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THW Kiel Auch Weinhold und Pekeler sagen WM ab
Sport THW Kiel

Handball: DHB-Kader schrumpft - Auch Weinhold und Pekeler sagen WM ab

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12:24 22.12.2020
Von Merle Schaack
Diese Reisegruppe aus Kiel wird es zur Handball-WM nicht geben: Nach Patrick Wiencek (v.re.) sagten nun auch die Kieler Nationalspieler Hendrik Pekeler und Steffen Weinhold ihre Teilnahme an der WM aus familiären Gründen ab. Quelle: Sascha Klahn
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Dortmund/Kiel

Der Deutsche Handball-Bund hatte den Nationalspielern zuletzt ein Ultimatum bis zum 21. Dezember gesetzt, um sich für oder gegen eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Ägypten (13.-31. Januar) zu entscheiden. 

Zuvor hatte schon THW-Kreisläufer Patrick Wiencek aus persönlichen Gründen entschieden, nicht nach Ägypten zu reisen und in Pandemiezeiten lieber bei seiner Familie in Kiel zu bleiben. 

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Auch Pekeler, Weinhold und Lemke nannten die Familie in einer Pressemitteilung des DHB als ihren Hauptbeweggrund für ihre Entscheidung.

Betreuung der Kinder muss gewährleistet sein

„Die allgemeine Entwicklung der Corona-Pandemie mit dem erneuten harten Lockdown macht mir als Familienvater Sorgen, und ich kann meine Frau und meine Töchter in dieser Zeit nicht über vier Wochen allein lassen“, sagt Hendrik Pekeler, 29-jähriger Kreisläufer des THW Kiel. „Ich selbst habe mir schon vor Wochen den 15. Dezember als persönliche Frist gesetzt. Der Deutsche Handballbund hat uns kontinuierlich auf dem Laufenden gehalten und sehr viel in den Austausch mit uns investiert. Leicht ist mir die Entscheidung auch deshalb definitiv nicht gefallen. Und gerade für Alfred tut es mir sehr leid, dass sein erstes Turnier als Bundestrainer unserer Nationalmannschaft unter solch schwierigen Umständen stattfinden wird.“

Lesen Sie auch: Patrick Wiencek erklärt seine WM-Absage

Steffen Weinhold, Linkshänder des THW Kiel, der sich zuvor genau wie Pekeler und Wiencek schon skeptisch über die WM geäußert hatte, sagt: „Ich habe mir diese persönliche Entscheidung wahrlich nicht leicht gemacht. Aber die Betreuung der eigenen Kinder ist seit dem harten Lockdown gerade in Familien, in denen beide Elternteile berufstätig sind, keine leichte Aufgabe. Um als Familienvater mit dieser Situation verantwortungsvoll umzugehen, gibt es für mich am Ende keine andere Wahl, als die WM-Teilnahme abzusagen.“

Gislason bricht der Innenblock weg

Auch Finn Lemke, der nach längerer Absenz zu den EM-Qualifikationsspielen Anfang November in den Kader zurückgekehrt war, nannte private Gründe. „Ich habe lange mit mir gerungen, aber mit Blick auf meine Familie habe ich mich in der aktuellen Situation schweren Herzens gegen eine mögliche WM-Teilnahme entschieden“, sagt der 28-jährige Abwehrspezialist der MT Melsungen. „Unserer Nationalmannschaft wünsche ich maximalen Erfolg und hoffe, dass das gesamte Team gesund zurückkehrt.“

Bundestrainer und Ex-THW-Coach Alfred Gislason brechen damit drei tragende Säulen seines Kaders weg. So fehlen ihm mit Abwehrchef Pekeler, Wiencek und Lemke seine drei besten Innenblock-Spieler. Weinholds Absage schmerzt im rechten Rückraum, wo auch schon Fabian Wiede wegen Schulterproblemen abgesagt hatte und Franz Semper mit einem Kreuzbandriss ausfällt. Auch Rückraum-Rechtshänder Tim Suton muss mit dieser Knieverletzung passen.

Bundestrainer: Keine weiteren Absagen

Gislason, dessen Stamm-Kader inzwischen dramatisch ausdünnt, bemüht sich um eine pragmatische Sicht. "Alle haben mir im persönlichen Gespräch ihre Beweggründe erklärt. Dafür habe ich Verständnis, allerdings ergibt sich daraus auch ein klares Bild für unsere weitere Arbeit“, sagt der Isländer. „Wir werden jetzt mit anderen Spielern planen."

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Der Absagen-Reigen sei nun vorbei, so der Isländer. "Weitere Absagen kommen nicht hinzu, das waren die drei Spieler, die noch Bedenken hatten. Alle anderen hatten schon vorher zugesagt. Ich hatte gehofft, dass es nicht so hart kommt. Wir investieren weiterhin alles, um bei der Weltmeisterschaft das bestmögliche Ergebnis zu erreichen“, so Gislason.

Kader wird am 21. Dezember benannt

Nach Ägypten wird das DHB-Team mit einem 20-köpfigen Kader reisen. Aus diesem kann zu jeder Partie eine 16 Spieler umfassende Formationen gebildet werden. Den WM-Kader benennt Gislaosn am 21. Dezember. Stand jetzt ist kein Profi des THW-Kiel dabei. Mit Linksaußen Rune Dahmke und Keeper Dario Quenstedt stehen noch zwei Zebras im erweiterten Kader der Nationalmannschaft.

„Wir haben unsere Nationalspieler gebeten, sich zu einer WM-Teilnahme zu positionieren und können uns nur wiederholen: Wir respektieren die jeweiligen Entscheidungen. Wir freuen uns aber auch, dass es zahlreiche zustimmende Rückmeldungen gegeben hat, und gehen weiterhin davon aus, eine starke und erfolgshungrige Nationalmannschaft stellen zu können“, sagt Axel Kromer, Vorstand Sport des Deutschen Handballbundes.

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