Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
THW Kiel THW-Kiel-Schreck Mirkulovski von der HSG Wetzlar: „Wird ein 50:50-Spiel“
Sport THW Kiel

Handball-Duell zwischen Kiel und Wetzlar: THW-Schreck Mirkulovski: "Wird ein 50:50-Spiel"

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:20 16.12.2021
Von Merle Schaack
Bisweilen wild geht es zu bei den Duellen zwischen THW Kiel und der HSG Wetzlar. Im Dezember 2019 zerlegten Routinier Filip Mirkulovski (Mitte) und Co. den THW Kiel um Rune Dahmke (v.li.), Miha Zarabec und Steffen Weinhold in seine Einzelteile. Eine neuerliche Pleite wollen die Zebras am Sonntag verhindern.
Bisweilen wild geht es zu bei den Duellen zwischen THW Kiel und der HSG Wetzlar. Im Dezember 2019 zerlegten Routinier Filip Mirkulovski (Mitte) und Co. den THW Kiel um Rune Dahmke (v.li.), Miha Zarabec und Steffen Weinhold in seine Einzelteile. Eine neuerliche Pleite wollen die Zebras am Sonntag verhindern. Quelle: Uwe Paesler
Anzeige
Kiel/Wetzlar.

Das Pokal-Achtelfinaldrama bei der TSV Hannover-Burgdorf noch in den Knochen, nehmen die Handballer des THW Kiel die nächste tückische Hürde ins Visier: Am Sonntag (16 Uhr) treten sie in der Liga bei der HSG Wetzlar an, die sich den Ruf des THW-Angstgegners erarbeitet hat. Mit dieser Aussicht hatte das erst am Mittwoch in der DHB-Pokal-Achtelfinal-Verlängerung hart erkämpfte 30:28 in Hannover für THW-Trainer Filip Jicha einen besonders positiven Aspekt: „Ein besseres Teambuilding als solche Siege kann man gar nicht haben“, sagte er.

Und Teamgeist brauchen die Kieler am Sonntag gegen Wetzlar, denn ihre jüngere Bilanz gegen die HSG ist für die Zebras nicht unbedingt schmeichelhaft. Das letzte Duell gewannen sie zwar zu Hause mit 23:19. Doch vor zwei Jahren vermiesten die Grün-Weißen ihnen das Weihnachtsfest mit einem 27:20-Sieg am 22. Dezember in Kiel, vergangene Saison den Start (31:22-Sieg in Wetzlar).

„Ich habe das Gefühl, der THW Kiel hat immer ein bisschen Angst, wenn er gegen uns spielt“, sagt Filip Mirkulovski. Als Regisseur ist der 38-Jährige eine der prägenden Figuren der vergangenen fünf Jahre, in denen sich die HSG zum Zebra-Schreck mauserte. „Wir haben gegen den THW keine besondere Taktik, sind einfach gut vorbereitet. Der THW ist Rekordmeister, hat den Pokal und die Champions League gewonnen – das ist für uns immer eine Riesenmotivation“, sagt der Nordmazedonier und lässt damit durchblicken, was hinter den traditionell starken Leistungen seines Teams gegen die Kieler stecken könnte. Für ihn bekommt das bevorstehende Duell noch eine ganz besondere Note: Voraussichtlich wird es sein letztes Heimspiel als Aktiver gegen den THW Kiel.

Wetzlar-Trainer Matschke muss vielleicht von zu Hause zusehen

Denn in Wetzlar herrscht Umbruch. Zuvor die rechte Hand auf dem Spielfeld von Taktik-Fuchs Kai Wandschneider (verließ den Verein im Sommer nach neun Jahren), ist Mirkulovski nun spielender Co-Trainer des neuen Chefcoaches Benjamin Matschke (kam von den Eulen Ludwigshafen). Ein fließender Übergang von der Spieler- zur Trainerkarriere für den zweifachen Vater, der 2015 von der TSV Hannover-Burgdorf zur HSG wechselte.

Womöglich wird er am Sonntag hauptsächlich als Coach gebraucht. Denn Matschke harrt nach positivem Coronatest noch in Quarantäne aus. Ob er sie rechtzeitig verlassen kann, wird erst ein PCR-Test am Freitag entscheiden. Andernfalls übernehmen Mirkulovski und Torwarttrainer Jasmin Camdzic die Regie an der Seitenlinie – wie schon im Pokal-Achtelfinale gegen den HC Erlangen. Dort gerieten die Wetzlarer zum ersten Mal in dieser Spielzeit unter die Räder, waren nach schwachem Start beim 19:31 chancenlos.

Mehr Tempo unter Matschke

In der Liga indes glänzt die HSG mit einem Höhenflug von 17 Punkten und Platz fünf. Das System Matschke brauchte nur wenig Zeit, um sich zu finden. Der 39-Jährige verordnete dem Angriff mehr Tempo und Breite. Er setzt auf viel Bewegung, Kreuzungen und bindet die Außenspieler verstärkt mit ein. Rechtsaußen Domen Novak (35 Tore) und Keisläufer Adam Nyfjäll (34) kompensierten die Abgänge von Kristian Bjørnsen (Aalborg) und Anton Lindskog (Flensburg) hervorragend, zählen zu den Top-Torschützen der HSG, die in Lenny Rubin (91 Treffer) ihren herausragenden Schützen hat. „Und in der Abwehr sind wir durch Felix Danner (kam von der MT Melsungen, d Red.) noch besser geworden“, sagt Mirkulovski.

Top-Nachrichten vom THW Kiel in Ihrem Postfach

Einmal wöchentlich bekommen Sie die Top-Nachrichten vom THW Kiel von unseren Reportern Merle Schaack und Tamo Schwarz.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Und so blickt man in Wetzlar trotz Pokal-Rückschlag und womöglich dezimierter Trainerbank selbstbewusst auf das Duell mit dem THW Kiel. „Ich glaube, das wird ein 50:50-Spiel“, sagt Mirkulovski und kann nicht verhehlen, dass es ihm gegen die Zebras besonders in den Fingern kribbelt. Eines hat er bisher als spielender Co-Trainer nicht gemacht: Sich selbst eingewechselt. Bisher oblag die Wechsel-Taktik Matschke. „Aber es ist mein letztes Heimspiel gegen den THW. Vielleicht mache ich das Sonntag mal“, sagt er und lacht.

Tamo Schwarz 15.12.2021
Merle Schaack 14.12.2021
Fortgeschrittene Gespräche mit Barcelona - THW Kiel verliert wohl das Rennen um Jonathan Carlsbogård
Merle Schaack 14.12.2021