wäre da nicht der Ellenbogencheck von Susnja, nach dem Christian Sprenger benommen liegen bleibt, eine leichte Schädelprellung davonträgt. Ein friedlicheres Duell als im September in Zagreb? „Christian Sprenger wird dazu sicher eine andere Meinung haben“, sagt Katsigiannis.

Auch Alfred Gislason ist nach dem Spiel zufrieden: „Meine Mannschaft hat sehr gut gekämpft, alles gegeben.“ Domagoj Duvnjak fasst das Geschehen vor einer zweiwöchigen Pause bis zum nächsten Pflichtspiel so zusammen: „Nicht schön, aber so ist Handball.“

Von Tamo Schwarz und Niklas Schomburg

Es geht um nichts, und doch geht es um alles. Um die Ehre – mindestens. Der THW Kiel beendet am Donnerstag gegen RK Zagreb (19.30 Uhr, Sparkassen-Arena) die längste Königsklassen-Gruppenphase aller Zeiten.

Tamo Schwarz 03.03.2016

Sein Spiel ist schnörkellos. Seine Sätze sind es auch. Igor Anic hat feine Antennen. Er war gekommen, um vielleicht am Ende doch beim THW Kiel zu bleiben.

Tamo Schwarz 01.03.2016
THW Kiel THW ist Tabellenführer Von oben beobachten

Tabellenführer! Zum ersten Mal in dieser Saison hat sich Handball-Rekordmeister THW Kiel an die Spitze der Bundesliga gesetzt. Nach dem souveränen 26:21 (14:10) gegen die Füchse Berlin können die Zebras am Donnerstag „von oben“ beobachten, was die  Rhein-Neckar Löwen gegen die MT Melsungen machen.

Tamo Schwarz 28.02.2016