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THW Kiel Zaporozhye entführt Punkt aus Kiel
Sport THW Kiel Zaporozhye entführt Punkt aus Kiel
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21:48 20.11.2019
Von Merle Schaack
THW Kiel Likas Nilssson spielt Hendrik Pekeler an. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Gegen den Tabellenletzten der Champions-League-Gruppe B musste der THW Kiel mit einem dünnen Kader auskommen. Die Ausfälle von Steffen Weinhold (Fuß), Domagoj Duvnjak (Muskelfaserriss), Gisli Kristjánsson (Schulter), Niclas Ekberg (Achillessehne) und Nikola Bilyk (Leiste) sorgten für viel Platz auf der Kieler Auswechselbank. 

Die zwölf fitten Zebras taten sich vor allem im Angriff schwer. Wie schon im Hinspiel in der Ukraine drückte vor allem Zaporozhyes Torwart der Partie seinen Stempel auf. Anfang November war das Gennadiy Komok gewesen, nun stand ihm sein Positionskollege Victor Kireev in nichts nach. Neun Paraden notierte er in der ersten Viertelstunde, nach der die Kieler nur knapp mit 8:7 führten. 

THW-Rückraum ausgedünnt

Vor allem der ausgedünnte THW-Rückraum offenbarte eine große Streuung in seinen Würfen. Drei Fehlwürfe von Harald Reinkind, drei von Lukas Nilsson. Der Schwede schaffte es nicht, sein Formtief komplett abzuschütteln - bekam aber großen Zuspruch von seinen Teamkollegen: Sein erstes Tor nach 19 Minuten zum 10:8 bejubelten alle Zebras – inklusive Auswechselbank – mit besonders großer Freude.

Der erhoffte Befreiungsschlag für den 23-Jährigen war es aber nicht. Nach gut 20 Minuten stellte THW-Trainer Filip Jicha angesichts der mangelnden Durchschlagskraft seinen Rückraum um und griff dabei auf Allround-Talent Rune Dahmke zurück. Der gelernte Linksaußen rückte für Miha Zarabec auf die Mittelposition und feuerte sogleich einen Hüftwurf zum 11:12 in den linken oberen Winkel. 

Zarabec aufs Spielfeld zurück

Allerdings waren die Kieler nach wie vor zu sehr mit sich selbst beschäftigt, kassierten einige Gegenstoß-Tore und rückten auch in der Abwehr nicht immer konsequent genug zusammen. So hielt Motor Zaporozhye, angeführt vom explosiven Halblinken Barys Pukhouski (10 Tore), die knappe Führung bis zum Pausenstand von 16:17. 

Zu Beginn der zweiten Hälfte kehrte der zuvor blasse Zarabec wieder aufs Spielfeld zurück. Doch es blieb zäh. Die Kieler rangen mit dem Gegner, aber auch mit sich selbst, liefen sich oft in Einzelaktionen in der Gäste-Abwehr fest. Zaporozhyes Führung wuchs auf 24:21 (43.) an. 

Lukas Nilsson gab nicht auf

Erst die Abwehr-Umstellung auf die 3:2:1-Vriante - in Duvnjaks Abwesenheit mit Hendrik Pekeler an der Spitze - brachte den Kielern wieder „leichte“ Tore durch Ballgewinne in der Abwehr. Niclas Ekberg, erneut nur bei den Siebenmetern im Einsatz, erwies sich bei neun erfolgreichen Strafwürfen als treffsicher wie eh und je. Zwölf Minuten vor Schluss glich Wiencek per Gegenstoß aus (25:25), drei Minuten später konnte der vor Energie und Motivation strotzende Rune Dahmke auf 28:26 erhöhen. 

Auch Lukas Nilsson gab nicht auf – auch wenn er schon sechsmal an Kireev oder dem Pfosten gescheitert war. Doch beim 29:27 (52.) war er wieder fast der Alte, wurde beim Wurf von Dmytro Doroshchuk niedergestreckt und jubelte beim Heraushumpeln sowohl über seinen fünften Treffer als auch die Zeitstrafe für den Gegner.

Spannend bis zur letzten Minute

Mit dem siebten Feldspieler zwang Zaporozhye den THW Kiel in der Defensive zurück, und so blieb es spannend bis zur letzten Minute. Zu deren Beginn prangte ein 32:32 auf der Anzeigetafel. Wieder liefen die Kieler sich in der beweglichen Zaporozhye-Abwehr fest, bei drohendem  Zeitspiel blieben dem THW drei Pässe – der letzte landete bei Hendrik Pekeler, der am Kreis von drei Motor-Spielern niedergerungen – Zeitstrafe für Igor Soroka, noch 36 Sekunden auf der Uhr. 

Doch diese Zeit reichte den Kielern auch gegen sechs Ukrainer nicht, in letzter Sekunde nahm sich Lukas Nilsson schließlich den letzten Wurf, der halb im Block hängenblieb, halb von Kireev gehalten wurde. 

Am Sonntag (13.30 Uhr) sind die Kieler wieder in der Bundesliga gefordert. Gegner ist der DHfK Leipzig

Die Statistik

THW Kiel: Quenstedt (1.-30. Minute/4 Paraden), N. Landin (ab 31./3) – Reinkind 3, M. Landin, Wiencek 2, Ekberg 9/9, Rahmel 3, Dahmke 4, Zarabec, Horak, Pekeler 6, Nilsson 5.

Motor Zaporozhye: Kireev (1.-60. Minute/15 Paraden), Komok (bei einem 7m/0) – Vujovic, Babichev 3, Malasinskas 2, Pukhouski 10, Denysov 3, Doroshchuk 3, Kravchenko, Kozakevych 5, Jaanimaa, Gurkovsky, Zhukov 2, Kus, Soroka 4/1, Parovinchak n.e.

Schiedsrichter: Badura/Ondogrecula (Slowakei) – Strafminuten: THW 2 (Nilsson), Motor 10 (Zhukov, Kus, Kozakevych, Doroschuk, Soroka) – Siebenmeter: THW 9/9, Motor 1/1 – Zuschauer: 7618 in der Kieler Sparkassen-Arena.

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