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THW Kiel THW-Kapitän Duvnjak ist wieder da
Sport THW Kiel THW-Kapitän Duvnjak ist wieder da
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15:56 28.09.2018
Von Merle Schaack
Immer weiter: Domagoj Duvnjak ließ sich im April 2017 an der lädierten Patellasehne operieren. Fast eineinhalb Jahre später kann er dem THW-Spiel wieder seinen Stempel aufdrücken. Quelle: Sonja Paar
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Kiel

Er ackerte an der Spitze der Abwehr, zauberte Zuspiele an den Kreis, peitschte das Publikum auf – und nach dem 17-Tore-Sieg über die MT-Melsungen lachte Domagoj Duvnjak gelöst. „Solche Tage gibt es im Sport. In manchen Spielen klappt einfach alles.“

In diesem, in dem die Zebras zum ersten Mal in dieser Handball-Saison ein echtes Ausrufezeichen setzten, demonstrierte auch „Dule“ in fast jeder Aktion: Ich bin wieder da.

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Patellasehne bereitete Probleme

Hinter dem Kieler Kapitän liegt ein langer Leidensweg, der schon weit vor seiner Knie-OP im April 2017 begann. Erst als nichts mehr ging, die Patellasehne chronisch überlastet war, legte er sich unters Messer – nicht ohne zuvor mit dem THW noch den bisher letzten Titel, den DHB-Pokal, gewonnen zu haben.

Seither kämpfte sich der Kroate zurück. In der Reha, im Training, in Kurzeinsätzen. Die alte Stärke des Welthandballers 2013, der schon in seiner Zeit beim HSV Handball den Spitznamen „Duracell-Dule“ verpasst bekam, sie ließ jedoch auf sich warten. „Aber jetzt fühle ich mich besser als letztes Jahr“, sagt Duvnjak. „Es geht voran.“ Sein Trainer, Alfred Gislason, jubelte nach dem Melsungen-Spiel: „Das war wieder der alte Dule.“

Eine neue Eigenschaft

Doch ganz der Alte ist der 30-Jährige nicht. „An meinem Spiel hat sich nichts verändert. Aber ich habe gelernt, besser auf meinen Körper zu hören“, sagt er. Bestes Beispiel: Nachdem er in der 41. Minute sein viertes Tor mit einem spektakulären Kempa erzielt hatte, wechselte Duvnjak sich selbst aus. „Da war ich platt“, sagt er.

„Dass Dule selbst erkennt, wo seine Grenze ist, ist eine neue Eigenschaft“, sagt Gislason. "Noch ist er konditionell nicht so weit, dass er in Abwehr und Angriff gleichermaßen eingesetzt werden kann. Aber er ist auf dem richtigen Weg. Und das ist für uns extrem wichtig."

Den Schmerz akzeptiert

Nicht mehr neu, sondern inzwischen gewohnt ist für Duvnjak der Schmerz im linken Knie. „Ich mache im Training viel für mein Knie. Es wird auch immer besser. Aber dass es jetzt wieder besser läuft, liegt daran, dass ich den Schmerz akzeptiert habe. Das war Kopfsache“, bekennt er. Trotz der langen Leidenszeit habe er aber nie daran gedacht, aufzugeben und seine Karriere zu beenden. „Das war keine Option.“

Glück für den THW, in dessen Mannschaftsgefüge „Dule“ auf und neben dem Feld eine Schlüsselrolle spielt. „Wir brauchen ihn als Leader und an der Spitze der Abwehr. Dort ist er wichtiger als als Haupttorschütze“, sagt Steffen Weinhold. Und Youngster Nikola Bilyk ergänzt: „Dule wird uns immer helfen – egal in welcher Verfassung. Und er ist ein überragender Mensch. Alles, was er tut, kommt von Herzen.“

So auch das Lachen, wenn man ihn fragt, was er sich noch so vorgenommen hat für die Saison: „Einfach immer weiter machen.“

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