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THW Kiel THW Kiel bezwingt Balingen mit 26:23
Sport THW Kiel THW Kiel bezwingt Balingen mit 26:23
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22:22 27.09.2016
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Ein zähes Spiel: Dennoch bezwingt der THW Kiel die Jungs von Balingen am Dienstagabend. Quelle: Sonja Paar
Kiel

Kopfsache! 48 Stunden nach dem handballerischen Feuerwerk in der Königsklasse lassen die Zebras mentale Frische vermissen. Aber warum? THW-Trainer Alfred Gislason macht wahr, was er zuvor angekündigt hatte. Der Isländer lässt rotieren, beginnt mit Christian Zeitz und Blazenko Lackovic in einer (zu) defensiven 3:2:1-Deckung, mit Christian Sprenger auf Rechtsaußen und Lackovic auch im Angriff auf Halb. Patrick Wiencek in der ersten Halbzeit und Niclas Ekberg während der gesamten 60 Minuten werden geschont. Dener Jaanimaa steht gar nicht im Kader. Um den Esten, der bei Alfred Gislason aufs Abstellgleis abgebogen zu sein scheint, ranken sich Wechsel-Gerüchte. Neben dem Bergischen HC zuletzt soll nun auch die MT Melsungen um den Linkshänder buhlen.

Nach noch nicht einmal zehn Minuten sitzt Lackovic nach einem Schlag ins Gesicht schon wieder auf der Bank, mischt sich Lukas Nilsson ins Geschehen, zünden die Kieler mit Sprenger sowie zwei Treffern von Niklas Landin und Raul Santos aufs leere Balinger Tor den Turbo zum 7:3 (15.). Danach macht sich irgendwie Müdigkeit breit. Beim Österreicher Santos vielleicht noch verständlich, der 24-Jährige und Freundin Julia wurden schließlich am Montag zum ersten Mal stolze Eltern. Spiel eins nach der Geburt der kleinen Kielerin Lia gestaltet sich nicht nur für den jungen Papa zäh. Pomadig plätschert die erste Halbzeit dahin, ist das THW-Kreisläuferspiel nicht existent, bleiben Tore wie die ins lange Eck zischende Bombe von Lukas Nilsson zum 14:10 (26.) seltene Höhepunkte, ist der THW auf der linken Abwehrseite gegen immer wieder mit sieben Feldspielern agierende Balinger anfällig. „Da haben wir“, so Gislason nach der Partie, „nicht gut genug verschoben.“ Raul Santos attestiert der Coach „defensiven Nachholbedarf“.

Dass die „Gallier von der Alb“ irgendwann einbrechen, ist angesichts des auf zwölf Akteure dezimierten HBW-Kaders eigentlich nur eine Frage der Zeit. Nationalmannschafts-Regisseur Martin Strobel kurbelt das Bemühen des Abstiegskandidaten engagiert und kraftvoll an, das unter dem Strich unter einem spielerisch engen Horizont leidet. Wo die Kunst limitiert ist, fängt das Handwerk an. Nach 40 Minuten – die Zebras spielen jetzt doch wieder mit den „Paris-Youngsters“ Nikola Bilyk und Lukas Nilsson im Rückraum – wird die Begegnung hitzig, der Ex-Hamburger Matthias Flohr nach Scharmützeln mit René Toft Hansen und Patrick Wiencek zur Reizfigur. Bilyk (6 Tore) und Nilsson (5) treffen unbeeindruckt, der THW zieht auf 21:16 davon (42.). Die Pflicht erfüllt der Gastgeber souverän, der Sieg gerät zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. Einzig mit der Kür will es nicht klappen. Weil Balingen-Weilstetten eben nicht (komplett) einbricht, konditionell weiter mithalten kann, das Spiel unter den wohlwollenden Augen des Schiedsrichtergespanns wie ein Kaugummi nach einem schlechten Essen in die Länge zieht. Und vielleicht auch, weil ein Zebra angesichts zweier Spiele in drei Tagen manchmal auch nicht höher springt als es muss und vor dem gegnerischen Tor die nötige Konzentration vermissen lässt. Balingens Geschäftsführer Wolfgang Strobel findet den Auftritt seiner Mannschaft „couragiert“, und Alfred Gislason ist einfach nur „genervt“. Von seiner Mannschaft, vom zähen Spiel – irgendwie vom ganzen Abend.

Von Tamo Schwarz und Niklas Schomburg

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